Der Wille, meine Freiheit XVIII
von
Zahra Kritar
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Der Wille, meine Freiheit XVIII
Was wollte die Königin bei uns? Und woher wusste sie von Vincents Geheimnis? Ich trocknete mich hektisch ab und zog mir mein hellrotes Kleid über. Unten hörte ich, wie Vincent die Königin ins Gästezimmer bat, mir entging dabei sein gepresster, freundlicher Ton nicht. Die Tür schlug zu und ich stand unschlüssig im Flur. Sollte ich einfach herein gehen oder warten, ob man mich vielleicht hereinbat? Die Entscheidung übernahm Vincent, als er herauskam und mich eilig hinter sich herzog. Er kochte vor Wut und schien aufgewühlt. „Vincent, ist alles in Ordnung?“ fragte ich leise. Er nickte knapp. Ich stolperte in das ordentliche Gästezimmer und da saß sie auch schon. Anmutig und wunderschön. Königin Johanna. Für einen Moment starrte ich sie einfach nur entsetzt an, sich zu verbeugen kam mir gar nicht in den Sinn. Sie schien das auch erwartete zu haben. „Lieclair, mein Kind, komm her zu mir.“ Sie streckte ihre zierliche, blasse Hand nach mir aus. Ich suchte Vincents Blick, er stand in einer dunklen Ecke des Zimmers und hatte die Arme verschränkt. Sein Blick war feindselig, trotzdem nickte er. Beklemmend ging ich auf die Königin zu. Sie klopfte sacht neben sich auf das weiche und edle Sofa. Unwohl setzte ich mich zu ihr. „Sag mir Lieclair, weißt du was Vincent ist?“ Was sollte ich sagen? Ich runzelte die Stirn, „Ein Vampir.“ flüsterte ich trüb. Sie hob sanft mein Gesicht an und ich starrte in die geballte Kraft ihrer Meeresaugen, „Lieclair, Vincent ist letztendlich nichts anderes als ich und er liebt dich. Daran soll die Liebe nicht scheitern, mein Kind.“ Geschockt sah ich sie an, „Ihr seit…ein Vampir?“ Sie lachte freudlos und kalt. „Ja, das kann man wohl behaupten, aber dieses Geheimnis muss unter uns bleiben, Lieclair.“ Vincent kam heran und nahm meine Hand in seine. Ich hatte unbewusst angefangen zu zittern. Plötzlich drängte sich bei mir die Frage auf, warum die Königin mir das erzählte. „Warum?“ fragte ich heiser. Sie sah mich traurig an, „Weil du meine einzigste Hoffnung bist, Lieclair.“ antwortet sie. Ich spürte wie Vincent sich verkrampfte. Es tat weh, so fest umschloss er mein Handgelenk. „Vincent!“ schrie ich auf. Schnell ließ er meine Hand los und schaute mich entschuldigend an. Die Königin fuhr fort,
„Lieclair, du hast Eduard gesehen und seine Schwäche. Er liebt andere Frauen mehr als mich und ist ein Trunkenbold. Fast jede Nacht betrinkt er sich mit seinen Freunden. Er vernachlässigt die Politik und damit die Bevölkerung von England.“ sagte sie aufgebracht. Ich konnte sie verstehen. Wenn ich Vincent mit Eduard verglich, kam er mir vor wie ein Gott.
„Aber was soll ich dagegen tun?“ erwiderte ich nachdenklich. Vincent knurrte und ich sah, wie er die Königin giftig anstarrte. Sie beachtete es nicht und nahm stattdessen mein Gesicht und küsste mich auf die Stirn. Der Kuss war eisig und ich schauderte. „Mein Kind, ich möchte das du Eduard für mich ermordest.“ Ich erstarrte. Vincent brüllte auf und warf den schweren Eichentisch um. „Nein, das wird sie nicht tun!“ schrie er seine Königin an. „Vincent.“ antwortet sie kühl. Er starrte sie so verhasst an, dass ich schauderte. Es wäre ein leichtes für ihn gewesen sie zu verletzten, aber irgendetwas hielt ihn davon ab, die Beherrschung zu verlieren. „Ich…ich kann doch keinen Menschen umbringen.“ stotterte ich. Vincent ballte die Fäuste und antwortet gepresst, „Das musst du nicht Lieclair.“ Er sah mich dabei nicht an, sondern nur die Königin. Sie wirkte völlig gelassen. „Vincent, überleg es dir. Du weißt was damals geschehen ist.“ Bei diesen Worten zuckte er zusammen. Neugierig sah ich ihn an, „Was ist damals passiert?“ Er stöhnte, „Quälte mich doch nicht alle so.“ Die Königin seufzte. „Es ist seine Schuld, dass ich jetzt ein Monster bin. Weißt du Lieclair, ich war damals schön, nicht wunderschön wie jetzt, aber schön und verliebt. Verliebt in einen Müllers Jungen. Im Sommer hätten wir geheiratet, doch davor traf ich Vincent.“ Sie erzählte das ganze mit einer Ruhe, das ich erzitterte. In Gedanken versunken blickte sie aus dem Fenster. Vincent knurrte bedrohlich und wich nicht von meiner Seite. „ Vincent war damals noch jung und unerfahren. Er konnte sich noch nicht so gut beherrschen wie heute und als er mich eines Abends sah, konnte er sich nicht mehr zurückhalten. Er biss mich, aber ich starb nicht wie die anderen vor mir. Ich überlebte und wurde zu einer Blutsaugerin. Meine Schönheit wuchs mit jeden Tag und man sprach im ganzen Lande von mir. Am Anfang war ich stolz darauf, doch dann erfuhr der König von mir. Er hielt um meine Hand an. Lieclair, wenn ein König etwas will, dann bekommte er es auch und er wollte mich. Ich ging freiwillig mit ihm, weil ich Angst hatte, er würde meinen Geliebten töten lassen.“ Ihre Augen fixierten mich und ich sah den Scherz in ihnen. „Eduard hatte meinen geliebten Müllers Jungen trotzdem ermorden lassen und seit diesem Tag verfluchte ich ihn.“ Eine einzelne Träne rollte ihre weißen Wangen hinab. Ich schluckte. Die Welt war so ungerecht. Die Königin strich sie weg und sah mich an, „Lieclair, dir könnte das Gleiche passieren und Vincent weiß es. Eduard hat sich in dich verliebt und er bekommt immer was er will. Er macht noch nicht einmal vor Freunden halt.“ setzte sie mit einen Seitenblick zu Vincent hinzu. Ich hatte ihn noch nie so verzweifelt gesehen. Er kauerte mir zu Füßen und starrte mich die ganze Zeit gequält an. Die Königin erhob sich elegant. „Auf wider sehen Lieclair. Ich hoffe, dass du die richtige Entscheidung triffst.“ Sie nickte Vincent zu, „Mister Lorong.“ Er knurrte als Antwort. Als sie weg war, lehnte ich grübelnd meinen Kopf an seine Brust. Ich verstand die Königin so gut und hatte selber Angst um Vincent und mich. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis Eduard hier auftauche. „Vincent, wir müssen etwas unternehmen.“ murmelte ich gedankenverloren. Ich spürte, wie er nickte. „Er wird kommen, Vincent, und mich hohlen.“ Das ganze hörte sich so seltsam an, ohne wirkliche Regung. Ich war erstaunt, wie gelassen ich das ganze Nahm. Plötzlich kam mir eine Idee. Ich richtete mich vor ihn auf und krallte mein Finger in sein Hemd, „Vincent, verwandle mich zu einen Vampir!“ Er blickte mich unendlich traurig an. „Ich kann es nicht, Lieclair. Was ist wenn ich dich töte?“ langsam wurde ich wütend, „Willst du das ich mich selber umbringe? Ich würde es niemals als Hure von diesem Ekel überleben und wenn ich ihn töten soll, dann als Vampir.“ rief ich und weinte bitter. Vincent seufzte. „Lieclair, ich liebe dich, du bist das einzigste wichtige in meinem Leben. Niemals möchte ich dich ermorden. Du hast noch ein ganzes Leben vor dir. Ich muss ewig Leben.“ ich trommelte wild mit den Fäusten auf seine weiße Brust, er schien es gar nicht zu bemerken. „Vincent, ich sollte gar nicht hier sein!“ schrie ich verzweifelt. Bei diesen Worten sah er mich erstaunt an und hielt meine Fäuste fest. „Das ist nicht meine Zeit Vincent und wenn du willst, dass ich glücklich
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Kommentare
... schrieb am 2008-03-09 18:49:07:
bitte schnell weiter. :D
eli schrieb am 2008-03-09 13:59:01:
weiter!!!!!!!!!!!
oh gott, das ist ja sehr gut geworden.
das die königin auch ein vampir war, das hat mich nun wirklich erstaunt. :-)
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