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Kategorien > Liebe > Vampir

Der Wille, meine Freiheit XX

von Zahra Kritar

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Der Wille, meine Freiheit XX

Ich wusste nicht, wie lange ich mich quälte. Es hätten Tage sein können, an den ich das Gefühl hatte auf der Schwelle zwischen Leben und Tot zu stehen.
Stunden, an denen ich merkte, wie Vincent meine zitternden Hände hielt und mir immer wider sanft versicherte, er liebe mich. Minuten in den ich mir den Tot wünschte. Der Schmerz war unerträglich gewesen. Jeder Atemzug brannte, wie Feuer. Jedes Körperteil fühlte sich an, als zerschneide mir jemand etwas bei lebendigem Leibe und ich konnte nichts anderes als schreien. Schreien, schreien. Und plötzlich hörte es auf. Mein Herz hörte auf zu schlagen und ich lag ganz ruhig da und wartete, wartete auf den Tot. Er kam nicht, stattdessen nahm Vincent mich in seine Arme. Ich war wie leblos. Er weinte und ich spürte seine Tränen auf meinen Wangen. Meine Haut fühlte sich so kalt an und fremd. Geräusche waren auf einmal unnatürlich laut. Jede Bewegung von Menschen kam mir langsam vor. Ich war so schwach und hatte Hunger. Durst nach frischem Blut. Vincent brachte mir welches und als meine Lippen die rote Flüssigkeit berührten, ekelte ich mich vor mich selbst. Ich war ein Monster geworden. Trotzdem trank ich und mit jedem Schluck, in der die unendlich wertvolle Flüssigkeit meine Kehle herunter lief, fühlte ich mich stärker. Ich wollte mehr, konnte gar nicht mehr aufhören und Vincent reichte mir eine Flasche nach der nächsten. Woher auch immer er das Blut hatte, es schmeckte köstlich. Meine Zunge fuhr genießerisch über meine kirschroten Lippen und leckte den letzten Tropfen ab. Ich knurrte zufrieden und ließ mich nach hinten fallen. Vincent legte sich neben mich. Streichelte über mein weiß gewordenes Gesicht und berührte mein glänzendes rubinrotes Haar. Für immer würde ich jetzt bei ihm bleiben. Für die Ewigkeit und alleine diese Vorstellung ließ mein totes Herz flattern. Wir würden zusammen rennen, soweit wie kein anderer Mensch, würden zusammen auf Jagt gehen und das schönste Pärchen auf der ganzen Welt sein. Ich kuschelte mich an ihn und genoss seine Nähe. Auch er legte seinen Kopf auf meinen und schmunzelte zufrieden. Es hätte so schön sein können, bis …mir wider der geplante Mord einfiel.
Die Königin besuchte uns am nächsten Abend, zwei Tage nach ihrem ersten Besuch. Als sie mich erblickte wirkte sie für einen Moment erschrocken, aber als ich sie unsicher anlächelte, musste sie lachen. „Vincent, ich wusste gar nicht, das du es so eilig hast.“ spottete sie, Vincent knurrte, doch ich hörte die Glückseeligkeit darin. Königin Johanna blickte mich forschend an,
„Sie hat die Verwandlung gut überstanden und außer der blassen Haut, sieht sie immer noch aus wie früher. Gut.“ Ich wusste nicht so recht warum, nickte aber zustimmend. Vincent legte seine Hand auf meine Taille und stellte sich dicht neben mich. Die Königin lächelte über seinen Beschützdrang. „Vincent, wenn alles wie geplant läuft, wird ihr nichts geschehen.“
„Ich weiß“, fauchte er aggressiv, „Aber es müsste auch gar nicht sein!“
„Vincent!“ rief ich, “Sie hat ihre ewige Liebe verloren und musste diesen Ekel heiraten. Natürlich helfen wir ihr.“ Unsicher starrte er mich an. „Lieclair, es ist nicht deine Aufgabe dies zu tun.“ widersprach er sanft. „In diesem Plan schon. Vielleicht habe ich nicht das Leben der Königin zerstört, “ Bei diesen Worten zuckt er zusammen, „Aber ich möchte ihr und dir helfen.“ Er seufzte ergeben und sah die Königin auffordernd an. „Wie möchtest du es tun?“
Ihre Augen sahen mich nachdenklich an, „In einem Tag hat er Geburtstag. Hast du schon ein Geschenk für ihn Vincent?“

Ich vertrieb mir die Zeit damit, jeden einzelnen Song (Mein Gehirn war auf einmal unglaublich intelligent und konnte sich an alles bis ins Detail merken) den ich in meinem Leben gehört hatte zu wiederholen. Bei den Hypnotize hielt ich inne, als ich an die Stelle kam
,, She´s like heroin ,, Das soviel bedeutet, ,, Sie ist wie Heroin ,,. Was für ein schöner Vergleich und so passend. Schon bevor ich ihn sah, hörte ich, wie Vincent das Fenster zum Schlafsaal des Königs heraufkletterte. Er war dabei so leise, dass kein Mensch ihn jemals gehört hätte. Ich hatte es mir auf dem Königsbett bequem gemacht und wartete auf Vincent.
Mit angespanntem lächeln kam er herein und küsste mich. Ich spürte wie verkrampft er war. Das passte ihm alles ganz und gar nicht. In seinen Händen hielt er ein feines Tuch zum knebeln und zwei Seile, die nicht all zu rau waren. Behutsam setzte er sich neben mich und flüsterte, „Ich werde jetzt dafür Sorgen, das Eduard nicht bis Mitternacht in sein Schlafgemach kommt. Wenn alles gut geht, wirst du gleich nachdem er herauf gekommen ist, hoffentlich heruntergehen und zu uns Nachhause laufen. Bitte Lieclair, “ Zärtlich hob er mein Kinn an und ich sah in seine goldenen Augen, die mich verzweifelt anschauten, „pass auf dich auf, Liebste.“ Ich küsste ihn und er strich mit seiner Nase genießerisch über meine Kehle,
„Du riechst so verführerisch“, Er küsste die Stelle, an der eine kleine Narbe von seinen Zähnen übrig geblieben war. Dann begann er knurrend und vorsichtig mich zu fesseln. Zum Schluss knebelte er mich und legte liebevoll den Edelstein besetzten Dolch in meine Hand. Ich schob ihn unter das Daunenkissen und blicke ihn sehnsuchtsvoll nach, als er wider durch das Fenster kletterte. Okay, jetzt war der Zeitpunkt angelangt, an den ich noch einmal an meine ganze Familie und natürlich Vincent denken konnte. Ich hatte jetzt Stunden Zeit zu denken und es war zwar nicht gerade gemütlich, gefesselt auf ein Bett zu liegen, aber es musste sein. In Gedanken ging ich noch einmal den Plan durch. Vincent würde jetzt Eduard unterhalten und ihn abhalten sein Geschenk früher zu entdecken. Unten im Ballsaal wird eine riesige Geburtstagsfeier stattfinden, an dem all seine Freunde eingeladen waren. Die Königin wird selbstverständlich auch anwesend sein, damit keiner auf die Gedanken kommen konnte, sie hätte ihren Ehemann umgebracht. Wenn der König dann schon betrunken war (Vincent trank natürlich keinen Schluck), würde er Eduard sein Geschenk zu flüstern. Geplant wäre dann, dass sich Eduard der VI dann in seinem Schlafsaal begibt und dann war mein Part an der Reihe. Ich hatte zwar nun übermenschliche Fähigkeiten und es würde ein leichtes sein ihn zu ermorden, trotzdem war ich immer noch ein Wesen mit Gefühlen. Eine halbe Stunde später dann, sollte die Königin zu ihm heraufeilen und ich tot vorfinden. Ein ziemlicher, simpler Plan, aber diese waren meist am sichersten. Was keiner wusste, nichts sollte laufen, wie es sollte.

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Kommentare

Araf schrieb am 2008-03-11 21:34:06:
Hallo

Und wieder ein neuer Teil^^ Diesmal passiert ja ziemlich viel... Verwandlung und Racheplan in einem :)
Folgt jetzt das Ereignis, das gleich am Anfang der Geschichte beschrieben wird? Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht.
Mir gefällt deine Geschichte übrigens immer besser. Sie ähnelt nicht mehr wirklich "Biss" und das ist schon mal an sich eine große Verbesserung. Also, mach weiter so und schreib bald weiter.

LG Araf

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