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Kategorien > Philosophie >

Der Wohl gescheiterte Versuch...

von Basstardo 84


Der Wohl gescheiterte Versuch, Die Grausamkeit Des Glückes In Worte Zu
Fassen


Aus Liebe wird Kummer. Kummer wird Wahnsinn. Wahnsinn zerfrisst dich. Du
fällst in ein Loch, unfähig zu denken, zu leben. Lethargie, die dich in
ihren schweren Mantel hüllt. Eine unbeschreibliche Schwärze, die sich in
dein Leben schleicht. So beginnt es, so hört es auf. Unweigerlich, früher
oder später, und am Ende bleibt nur grenzenlose Leere. Die unerhörte
Leichtigkeit des Seins verfliegt, und du merkst, dass Leben mehr eine Strafe
ist, denn ein Geschenk. Mehr ein Fluch, denn ein Segen. Immer, wenn wir
meinen, unser Glück gefunden zu haben, werden wir gleichzeitig ins Leid
gestürzt. Denn egal, wie glücklich wir waren, Glück ist nie vollkommen.
Irgendwann endet es. Eine Tatsache, so unabwendbar wie der Tod. Und dann
erreichen wir den Punkt, um den sich alles dreht. Wenn alles vorbei ist,
dann empfinden wir größeren Schmerz, als wir vorher Freude verspürten.
Schmerz, bevor wir unser Ziel erreichen, Schmerz, nachdem der Augenblick des
Glücksgefühls an uns vorbeigerauscht ist. Die Qual des Kampfes für ein Stück
Leben ist mindestens genauso schlimm, wie die Trauer um eben jenes. Denn
bedeutet Leben nicht Freude, Befriedigung unserer tiefsten Wünsche und das
von Anbeginn der Evolution? Das unterscheidet es doch vom Vegetieren. Das
Leben auskosten, sich mit Endorphinen besudeln. Das unterscheidet uns vom
Tier. Denn ist dieses nicht unfähig zu denken und somit unfähig, Glück zu
verspüren, zu leben? Oder ist das Tier perfekt, weil es, gerade durch seine
beschränkten Fähigkeiten, unbekümmert existieren kann? Sind wir die
eigentlichen Tiere, die Unterlegenen, weil wir uns von Emotionen leiten
lassen, von unserer Gefühlslage abhängig sind? Abhängig? Vielleicht gehören
Kummer und Schmerz zu Verstand und Intellekt dazu, als Ausgleich für die
Freuden, die wir dafür erfahren können. Kann es sein, dass wir leiden
müssen, um existieren zu können? Wir sind Blindgänger. Solange wir unser
Glück festhalten, es auskosten können, wird uns nicht bewusst, was wir
eigentlich in den Händen halten. Erst nach dem Verlust beginnen wir langsam
zu begreifen, was wir an einem Menschen hatten. All das, was wir uns immer
gewünscht haben, die tiefe Befriedigung, die wir erfuhren. Die
uneingeschränkte Liebe, die uns entgegengebracht wurde. In einem Tal der
Tränen fragen wir uns, warum wir nicht früher gelernt haben, all diese Dinge
zu schätzen. Und schließlich ist es die eigene Dummheit, die uns bewusst
wird, sich tief in unser Bewusstsein einprägt. Wir nehmen uns vor, beim
nächsten Mal alles besser zu machen. Doch wenn es ein nächstes Mal gibt,
dann beginnt alles wieder von vorne. Es ist ein Teufelskreis, der Liebe
Kummer weichen lässt, und was am Ende bleibt, ist die Erkenntnis. Und wenn
wir wirklich begreifen, und uns klar wird, das wir die selben Leiden immer
wieder durchleben, dann weicht die Erkenntnis dem Wahnsinn.
Wahnsinn, der das Herz zerfrisst.

Der erste Moment ist entscheidend, glaube ich. Irgendjemand sagte einmal,
menschliche Beziehungen entwickelten sich immer in den ersten fünf Minuten
einer Begegnung in die entscheidende Richtung. Ich glaube das. Und im Zuge
dessen, glaube ich auch an die sprichwörtliche Liebe auf den ersten Blick.
Man kann von einem Menschen fasziniert sein, ohne ihn wirklich zu kennen,
und ich würde dies nicht behaupten, wenn ich es nicht selbst erlebt hätte.
Ich schaue einer Frau immer zuerst in die Augen. Augen können sehr viel über
eine Person aussagen, glaube ich. Man muss sie nur richtig betrachten. Ich
habe mich noch nie an Äußerlichkeiten aufgehangen, innere Werte, und es mag
wie eine Floskel klingen, sind ausschlaggebend. Und ich kann an den Augen
ablesen, welches Gesicht sich hinter ihnen verbirgt. Zumindest bin ich davon
überzeugt. Ich liebe sinnliche Augen, die temperamentvoll und sanft zugleich
sind. Ausdrucksstark, und doch so sentimental, dass sie auch auf jemanden
eingehen können. Ich habe vorher noch nie einen Menschen getroffen, der mich
vom ersten Moment an so fasziniert hat, dass ich sofort von ihm gefesselt
war. Und ich glaube auch nicht, dass dies oft in einem Leben passiert. Aber
wenn es passiert, dann muss man diesen Menschen festhalten, denn vielleicht
trifft man nie wieder jemanden wie ihn, und dann trauert man sein ganzes
Leben dieser verpassten Chance hinterher. Ich will nicht trauern, aber ich
werde das Gefühl nicht los, dass ich meine Chance bereits verspielt habe,
bevor ich überhaupt die Möglichkeit hatte, etwas aus ihr zu machen.
Allmählich frage ich mich, ob ich je eine hatte, oder je eine bekommen
werde.
Warum bin ich eigentlich immer der arme Loser, der am Ende als einziger
allein dasteht? Warum kann nicht auch ich einmal glücklich sein, bekommen,
was ich wirklich aus tiefstem Herzen möchte? Liegt es an mir? Bin ich so
abschreckend in meiner Erscheinung? Ich meine, das fällt mir nur auf, ich
sehe einen Menschen, fühle mich zu ihm hingezogen, mehr als das, und dann...
nichts, ein kurzes Gespräch, ein kurzes Hochgefühl, der Glaube, eine Chance
zu haben und dann... nichts. Vorbei. Ein weiterer Strich an der Wand. Das
gibt mir zu denken, es muss doch einen Grund dafür geben. Wenn ich mich
umdrehe, dann sehe ich sie überall, in Parks, Cafés, Bars. Warum sie? Warum
nicht auch ich? Bin ich fehl am Platz, verloren auf dieser Welt? Dreht sich
hier alles zu schnell um mich? Dreht sich überhaupt irgendetwas um mich? Ich
weiß es nicht, weiß nicht mehr weiter, ich habe so viele Fragen, aber nicht
eine einzige Antwort. Ich fühle mich hilflos.
Verlassen.
Verstoßen?
Ich weiß nicht, wie es weitergehen, wie oft ich mich noch dieser
Enttäuschung aussetzen soll. Und dabei dachte ich eigentlich, dass es dieses
Mal anders wird. Ich war mir so sicher, ich habe gedacht, dass da etwas ist,
etwas, dass vielleicht mal was ganz Großes werden könnte. Aber jetzt? Ich
habe jegliche Hoffnung verloren. Es ist vorbei, bevor es angefangen hat. Und
wahrscheinlich bin ich wieder einmal selbst daran schuld. Ich Idiot. Wenn
ich mich nur getraut hätte, ihr zu sagen, was ich von ihr denke, wenn ich
nur einmal in meinem verfluchten Leben den Mut gehabt hätte, meine Chance zu
ergreifen. Vielleicht hatte ich ja gar keine, aber woher hätte ich das denn
wissen sollen? Klar, sie haben mir alle gesagt, ich solle mal richtig
„rangehen“, aber was soll das bringen? Ich wollte sie nicht
abschleppen, nicht als der große Aufreißer dastehen, der ich sowieso nicht
bin, niemals sein werde, sein will. Ich wollte ihr doch eigentlich nur Zeit
geben, mit dem überzeugen, was ich kann, mit dem, was ich im Kopf habe. Was
ist denn eine Beziehung schon wert, die im Alkoholrausch auf irgendwelchen
Partys beginnt? Was ist sie wert? Das kann doch keine Liebe sein oder? Das
kann doch nicht sein.
Vielleicht bin ich zu romantisch. Ein Träumer, fern jeglicher Realität. Zu
weich für ein erfülltes, glückliches Leben. Ist vielleicht mein Schicksal.
Und doch bleibt die Frage, warum niemand erkennt, was ich bin, so schlecht
kann das doch nicht sein oder? Ich bin müde, habe das Gefühl, dass es sich
nicht lohnt, um sie zu kämpfen. Kommt ja doch nichts bei raus. Und
wahrscheinlich bin ich einfach nur ein kümmerlicher Arsch, keine Chance.
Gestern hat er mir erzählt, wie schön es ist, mit ihr zusammen zu sein,
ihre Nähe zu spüren, ihre Haare auf seiner Haut, das Übliche eben. Ich hätte
fast zugeschlagen, aber irgendwie war es mir in diesem Moment dann auch
egal. Und jetzt stehe ich hier auf dieser Brücke, schaue aufs Wasser, und...
Gehe nach Hause.


Kommentare

Bibi schrieb:
Geb die Hoffnung nicht auf

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