Der Zug
von
*mon mon*
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Der Zug
Ich habe das Gefühl, dass sich alles ändert, wie ein Zug weiterfährt. Ausser mir. Ich bin entweder irgendwo ausgestiegen, oder gar nicht erst eingestiegen, warte am Bahnhof, bis der nächste Zug erscheint. Aber alle andern, die ich kennen glaubte, sind schon unterwegs, in dem Zug, in welchem ich sein sollte. Und ich warte immer noch. Konnte, als der erstere Zug kam mich nicht bewegen, konnte nicht einsteigen, weil ich noch nicht so weit war, zweifelte, ob ich überhaupt eine Fahrkarte habe. Nur alle sind nun weg, ich habe zu lang gezögert. Nun sind sie weg, zusammen weg und ich bin vergessen. Befinden sich auf ihrer Reise in die Zukunft und ich stehe alleine, immer noch, stehe Ausserhalb und sehe zu, wie sie sich bewegen, wie sie beisammen sind, sich amüsieren und glücklich sind.
Meine letzte Hoffnung waren meine besten Freunde, denen ich mich am nächsten fühlte. Aber wen erblicke ich mit Unbehagen? Genau diese, auch auf dem Zug, gleiten ins frohe Ungewisse, strotzen jeder Böe, jedem Luftzug, welche sie herunterwehen könnten. Ich wäre gefallen, falls ich überhaupt aufgestiegen wäre. Nun ist meine letzte Hoffnung dahin, weg, muss mich meiner Vergangenheit zuwenden und fliehen, woher ich gekommen bin. Zurück, bis ich es begriffen habe und auch soweit bin. Soweit zurück bis ich bereit bin, auch den Zug zu nehmen, mich auch der Zukunft stellen kann, ohne schon auf dem Weg zu scheitern.
Nehmen wir an ich bin doch auf dem Zug
Ich schaue in die Ferne, sehne mich nach dem Bahnhof, dem alt bekannten Bahnhof. Die Quelle meiner Vergangenheit, welche mir nun ziemlich rosig vorkommt. Denke an die vergangene Zeit, in der ich noch Lachen konnte, ohne mich umzusehen, ob es auf irgendeine Weise unangebracht wäre. Früher... ein Wort, welches in mir Sehnsucht erweckt, mir jedes Mal einen Dolch zwischen die Rippen stösst, ohne jegliche Gnade. Doch anstelle von Blut quellen Tränen aus der Wunde, welche heiss herabfliessen.
Nun stehe ich gequält vor dem Geländer, bedenke, ob ich nicht abspringen soll, mit Blick zurück, zurück zum Bahnhof, die Zukunft ausser Acht. Verzerrte Bilder rasen an mir vorbei, kann nichts erkennen, verstehe nichts... zu schnell... Ich falle in mich zusammen. Nun sehe ich nur einen einzigen Ausweg: ich springe. Will nichts neues, will, dass alles wie früher ist, alles zurück auf Anfang. Doch als ich wieder beim Bahnhof stehe, ist nichts gleich. Kein bekanntes Gesicht, kein Geruch, der mein zu Hause auszeichnet, alles ist weg. Ich bin wieder alleine. Schreiend blicke ich zum Himmel, sehe nur eine schwarze Decke, keine Sterne, keine Hoffnung. Doch was soll das? Bin ich nun verdammt, in der Vergangenheit festzusitzen, ohne Erinnerungen, welche mich am Leben halten können?
Zusammengekauert sitze ich nun hier, es scheint alles verloren. Meine Augen geschlossen, mein Geist verschlossen, der vergangenen Zukunft trauernd. Doch was höre ich? Wasser. Materie gewordene Gefühle, welche sich zusammengeschlossen habe. Wohin führen sie? Ungewissheit. An was erinnert mich das? Die Zukunft! Mit neuer Hoffnung doch nicht festsitzen zu bleiben packe ich ein Boot und werfe mich auf die Wellen Richtung Ungewissheit, Richtung Zukunft. Nun weiss ich es. Ich will nicht mehr zurück zu der einsamen Vergangenheit, ich will neues, will vorankommen. Ich bin bereit, auch auf einem anderen Weg zu meinem Ziel zu gelangen. Nun befinde ich mich auf dem etwas anderen Weg, mit der Hoffnung, meine Zukunft doch noch zu erreichen.
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