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Kategorien > Wahre Geschichten > Wahre Geschichten

Der falsche Freund

von tino Seidel

1

Der falsche Freund
Ich fahre mit meinem Transporter, ein Mercedes
Sprinter in weiß, zu meinem nächsten Termin.
Dort angekommen suche ich mir, wie fast immer in
Berlin, einen Parkplatz. Es ist ein bisschen früh
denke ich mir und lasse mir Zeit. Um 14.00 Uhr
wurde vereinbart und nun ist es gerade 13.30 Uhr.
Na mal sehen, vielleicht ist ja schon jemand zu
Hause.
Die Haustür des vierstöckigen Objektes stand
wegen Malerarbeiten offen.
So fang ich an, mich Treppe für Treppe nach oben
zu begeben. Im dritten Stockwerk des Altbaues
angekommen, sehe ich dann das Namensschild
meines Kunden. Ich klingle aber niemand öffnet mir.
Ich denke: Mist, niemand da, da werde ich wohl
noch eine halbe Stunde warten müssen.
Als ich so wartend vor der Tür stehe spüre ich
kräftige Blähungen in meinem Körper. Ich schaue
mich nach allen Seiten um. Keiner in der Nähe. Ich
lasse langsam Luft ab.
Puh, das war knapp.
Ich sollte lieber eine Toilette aufsuchen. Nach
weiteren fünf Minuten warten verspüre ich wieder
einen starken Überdruck in meinem Hinterteil.
Also nochmals kurz abblasen.
Aber hallo, der ist nicht von schlechten Eltern. Wäre
besser wenn jetzt niemand vorbei kommt.
Und dann passiert das was passieren musste. Der
nächste Knaller ging in die Hose ( in Fachkreisen
der Medizin, der falsche Freund genannt) . Da ist
-27-
wohl doch ein bisschen mehr als nur Luft mit
herausgekommen.
Scheiße (im wahrsten Sinne des Wortes), denke ich
mir und stehe da wie ............ beschissen halt.
Was mache ich bloß. Ich fang auch schon an zu
riechen. Oh Gott, wenn jetzt einer kommt. Ich laufe
erst einmal zwei Etagen höher in den
Bodenbereich. In meiner linken Hosentasche habe
ich noch drei Papiertaschentücher. Die nehme ich.
Das erste Taschentuch in die rechte Hand
genommen und durch den Arbeitskombi zum
Hintern geführt.
Dann einmal gewischt.
Oh man was für eine Sauerei. Dann die anderen
beiden Taschentücher genommen. Das muss
reichen, mehr habe ich nicht. Wohin nun mit den
Dingern. Auf dem Fensterbrett liegen lassen?
Das kann ich nicht machen.
Zum Glück habe ich immer einen Putzlappen in der
Tasche. Die Taschentücher dort eingewickelt gehe
ich auf den Hof zu den Mülltonnen. Immer im
Blickfeld das mich niemand sieht. Klappe auf und
weg damit. Die Kundin erscheint eine Minute später
auf der Bildfläche. Sie sieht ganz nett aus, so um
die 25 Jahre jung. Fragend lächelt sie mich an: Sind
Sie der Handwerker? Bin ich noch pünktlich
gekommen?
Ich denke nur schelmisch, woher soll ich das wissen
und antworte mit Ja.
-28-
Ich leider immer noch streng müffelnd halte sichtlich
Abstand zu der Mieterin. Wir gehen nach oben in
ihre Wohnung. Ich weit hinter ihr.
Sie zeigt mir die auszuführende Arbeit und ich hoffe
sie hat nichts bemerkt. Mein Glück, das die Dame
nicht neben mir stehen bleibt. Ich mache meinen
Job und verdufte so schnell wie möglich.
Zwischendurch erhalte ich noch einen Anruf.
Ein Berufskollege braucht meine Hilfe. Das hat mir
gerade noch gefehlt. Ich wollte eigentlich nach
Hause nach diesem Malheur. Aber da ich nicht nein
sagen kann, bin ich bereit zu helfen.
Bei ihm angekommen mache ich ihn gleich auf
meinen zarten Duft aufmerksam. Ich sage:
Wenn ich zu stark rieche halte einfach ein bisschen
Abstand zu mir. Ich hatte vorhin eine starke
Rohrverstopfung und habe etwas abbekommen.
Sorry, aber du weißt ja wie das ist. Er nahm es
gelassen.
Auf dem Weg nach Hause, im Auto sitzend, roch ich
ganz deutlich das ich eine Dusche benötige.
Das war doch ein Scheiß Tag, oder?

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Kommentare

Peter Rüctwart schrieb am 2011-10-19 17:20:08:
So herrlich laut gelacht habe ich schon lange nicht mehr. Auch wenn heute nicht mein Tag ist, Humor hilft heilen. Weiter so! Peter.
franke,sina schrieb am 2011-09-22 22:04:06:
super lustig. ich habe noch nie so laut bei einer kurzgeschichte gelacht. die Geschichte ist dir super gelungen. bitte veroeffentliche mehr :)

lg

xxx sina xxx

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