Der fremde Wald
von
Vasqez
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Auszug aus Ingláe - Schatten der Idylle
Drittes Kapitel
Den Hof immer noch in Sichtweise lag Auria im Gras und beobachtete, mehr verträumt als aufmerksam, die kleine Schafherde die ihr an diesem Tage das erste Mal in ihre alleinige Obhut gestellt wurde. Mit einigen Mahnungen zur Obacht und einigen gut gemeinten Ratschlägen ihres Vaters, hatte sich Auria aufgemacht um den Tag mit den Schafen zu verbringen.
Sie freute sich sehr über diese Aufgabe, da es eine entscheidende Abwechslung zu ihren sonstigen Pflichten darstellte. Die Wäsche im immer noch kalten Bach zu reinigen oder auf dem Feld Rüben zu ziehen zählten nicht wirklich zu ihren Lieblingsaufgaben.
Hier draußen auf dem mit saftigem Gras bewachsenen Hügel hatte sie endlich Zeit für sich. Im Gras liegend beobachtete sie den Himmel.
Die Vögel die umherflogen zogen sie in ihren Bann.
<Ein Vogel zu sein, das wäre wahrlich ein Traum>
dachte Auria.
Sie lag immer noch auf der Wiese und merkte ohne Schrecken, dass sich ihr Körper geschwind vom Boden entfernte.
Schon bald konnte sie den Hof ihrer Familie sehen und einige Momente später den ihrer Nachbarn.
Nach und nach wurde Auria klar das sie nun nicht mehr an ihr zuhause gebunden war, und auch einmal das Land außerhalb von ihrem kleinen Tal zu sehen konnte.
Das Fliegen war zu schön um es nicht genießen zu wollen, so seltsam es ihr auch vorkam.
Mittlerweile sah Auria sich zwischen den Wolken wieder.
Sie war den Vögeln noch nie so nah wie in diesem Moment.
Sie flog weiter als sie jemals gereist war und nur ihre Neugier schien die Entfernung die sie zurücklegte bestimmen zu können.
Sie zwang sie weiter von Zuhause weg.
Einige Meilen entfernt tat sich eine bergige Landschaft auf. Der Wald der sich über die Berge zog, bat einen außergewöhnlichen Anblick. Durch das dichte Gewirr von Ästen und Blättern hatte Auria keine Möglichkeit hindurchzuspähen. Die Ungewissheit über das Verborgene unter dem Blätterdach zog Auria näher zu dem grünen Teppich unter ihr.
Zwischen den Baumkronen trat in sanften Schüben dichter Nebel hervor.
Auria hatte den Eindruck, dass der Wald atmen würde. Sie näherte sich den Baumwipfeln weiter und sah sich im nächsten Augenblick gefangen zwischen den dichten Nebelschwaden. Sie drehte sich hektisch herum doch verlor aber schnell die Orientierung.
Auria ergriff Panik.
Plötzlich schlug ihr ein Ast ins Gesicht und sie begann zu fallen. Sie fiel, schneller und immer schneller. Das sagte ihr das nicht zu verdrängende Ziehen in ihrem Rücken und der Wind der ihr durch das Gesicht fegte.
Das starke ziehen ließ ein wenig nach, doch sie stürzte immer noch. Auria versuchte verzweifelt irgendwo halt zu finden, rutschte jedoch sofort wieder von den ästen ab, die sie ergriff. Trotzdem fiel sie immer langsamer. Es schien fast so als wollten die Äste und Zweige sie auffangen.
Selbst die dünnsten von ihnen gaben nur so schwerfällig wie möglich nach. Doch dann waren da keine Äste mehr. Der Boden jedoch noch viele Schritt entfernt.
Mit einem dumpfen Geräusch landete Auria auf dem Waldboden.
Ein leises Rascheln ging durch die Baumkrone. Eine schlanke Hand fand schnell einen sicheren Griff und zog ihren Besitzer in die Astgabel. Das goldblonde Haar fiel ihr ins Gesicht während Isdalia in die Astgabel stieg. Mit einer anmutigen Kopfbewegung wirbelte es umher und gab den einigen wenigen Sonnenstrahlen den Weg auf ihr zartes Gesicht frei. Ein letzter Griff zu einem höher gelegenen Ast ließ Isdalia geschwind noch höher steigen, bis sie schließlich platz auf einem geeigneten Ast fand. Nun saß sie mitten in der Krone der riesigen Buche. Es war einige Jahre her, dass sie an diesem Ort war.
<Viel zu lange ist es her… Viel zu lang…> Flüsterte Isdalia leise zu sich. Die Bäume hatten seit ihrem Fortgehen nichts von ihrer majestätischen Ausstrahlung verloren. Sie strahlten eine ungemeine ruhige Stärke aus, so dass Isdalia sich schon immer in ihrer Anwesenheit geborgen fühlte.
So war sie nach all den Jahren endlich zurückgekehrt. Isdalia wurde traurig je weggegangen zu sein. War der Wald doch immer ein gutes Zuhause für sie und die Ferne nie ein Ersatz für die Lebensfreude die sie an diesem Ort doch immer so besonders stark empfand. Das leise Rascheln der Blätter und der Duft des frischen Laubs sprach für sie eine der wundervollsten Sprachen der Welt.
<Es ist doch wunderbar zuhause zu sein.>
Isdalia entspannte sich und träumte ein wenig vor sich hin.
Einige Vögel setzten sich in ihre Nähe und begannen zu singen. Und auch Isdalia sang ein kurzes Lied.
Die Melodie wurde jedoch jäh gestört. Ein lautes Krachen ließ Isdalia aufschrecken, und ein Schatten stürzte durch das dach aus Blättern und Zweigen gerade mal einige Schritt von ihr entfernt.Isdalia hörte nur einen dumpfen Ton der aber schon alles verriet. Etwas war auf den Waldboden gefallen. Einen Augenblick später sah sie was es war. Es war ein junges Mädchen
Wie lange sie dort verweilte vermochte sie nicht abzuschätzen, doch sie regte sich wieder. Auria tat einen tiefen Atemzug. Der Geruch des Waldbodens stieg in Aurias Nase. Er kam ihr auf eine seltsame Art und Weise vertraut vor, doch sie konnte einfach nicht sagen warum.
Das junge Mädchen lag noch immer auf der Schicht aus rotbraunen Blättern bis es sich auf den Rücken drehte um das wahre Ausmaß des Waldes und ihres Sturzes zu bestaunen.
Ihre Blicken wanderten an den atemberaubenden Stämmen hinauf. Stämme die so dick waren das noch nicht einmal ihre Familie ausreichen würde um den Baum gemeinsam mit den Armen zu umschließen.
Die Borke der Bäume war außergewöhnlich glatt, die Bäume waren hier nicht durch Naturgewalten oder Tiere gezeichnet. Sie fühlte mit ihrer Handfläche an dem nächsten Baum entlang und ihr erster Eindruck bestätigte sich.
Diese Bäume fühlten sich so makellos an. Als würde eine Haut ihren Stamm umspannen. Erneut blickte Auria nach oben.
Die Größe der Baumstämme hatte sie bereits beeindruckt. Und das was ihr jetzt geboten wurde überstieg mühelos ihre bisherige Vorstellungskraft. Sie stand in einer lebenden Halle.
Die Bäume formten mit ihren Ästen, Zweigen und Blättern ein Dach, durch das nur das Licht zu dringen vermochte.
Es lag nach Aurias Schätzung mindestens 30 Meter über ihrem Kopf. Umso erstaunter war sie als sie darüber nachdachte, dass sie ja den ganzen Weg bis auf den Waldboden gefallen sein musste.
Die warmen Sonnenstrahlen die es schafften durch das Geflecht aus Ästen und Blättern zu stoßen, zauberten ein fantastisches Muster auf den farbreichen Waldboden.
Auria war mittlerweile aufgestanden. Der Boden auf dem sie lief, war weicher als jedes Moos, dass sie kannte.
Die Blätter waren auch nicht verrottet sondern bildeten eine riesige Decke über den Wurzeln der Bäume. Das Muster schimmerte über den Boden und Aurias Körper. Es ließ Auria einige Momente nichts anderes tun als es zu bewundern.
Sie atmete nur noch leicht. Jeder Luftzug den sie nahm brachte sie dazu tiefer einzuatmen und
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Kommentare
Trauriger Autor schrieb am 2007-04-14 18:35:35:
Menno, schon so lange drin und noch kein Kommentar...=(
=)
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