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Kategorien > Science Fiction > Utopie

Der große L.

von Wildhias

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Der große L:


Der große L für Alle!
Beweisstück P:
An Y

Der große L. für Alle!

Lieber Freund wie geht es dir in der Ferne? Hast du die erhoffte Beförderung schon erreicht? Bei deinen Qualitäten habe ich keine Zweifel daran, du warst stets ein Kämpfer und wirst auch hier, wie jedes mal bestehen. So gern erinnere ich mich an die alten Zeiten mit dir. Wenn wir uns auch in den letzten Monaten nicht oft sahen, so wusste ich stets, dass ich in dir einen verständigen Kamerad besitze, dem ich alles anvertrauen kann. Genau diese Qualitäten von dir sind jetzt gefragt. Du musst wissen es geht mir nicht wirklich gut, äußerlich ist alles in bester Ordnung, nur sind es wiedereinmal innere Dämonen die die mich unsinnigerweise bis aufs Blut quälen. "Die wahren Feinde kommen immer von Innen", hast du stets gesagt, und es ist so war. Nun lass mich dir bitte meine Schwierigkeiten erläutern.

Es scheint heutzutage Individuen zu geben, die es nicht zu schätzen wissen, welch ungeheuer segensreiches Geschenk der Große L. für uns alle ist. Tagtäglich schöpfe ich Kraft aus den Gedanken in der selben Zeit und an demselben Ort wie er zu existieren. Noch unsere Urenkel werden dankbar an uns zurückdenken und stolz sein, auf das unter seiner Ägide Geschaffene.

Wehe denen, die aus niedrigen Motiven Zwietracht sähen, nur weil sie zu blind oder taub sind, das göttliche Geschenk des Friedens zu erfassen, das uns unser großer L. tagtäglich bringt. Du wirst vielleicht sagen, wegen ein paar offensichtlich stumpfsinnigen Verrätern, denen alte Legenden, von der sogenannten "Freiheit", der sogenannten "Güte" sowie der so genannten "Vernunft" in Kombination mit viel zu viel überflüssiger Zeit die Erbsenhirne aufgebläht haben, brauchen wir unseren herrlichen Staat noch nicht in Gefahr sehen, dies wäre zuviel Ehre für diese Verkommenen.

Nun das sage ich auch, denn was wäre vernünftiger, als gerade das was der große L. uns lehrt. Wirklich Vernünftige werden ja anerkennen müssen, dass nur er endgültig entscheiden kann, was Freiheit und was Güte ist. Dennoch ist es stets besser den Parasit sofort auszurotten, egal wie lächerlich er ist.

Jetzt wirst du dich vielleicht noch fragen, ich kenne so manche die es würden, wieso mich das dann dennoch dermaßen beschäftigt. Wie jedermann weiß, so magst du vielleicht behaupten, kennt der große L in seiner unendlichen Weisheit längst das Problem und wird vielleicht schon, während ich grüble und einen Brief an dich schreibe, die nötigen Schritte eingeleitet haben um uns weiterhin eine sichere und friedvolle Zukunft garantieren zu können. Auf alle Fälle können wir uns auf ihn verlassen. Was soll ich einfacher Bürger noch groß Sorgen machen. Wenn ich aber diesen möglichen Einwand in keiner Weise rationell widerlegen kann, so muss ich sagen, dass mir dieses Thema vor allem aus Wut und Entsetzen nicht aus dem Kopf geht. Es ist sicherlich nicht als Geringschätzung gegenüber dem großen L. anzusehen, wenn mich die Sorge um unseren Staat und unsere Zukunft nicht schlafen lässt.

Des Nachts erwache ich jetzt oft schweißgebadet, röchelnd nach Luft schnappend, ich spüre noch wie durch irgendeinen Schrecken mein Herz ungehemmt gegen meine Rippen pocht. Die Inhalte der Träume variieren stets, dieses schreckliche und unbestimmbarae Gefühl, dass alles nicht mehr sei, ist aber eine zernichtende Konstante. Oft träume ich von denen, die nicht mehr sind, unseren tapferen Pionieren in der alten Zeit. Ich sehe ihre Gesichter, noch im Delirium zwischen Schlaf und Erwachen, es sind jene die für die gerechte Sache ihr Leben geopfert haben. Jene die für unsere Zukunft ihr Blut hingeben haben. Dank ihnen können wir heute in Frieden Leben. Sie wussten wie gut und wie richtig die Sache des großen L. ist, wir müssen sie ehren, einfach indem wir in der von ihnen mitgeschaffenen Welt, die ja nichts anderes als "Die Beste aller Welten" ist, tagtäglich leben, die Gesetze befolgen und ihrer gedenken.

Dann kommen mir wieder jene Undankbaren in den Sinn, die hinter verriegelten Türen und unter Hand, ihr Veräterhandwerk betreiben und über eine "Änderung am Staat" philosophieren. Es schmerzt mich schon der Gedanke an sie. Der Zorn kommt auf - Undankbarkeit! Anmaßung! Verblendung!

Angefangen hat alles, als ich eins ihrer kleinen Bücher entdeckt habe. Es war ein relativ dünnes und sehr altes Buch. Aufgrund der alten Schrift schätze ich es auf gut 50 Jahre. Es lag einfach ganz unscheinbar in der Mülltonne unserer V.E. Die Tatsache, dass ich auf den schon ganz verstaubten und zerfallenen schwarzen Einband keinen Buchtitel sehen konnte machte es interessant für mich. Hätte ich geahnt welch verwerflichen Inhalt es enthält, hätten mich keine zehn Pferde dazu gebracht es mitzunehmen. So aber entschied ich mich es nach oben mitzunehmen und es dort eingehender zu inspizieren.

Wie es mir ging als ich oben angekommen und nichtsahnend den Inhalt des Buchs in Augenschein nahm, kannst du dir sicherlich vorstellen. Es traf mich wie ein Schlag, vergleichbares, habe ich klarerweise niemals zuvor vernommen. Sofort ließ ich das alte Buch fallen, es zerbarst beinahe, einzelne Seiten lagen lose auf den Boden. Schnell beschloss ich die Jalousien herunter zuziehen und die Türe zu verriegeln. Das Adrenalin tobte im Körper, ich konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Schnell vergewisserte ich mich noch, dass jede Beobachtung unmöglich sei. Schließlich siegte die Neugier, ich schaltete das elektrische Licht an, ordnete die losen Seiten des Buchs und begann es an meinen Schreibtisch zu lesen.

Von Beginn an war ich mir sicher, dass dieses ca. 50 Jahre alte Demagogenwerk von den Jungen bzw. den schwarzen Schafen unter den Jungen unserer V.E., vor kurzen noch benutzt worden ist. Als es schließlich, da es vermutlich von Verräterhand zu Verräterhand weitergereicht wurde, vollkommen zerstört war hatte man es in einem Akt der Idiotie einfach auf den Müll geworfen. Seit geraumer Zeit gehen Gerüchte um, dass Jugendliche in unserer V.E. geheime und höchst kriminelle Verhandlungen abgehalten werden. Niemand weiß wirklich viel darüber, naturgemäß will es auch niemand wirklich wissen. Manchen mag gar das Mitleid packen, er denkt, dass die Verführten schon bald, wenn sie älter sind die Unnsinnigkeit ihrer Forderungen einsehen werden. Jedenfalls vermeidet man es im Ganzen darüber zu sprechen, Sobald jemand im größeren Kreis dieses Thema auf warf wurde er mit bösen Blicken seitens der anderen gestraft und verstummte. Einige, können vielleicht eine solche Unbegreiflichkeit gar nicht fassen, und meinen an diesen Gerüchten sei gar nichts dran. Nun ja ich habe nun den Beweis. Am Besten ich zitiere ich zum besseren Verständnis, des an sich Unfassbaren, direkt aus diesem "Machwerk", dass wie ich bereits andeute schon ziemlich alt ist. Ich habe besonders anstößige Stellen heraus gesucht, damit du meine Probleme vielleicht besser verstehst:

"Macht kaputt was euch kaputt macht..............Unser

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Kommentare

Anne schrieb am 2006-07-06 12:51:46:
Schöne Geschichte. Wegen den Rechtschreibfehlern keine sorge Übung macht den Meister
wildhias schrieb am 2006-03-20 16:35:03:
Ich möchte noch anmerken, dass inherhalb des "Buches" in meiner Geschichte, einzelne Sätze aus den Briefen der Weién Rose stammen, alles andere ist natürlich selbst verfasst. Ich bitte auch einzelne Rechtschreibfehler zu verzeihen.

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