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Kategorien > Kinder Geschichten > Fabel & Märchen

Der kleine Tannenbaum

von Rhea

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Der kleine Tannebaum



Vor sehr, sehr langer Zeit, als es noch keine Autos und Fabriken gab, und die Wälder noch sehr dicht waren, stand dort eine kleine Tanne. Sie war so klein, dass ihre Schwestern und Brüder sich stetst über sie lustig machten. Denn sie war nicht nur klein, sondern auch sehr dürr, die Äste waren dünn, und aus diesem Grund, wuchsen auch fast keine Nadeln darauf.
Eines Nachts, zog sie mühsam ihre schwachen Wurzeln aus dem feuchten Waldboden, und wollte einfach fort von hier. Doch sie war noch immer so traurig darüber, dass ihre Geschwister so gemein zu ihr waren, sodass man noch lange ihr leises Schluchzen hören konnte.
Nach einem langen Wurzelweg, war sie so erschöpft, dass sie sich ein ruhiges Plätzchen an einer Lichtung suchte, um die dort vorbei ziehenden Wolken und den Mond anzusehen. Kurz bevor sie ihre Augen schloss und einschlief, flüsterte sie leise in den Wind >Ach, wäre ich doch nicht so klein und dünn. Das wäre so schön, wenn mich die anderen nicht mehr so hänseln würden<.
Doch kaum hat sie das ausgesprochen, kam ein schrecklich starker Sturm auf, und das Mondlicht strahlte mit seiner vollen Kraft auf die kleine Tanne. Und der See, der dort ganz in der Nähe war, schien wie pures Silber zu glänzen.
Am nächsten Morgen, als die ersten Sonnenstrahlen, an ihrer Rinde kitzelten, und sie die Vögel schon fröhlich singen hörte, öffnete sie langsam ihre Augen. Das erste, was sie sah, war ein kleiner Spatz, der sie anblickte und lächelte. >Na los, lach schon, und beschimpf mich, dass ich so klein bin.<, sagte die kleine Tanne. Doch der Spatz erwiderte, >Wieso, sollte ich so etwas machen? Du bist die schönste und kräftigste Tanne, die ich je gesehen habe.<
Als sie den Blick vom Vogel abwandte, sich streckte um sich die vielen kleinen Tautropfen auf ihren Nadeln abzuschütteln, und sich nochmals die Lichtung ansah, konnte sie erkennen, dass alle dort stehenden Bäume ihre Köpfe vor ihr neigten.
Nun war sie noch mehr verunsichert, als zuvor, und sie wagte die mächtigen Eichen, und Fichten anzusprechen. >Was hat das zu bedeuten, vor wem senkt ihr denn eure Kronen?<
>Du weißt es nicht? Na vor dir, dein Stamm dick, die Äste so stark jedoch, deine Nadeln, solche habe ich bisher noch nie gesehen, die glänzen in der Sonne wie Silber<. Brummte die Stimme einer prächtigen Eiche.
>Wenn du uns nicht glaubst, blicke doch mal in den See<. Wisperten die zierlichen Stimmen mehrer gut duftenden Wiesenblumen.
Die kleine Tanne, zog mit viel Kraft ihre Wurzeln aus dem Boden, und musste jetzt feststellen, dass diese kräftiger waren. Man konnte nur ein tiefes dumpfes Grollen wahrnehmen, als sie sich zum See bewegte.
Als sie dann noch ihr Bild im Spiegel des Wassers sah, konnte sie ihren Augen kaum trauen, denn was sie dort erblickte, war nicht mehr die kleine magere Tanne, nein, sie hatte sich durch wunderbare Weise in eine mächtige dichte Silbertanne verwandelt.
Sie war so glücklich und freute sich so darüber, dass sie weinte und durch ihre Tränen, bekamen auch andere Tannen den wunderschönen Silberglanz auf ihre Nadeln, weil der Wind diese davon trug........................


........ENDE

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Kommentare

Petersil62 schrieb am 2007-11-02 19:48:32:
Für eines deiner Erstlingswerke gar nicht so schlecht - Bleib am Ball - Gruß P.

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