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Kategorien > Grusel > Kurzgeschichte

Der lachende Mann

von PeterSchmitt

1

Das Kind hatte Angst.
Es war dunkel, doch nicht davor hatte das Kind Angst.
Wirre Formen aus Schatten wirkten wie Messerklingen die auf das Bett gerichtet waren, in dem es lag. Geräusche, die man eigentlich nicht hören konnte, nur wenn alles andere ganz still war, wirkten laut und wie eine nicht artikulierte Drohung. Doch auch davor hatte das Kind keine Angst.
Es hatte Angst vor dem lachenden Mann. Er war fast ganz im Dunkel und nicht zu erkennen. Nur seine hintere Kopfhälfte ragte eben noch ins Licht des Mondscheins.
Jetzt aber war der kleine runde Schemen weg. Das Kind hatte Angst, denn es hatte ganz genau gesehen wie sich der Umriss bewegte. „Nein, Puppen können sich nicht Bewegen, das ist nur Einbildung“, sagte es zu sich selber. Aber wo ist er dann hin? Er war eben noch hier. Wie um das Grauen noch zu unterstreichen frischte der Wind auf und machte leise pfeifende Geräusche um das Haus. Die Schatten bewegten sich immer noch gleichmäßig. Oder sie bewegten nicht nicht, im Dunkeln konnte man das nicht so genau sagen.
Die Stelle an der der lachende Mann gesessen hatte wirkte in ihrer Unscheinbarkeit so gefährlich wie dunkelsten stellen im Zimmer. Das Kind lag völlig regungslos, um nicht das kleinste Geräusch zu erzeugen, und auch weil es starr war vor Angst. Das Kind horchte angestrengt in den Raum nach Geräuschen die nicht normal waren. Aus Angst wurde Grauen, als die Geräusche immer weniger zu werden schienen. Nur der leise Windhauch war noch zu hören.
Das Kind konzentrierte sich auf das leise säuseln. Es bildete sich sogar ein einen leichten Windhauch zu spüren. Jetzt war es sich ganz sicher etwas gespürt zu haben. Ganz langsam drehte es den Kopf auf die andere Seite.
Zuerst sah es nur Schwärze. Aber langsam konnte es einen schwachen Umriss erkennen. Das breite Grinsen war zuerst nur zu erahnen, doch als sich die Augen des Kindes ans Dunkel gewöhnten erkannte des den lachenden Mann. Das Kind war nicht fähig zu schreien, oder sich auch nur zu rühren.
„Hallo du, kannst du nicht schlafen?“, hörte es eine Stimme die wie ein Grinsen klang. Das Kind dachte nur: „Geh weg, dich gibt es gar nicht.“
„Natürlich gibt es mich“, erwiderte der lachende Mann amüsiert, „oder stehe ich nicht gerade vor dir?“
„Nein, du sitzt immer noch auf dem Schrank wo du immer warst, weil dich seit Jahren keiner weggetan hat“, dachte das Kind.
„Doch, du hast mich da weggetan. Immer wieder tust du mich weg, im deinem Kopf. Du wirfst mich weg; du willst mich los haben weil du Angst vor mir hast. Aber du traust dich nicht mich weg zu werfen weil du mich dann nicht mehr im Blick hast, nicht mehr weißt wo ich bin.“
„Ich weiß wo du bist! Ich weiß wo du bist!“ wiederholte das Kind immer wieder im Kopf. „Ich weiß wo du bist, du bist auf dem Schrank. Du bist auf dem Schrank, nur in meiner Fantasie stehst du direkt vor meinem Gesicht und grinst mich an“
„Was macht das für einen Unterschied?“
„Du bist nicht echt! Du bist nicht echt“, versuchte das Kind im Kopf die Stimme des lachenden Manns zu übertönen. Doch da es vor Angst unfähig war zu sprechen hörte es die Stimme der Puppe immer noch deutlich.
„Kleiner Mensch, du hast so viel Angst. Angst vor mir, Angst vor dem Alleinsein; du hast sogar Angst vor der Angst. Das was wirklich gefährlich ist erkennst du noch nicht. Das was wirklich Gefährlich ist, ist deine Angst selber. Merk dir das, sonst muss ich wiederkommen.“
Die Umrisse der Puppe wurden wieder zu Schemen und mehr und mehr vom Dunkel verschluckt. Das Kind schloss die Augen und machte sie vor dem nächsten Morgen nicht wieder auf.

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Kommentare

blutige Mary schrieb am 2010-11-15 12:00:34:
ja Ok kommt zu mir in den wald
Bene schrieb am 2010-09-19 11:30:14:
Eine sehr traurige Geschichte des kleinen Kind,ist das Kind tot,weil er die Augen nicht mehr offnet.
roo sabbath schrieb am 2010-08-08 15:13:59:
wunderbar - aber wo ist das ende der geschichte :)

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