Der letze Schnitt
von
Private Suicide
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Sie hielt die Augen geschlossen. In der einen Hand hielt sie den silbernen Ring, welcher an einer Kette ruhte, mit der Anderen hielt sie sich am rostigen Geländer fest. Der Abendwind spielte mit den weichen, braunen Haaren. Chris stand auf dem Dach. Blut rannte über ihre Arme. Ein weiterer Schnitt! Eine weitere Narbe. Doch dieser Schnitt war sonderbar. Er war nicht wie die Anderen. Er war schmerzerfüllter. Er war tiefer. Er war der letzte, denn nun stand sie dutzende Meter über der Erde. Chris erkannte mit Mühe, die Personen unter ihr. Die glühende Abendsonne brannte auf der weichen Haut. Die Ritzer leuchteten Neonrot. Man sah das Blut, bei jedem Herzschlag, unter ihnen pulsieren. Chris drangen die Tränen, durch die geschlossenen Lieder. Die Maskara blutete und ihr Schwarz rannte mit einer dunklen Vorahnung ihre Wangen runter. Sollte sie diesen letzten Sprung wagen? Die Kirchenglocken rissen sie aus ihrem Traum. Chris schwieg. Wo waren ihre Freunde? Wo war er? Sie brauchte sie jetzt so sehr, doch er war das Wichtigste. Sie blickte in die Menschenmenge unter ihr. Wie arm waren doch die Menschen. Sie waren so fröhlich, so hoffnungsvoll. Sie glaubten an das gute Ende. Sie verschlossen ihre Augen gegenüber der Realität. Chris lachte. Die Tränen waren nun nicht mehr aufzuhalten. Sie liefen ihre Wangen hinunter und zerbrachen am Boden. Eine nach der Anderen. Der Wind flüsterte ihren Namen. Chris konnte nicht mehr. Sie ließ sich auf ihre Knie fallen. Nun kniete sie auf dem kalten Zementboden. Sie nahm ihr Messet raus. Die polierte Klinge glänzte in der untergehenden Sonne. Chris umfasste diese mit ihrer Hand. Sie spürte nichts als sie zudrückte. Das Blut floss aus der geballten Faust. Erst nach einigen Minuten ließ sie los. Das rotgefärbte Messer viel zu Boden. Chris unterdrückte einen Schrei. Das harte Metall war bis zum Knochen vorgedrungen.
Jetzt vermischten sich ihre Tränen mit Blut. Siehst du was du mir angetan hast, Dennis, schrie sie immer wieder.
All die verdammten Lügen, all die leeren Versprechungen…
Immer mehr Blut floss aus der zusammengedrückten Handfläche. Chris schluchzte und heulte.
All die nutzlosen Küsse…
Chris presste die Hand auf den Beton. Eine Hand aus Blut entstand. Ihre Gedanken zerbrachen, ihr Herz starb aufs neue. Chris stand auf. Sie schlich zum Geländer. Seelenruhig und ohne Hysterie kletterte sie rüber. Mit einer wahnsinnigen Gleichgültigkeit starrte sie auf die leeren Gassen. Das Abendrot wurde zu einem nächtlichen Violett. Sie stand ein Schritt vor dem Abgrund. Einem lausigem Schritt der sie von Tod entfernte. Der Lösung ihrer Probleme. Sie holte tief Luft und… der kalte Ring strich über ihren Hals. Tränen stiegen ihr in die Augen. Es tut mir leid, flüsterte sie immer wieder. Sie konnte nicht springen. Sie konnte ihre Freunde nicht alleine lassen. Sie war stark, doch nicht stark genug. Noch nicht. Sie würde nicht sterben. Zumindest heute nicht…
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Kommentare
laura.bertram@lg-bs.de schrieb am 2007-09-30 14:46:12:
Ey ich mag solche STORYS voll....vor allem weil ich selbst nicht imma glücklich bin...:'(
mfG Laura
sina schrieb am 2006-12-13 17:13:10:
hey gefällt mir echt gut!großes lob...man fühlt den scmerz richtig mit!
loona schrieb am 2006-11-06 21:33:23:
Tolle Kurzgeschichte! Mach weiter so.
Raxba kevinstranzke@augustakom.net schrieb am 2006-11-06 18:57:39:
Hat mir gefallen :)
Jules schrieb am 2006-11-04 21:43:26:
Hallo!
Erstmal, respekt!
Die Geschichte ist sehr gut geschrieben, tolle Bildersprache!!:)
Ich schreibe selbst Geschichten mit solchen Themen, und habe schon viele dieser
Art gelesen, aber deine hat mich echt Beeindruckt!
Hoffe du bleibst beim schreiben!!
LG Jules
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