Der letzte Engel
von
Milly
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Der letzte Engel
Prolog:
„Siehst du die Sterne, mein Kleines?“, Großmutter Mary deutete aus dem Fenster. Der Himmel war pechschwarz und der silbern glänzende Vollmond beleuchtete die Straße. Rundherum blinkten kleine Sternchen. „Ja, Granny! Sie sind wunderschön. Irgendwann wenn ich groß bin, hole ich einen für dich und Mami vom Himmel!“, sagte das kleine Mädchen und gähnte. Mary setzte sich zu ihr an die Bettkante. „Aber Liebes, hat dir das noch niemand gesagt? Man darf die Sterne nicht vom Himmel holen! Sie sind dort zu Hause!“, erklärte Mary und streifte dem Mädchen sanft eine Locke aus dem Gesicht. „Man erzählt sich, die Sterne seinen Engel, und sie leuchten nur, wenn sie glücklich sind.“ „Aber Granny! Dann sind die Engel ganz schön unzufrieden! Als du letzte Woche da warst, waren es noch mehr Sterne!“ „Ach mein Schatz“, seufzte Mary und versuchte dennoch zu lächeln, „Du wirst sehen! Es wird alles wieder gut werden. Und schon bald leuchten sie alle wieder! Und jetzt schlaf´ schön!“ Sie gab ihrer Enkelin einen Gutenachtkuss und verließ das Zimmer. „Es wird alles wieder gut“, flüsterte sie im Hinausgehen. Das Mädchen hatte damals die Sorgen ihrer Großmutter noch nicht verstanden. Sanft und sorglos schlief sie ein.
* * *
Halb Sieben. Die aufgehende Sonne hatte den Himmel in ein zartes Rosa getaucht und erleuchtete den Raum in warmen Farben. Unsanft wurde Leyla von einem Mann geweckt. „Steh auf! Ich hab nicht mehr viel Zeit!“ Die junge Frau versuchte sich zu orientieren. Wer war dieser Grobian? Und was wollte er so früh am Morgen von ihr? Es war James. Es war ihr James. 'Er kann morgens immer so zärtlich sein', dachte sie verärgert. „Ich wünsche dir auch einen wunderschönen guten Morgen mein Schatz! Dein weißes Hemd hängt frisch gebügelt im Schrank und den Anzug habe ich gestern aus der Reinigung geholt.“, sagte sie mit ironisch guter Laune, in der Hoffnung, dass James sie weiter schlafen ließe. „Du bist einfach die Beste“, sagte er und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. „Ja, ich weiß. Wann kommst du heute nach Hause?“ , fragte sie. „Ich versuche pünktlich zu sein. Du weißt, bei uns ist zur Zeit viel los...“
James war Wissenschaftler. Manchmal verfluchte Leyla ihn dafür. „Und vergiss nicht! Heute ist dein großer Tag! Ich hol dich um acht ab!“ Mit diesen Worten legte er ein paar Dollarscheine auf den Küchentisch und schloss die Haustüre hinter sich. Leyla seufzte. Mit ihrem großen Tag meinte er ihre Feuerprobe. Den Tag, an dem James ihre Verlobung bekannt geben wollte. Seine ganze stinkreiche Familie wird da sein. Und alle seine hoch intelligenten Wissenschaftskollegen. 'Und die Presse. Vergiss die Presse nicht! Und vor allem nicht, wer du bist! Du bist Leyla Montess, die Verlobte von James Bradley. Und du liebst ihn über alles!' Natürlich liebte sie James über alles. Und für Leyla bestand kein Zweifel, dass er sie auch liebte. Die Klatschzeitungen sahen das aber etwas anders. Immer wieder berichteten sie von ´der neuen Affäre des großen Astronoms James Bradley´ und dass sie es nur auf sein Geld abgesehen hätte.
Leyla stand auf und zog die Vorhänge zurück. Durch die große Fensterwand konnte man über die ganze Stadt sehen. Einige Minuten blieb sie dort stehen und beobachtete den Sonnenaufgang. Dann ging sie in die Küche und machte sich eine Tasse Kaffee. Leylas Blick fiel auf das Geld. Es war ihr unangenehm, wenn James sie bat, sich von seinen Geld ein neues Kleid zu kaufen. Sie mochte ihre alten Kleider. Ohne weiter nachzudenken holte sie eine Dose aus der Küchenschublade. Als Leyla sah, wie viel Geld sich schon angesammelt hatte, war sie erstaunt. Dennoch legt sie die Scheine vom Küchentisch dazu und verstaute ihre Dose wieder. James wusste nichts davon. 'Wahrscheinlich wäre es ihm auch egal', dachte Leyla. Er liebte sie, wie sie war. Es war ihm egal, wie teuer die Kleider waren, die sie trug. Er wollte nur, dass Leyla glücklich war.
Nach dem Frühstück ging sie zum Telefon. „Ashley Montess“, meldete sich eine Frau. „Hi Mum, ich bin´s! Wie geht es dir?“ - „Hallo meine Kleine! Mir geht’s gut. Warum ruft du so früh schon an?“ - „Du musst mir helfen! Hast du Zeit?“ - „Wie? Etwa schon wieder so eine Schnösel – Party?“ Leyla musste schmunzeln. Das liebte sie so an ihrer Mutter. Mrs Montess hielt nicht viel von den Reichen. 'Die können auch kein Gold scheißen' , sagte sie immer. „Mum dieses mal ist es wirklich wichtig! Ich erklär´s dir später... kann ich vorbei kommen? Um eins?“ - „Wann immer du willst, meine Kleine.“ - „Mum! Deine Kleine ist mittlerweile 21!“ Beide lachten. Dann legte Leyla auf.
Pünktlich um eins klingelte Leyla bei ihrer Mutter. Ashley Montess bat sie ins Wohnzimmer, wo schon eine Kanne Kräutertee und ein Teller mit Keksen standen. Auf dem Sofa saß eine ältere Dame, die ein Buch laß. „Granny!“, Leyla stürmte ins Wohnzimmer und umarmte ihre Großmutter. „Hey! Lass sie noch ganz.“, Mrs Montess kam herein. „Lass gut sein, Ash! Die Kleine wollte uns doch noch etwas erzählen, hab ich recht?“, Granny wusste immer sofort, wenn Leyla Sorgen hatte. „Stimmt“, antwortete sie. Sie ließ sich in einen großen Sessel fallen und nahm sich einen Keks. Dann begann sie zu erzählen: „James will heute unsere Verlobung öffentlich bekannt geben und mich seiner Familie vorstellen.“ - „Ja und was ist jetzt genau das Problem?“, fragte ihre Mutter. „Seine Familie ist steinreich... die Presse wird auch da sein! Wenn ich nur den kleinsten Fehler mache...“, Leyla seufzte „Außerdem hat mir James wieder Geld gegeben um mir ein Kleid zu kaufen... Ich hab´s nicht genommen.“ Schweigen. „Und damit hast du auch recht!“, die beiden schauten Granny verwundert an, die sich erst jetzt wieder zu Wort gemeldet hatte. „Was macht das denn für einen Eindruck! Die denken am Ende noch, dass sich unsere Kleine sich nicht einmal etwas zum Anziehen leisten kann! Wir Montess´ sind zwar nicht reich, aber wir haben unseren Stolz! Nein, uns kann man für kein Geld der Welt kaufen!“ Granny stand auf und sagte mit einem Lächeln: „Komm mit, Leyla! Ich glaube, ich hab´ das Richtige für dich!“ Gespannt folgten die beiden Granny ins Schlafzimmer. Dort stand ein großer alter Eichenschrank. Er machte den Eindruck, als wäre er schon seit Jahren nicht mehr geöffnet worden. Vorsichtig drehte Granny den Schlüssel und holte eines der Kleider aus dem Schrank. Leyla fehlten die Worte. Das Kleid war wunderschön. Es war aus feinster Seide in einem zarten Blauton. Es hatte dünne Träger und der Rock fiel glockenförmig auseinander. Es war ein schlichtes Kleid, doch irgendetwas magisches ging von ihm aus. „Es war ein Geschenk deines Vaters, Ashley“, erklärte Granny ihrer Tochter. „Ich habe dieses Kleid nur ein einziges mal getragen. Probier´ es an!“, forderte sie Leyla auf. Und tatsächlich: Das Kleid passte wie angegossen. „Ich will, dass du
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Kommentare
Milly schrieb am 2010-11-14 12:00:04:
nein, eigentlich noch nicht...
bis jetzt hatte ich nur keine Zeit mehr zum weiterschreiben =)
kibzz schrieb am 2010-09-02 16:51:02:
das war jetzt aber nicht schon das ende, oder? :D
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