Der letzte Engel
von
Milly
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einfach so davon! Was soll ich denen da drin denn jetzt sagen?“. In James' Stimme lag Wut und Verständnislosigkeit. Leyla hasste keine Antwort auf seine Fragen. Sie wusste doch selbst nicht, was sie hier mitten in der Nacht auf einer Parkbank machte! Dann musste sie an die Worte von Joy denken. Ob sie nun real war oder nicht: Sie hatte verdammt nochmal recht! Am liebsten hätte Leyla ihren Verlobten angeschrien, doch sie hatte einfach keine Kraft mehr. Die Ereignisse dieser Nacht waren einfach zu verwirrend, als dass sie jetzt noch auf James hätte wütend sein können. Stattdessen sagte sie: „Du warst glücklich, James. Es tut mir leid, aber ich kann das alles nicht!“ Leyla wollte gerade gehen, als sie noch einmal inne hielt. Sie nahm ihren sündhaft teuren Verlobungsring ab und steckte ihn in James' Anzugtasche. Dann drehte sie sich um und ging ohne ein weiteres Wort nach Hause.
Am nächsten Morgen wurde Leyla von Regen geweckt, der laut gegen die Fensterscheiben trommelte. Ihr Nacken schmerzte. Das Sofa war zwar groß, aber keinesfalls zum Schlafen geeignet.
Gutgelaunt schwebte Mary mit einer Tasse Tee ins Wohnzimmer: „Guten Morgen meine Kleine. Ich hoffe, du hast gut geschlafen.“ Nein. Leyla hatte ganz und gar nicht gut geschlafen. Sie hatte James verletzt und ihn vor seinen Kollegen blamiert. Sie hätte es nicht einmal mehr ertragen nach Hause zu gehen, in ihre gemeinsame Luxus-Wohnung. Ihr Leben war jetzt ein Chaos, dass sie wieder in Ordnung bringen wollte. Wie hätte sie nur ruhig schlafen können? Leyla antwortete nicht. Stattdessen Nahm sie einen großen Schluck Tee und kauerte sich mit ihrer Decke auf dem Sofa zusammen, sodass Mary sich neben sie setzen konnte. „Granny, was mache ich nur falsch?“ Große Tränen liefen über Leylas Wangen. „Du machst gar nichts falsch, meine Kleine.“, entgegnete Mary. „James wollte eine Vorzeige-Frau, ohne eigenen Charakter! Er war einfach nicht der richtige für dich. Du hast dich für ihn viel zu sehr verbogen. Es wird Zeit, dass du wieder du selbst wirst. Wo ist meine kleine wilde, ehrgeizige Leyla?“ Beide mussten lachen. Es tat gut mit jemanden darüber reden zu können. Schließlich kam Ashley ins Wohnzimmer. „Guten Morgen, Leyla. Ich hab dein altes Bett für dich frisch bezogen. Du kannst natürlich erst einmal hier bleiben.“ Dann ließ sie sich in einen der großen Sessel fallen und widmete sich einem kleinen Stapel Briefen. Das freute Leyla. Sie hatte schon immer gerne mit Granny und ihrer Mutter in einem Haus gewohnt auch wenn ihre Freundinnen das nie verstanden hatten. Die meisten hatten immer Streit mit ihren Eltern und sind schon früh von zu Hause ausgezogen. Doch Leyla gefiel es in ihrer 'Frauen – WG'. „Hey, der Brief ist für dich!“, sagte Ashley und reichte ihrer Tochter einen Umschlag auf dem mit blauer Tinte in geschwungenen Buchstaben ihr Name stand. Verwundert betrachtete Leyla den Brief. Von wem der wohl sein mag? Eigentlich wusste doch niemand, dass sie hier war. Sie nahm den Löffel von ihrer Untertasse und öffnete mit seinem Stiel dem Umschlag. Als Leyla dem Brief gelesen hatte wurde sie bleich. Schnell stopfte sie das Papier in sein Kuvert zurück und eilte in ihr altes Zimmer. Sie schlüpfte in eine ihrer alten Baggy Hosen und zog ein schwarzes Top an. „Ich muss noch etwas erledigen!“, rief Leyla ins Wohnzimmer und stürmte zur Tür. Im Hinausgehen band sie sich ihre langen Locken zu einem hohen Pferdeschwanz zusammen. Dann eilte sie die Straße entlang.
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Kommentare
Milly schrieb am 2010-11-14 12:00:04:
nein, eigentlich noch nicht...
bis jetzt hatte ich nur keine Zeit mehr zum weiterschreiben =)
kibzz schrieb am 2010-09-02 16:51:02:
das war jetzt aber nicht schon das ende, oder? :D
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