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Kategorien > Krimi > Kurzgeschichte

Der letzte Gang!

von Barbara Creep

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Wie schnell die Zeit verrann. Magisch hielten die Zeiger Susans Blick gefangen - tick, tack, tick, tack hallte es in ihren Ohren nach. Viel Zeit blieb nicht mehr.
Vor wenigen Monaten noch glaubte sie am Ziel ihrer Wünsche angekommen zu sein. In Gedanken malte sie sich bereits das luxuriöse Leben aus, fühlte sich wie eine von ihnen, den oberen Zehntausend.
Sie sah zur Uhr, nur noch eine Stunde. Schwermütig dachte Susan an den siebenundzwanzigsten Februar zurück. Der Tag, der ihr Leben veränderte:

Sie befand sich auf der überdachten Veranda, in Strandnähe, und nippte an ihrem Cocktail. Sie hatte alles genau durchdacht und geplant. Schon bald würde der Lebensatem aus seinem Körper gewichen sein, und sie die trauernde Witwe spielen. Einen angemessenen Zeitraum müsste sie sich noch zurückhalten, um die Vorzüge eines wohlhabenden Menschen anschließend umso ausschweifender genießen zu können.
Susan wusste, dass Benjamin den Brief vernichten würde, sobald er sich die Zahlenkombination verinnerlicht hätte. Doch vorher würde er sie anrufen, wie abgesprochen.
Was er nicht wusste, war, dass sie sich ebenfalls als Inhaberin des neu eröffneten Kontos hatte eintragen lassen. Und ganz sicher würde er es auch nicht mehr erfahren!
Der Bankdirektor zeigte keinerlei Bedenken, als Susan ihm die Einzahlung in Höhe von zwei Millionen US-$ in bar überreichte, in einem schlichten braunen Lederkoffer. Höchstwahrscheinlich hatte es ihn auch nicht sonderlich interessiert. Letzten Endes deponierten viele Reiche Schwarzgelder, die sie am Fiskus vorbeischmuggelten, auf den Keys. Benjamins Söhne wussten nichts von dieser Transaktion. Offiziell verweilte sie auf der Insel, um sich auf einer Beautyfarm verwöhnen zu lassen.
Die schriftliche Bestätigung der Kontoeröffnung mit ihrer eigenen Geheimzahl hatte sie sofort vernichtet, nachdem die Ziffern in ihren Gehirnwindungen abgespeichert waren. Der Rest glich einem Kinderspiel.
»Verdammt können Sie nicht aufpassen, Idiot«, fauchte Susan den entsetzt dreinschauenden Kellner an.
Dieser entschuldigte sich mehrfach und säuberte hektisch das Tischtuch. »Es, es tut mir wirklich sehr leid, Madam. Ich bringe Ihnen sofort ein neues Glas«, stotterte der Angestellte verlegen und wunderte sich gleichzeitig über ihre Gereiztheit. Es war doch nur ein winziger Tropfen übergeschwappt, als er ausversehen mit dem Oberschenkel an ihrem Tisch stieß.
»Darauf bestehe ich auch! Außerdem werde ich mich beim Manager über Ihre Ungeschicklichkeit beschweren«, garantierte sie in snobistischem Tonfall. Leise fügte sie hinzu: »Jetzt teile ich aus«, und zupfte demonstrativ an ihrem sündhaft teuren Kleid, das keinen Spritzer abbekommen hatte.
Zu oft musste sie ungerechtfertige Beschimpfungen über sich ergehen lassen. Von angetrunkenen Geschäftsmännern, die glaubten, sich aufgrund ihres Reichtums alles herausnehmen zu dürfen. Damals war sie diejenige, die die Getränke servierte und Anzüglichkeiten sowie unsittliche Berührungen hinnehmen musste. Zu dieser Zeit hatte sie sich geschworen, die Fronten zu wechseln. Und da war ihr Mr. Smith gerade recht gekommen.

Bis zu jenem Tag, als sie ihn kennenlernte, es war der siebenundzwanzigste Februar 2008, arbeitete Susan als Kellnerin in einem gehobenen Restaurant, welches ausschließlich von der vornehmen Gesellschaft und gut betuchten Industriellen aufgesucht wurde. Dank ihres Aussehens und einer intimen Nacht mit dem Manager des Gourmettempels hatte sie es geschafft, einen Angestelltenvertrag zu bekommen.
Benjamin Smith reagierte völlig anders, als sie ihm den Champagner ausversehen über das Jackett goss. Mit seinen knöchernen altersbefleckten Fingern ergriff er ihr Handgelenk und streichelte sanft mit der anderen Hand über ihre Haut, während seine blassgrauen Augen ihr üppiges Dekolleté aufsaugten.
Sie bemerkte sofort, dass er zu diesen lüsternen alten Greisen gehörte. Von einer Kollegin hatte sie kurz zuvor erfahren, dass ihm mehrere Raffinerien in den Staaten gehörten und er seit Jahren alleinstehend war.
Sie entschuldigt sich leicht verärgert und wollte ihm gerade auf seine mit Gicht und Rheuma befallenen Gliedmaßen schlagen, als ihr eine Eingebung in den Sinn schoss.
Ein verheißungsvoller Blick und ein hinreißendes Lächeln genügten. Am selben Abend noch nahm er sie mit in seine komfortable Villa. Es hatte Susan zwar einiges an Überwindung gekostet, ihn aber dennoch nach einigen Gläsern Whiskey zum Höhepunkt gebracht.
Hiernach war sie gleich bei ihm geblieben. Dieser naive alte Mann war geradezu süchtig nach ihren Sexpraktiken, die sie sich jeden Tag aufs Neue ausdachte. Nach nur zwei Wochen bat er sie, seine Frau zu werden. Und sie hatte natürlich sofort eingewilligt. Benjamin war alt, und wenn er plötzlich einem Herzanfall erlag, würde niemand Verdacht schöpfen, dass es kein natürlicher Tod war.
Nur seine beiden Söhne schienen Susans wahre Absichten durchschaut zu haben. Diese waren es auch, die ihren Vater dazu überreden konnten, ihre zukünftige Stiefmutter, vor deren Heirat, einen Ehevertrag unterzeichnen zu lassen, der ihr im Fall einer Scheidung, oder seines Hinscheidens, immer noch eine beachtliche Abfindung einbrachte. Den Rest seines enormen Vermögens wollten die Aasgeier unter sich aufteilen. Zusammen mit dem Geld auf dem geheimen Konto würde Susan dennoch mehr als nur gut über die Runden zu kommen.
Zwar zerriss sich die Oberschicht das Maul über die fünfzig Jahre jüngere Braut und demonstrierte Susan gegenüber deutlich ihre Ablehnung, aber dieses Gerede interessierte sie nicht im Geringsten. Mit ihren dreißig Jahren hatte sie noch ihr ganzes Leben vor sich. Wenn sie Benjamins erst losgeworden war, würde sie in einen anderen Bundesstaat umsiedeln, wo niemand sie kannte. Dafür nahm sie sogar in Kauf, mit ihrem brünstigen betagten Gatten, der alles andere als körperlich anziehend war, das Laken zu teilen.

Als das Handy klingelte, wurde Susan in die Realität zurückgerissen. Auf dem Display erschien Benjamins Nummer. »Darling, ich vermisse dich so sehr«, hauchte sie, während sie die Augen verdrehte. »Hast du den Brief erhalten?«
»Und ich vermisse dich! Wann kommt meine kleine Göttin endlich wieder nach Hause, hm?«, entgegnete er schwer atmend. »Im Moment geht es mir gesundheitlich hervorragend. Wenn du verstehst, was ich meine?« Der alte Mann kicherte.
»Oh ja, ich verstehe dich sehr gut. Mir wird schon ganz heiß bei dem Gedanken, dich verwöhnen zu dürfen«, konterte sie gespielt verrucht, obwohl sie würgen musste. Sie rief sich seinen runzeligen Penis in Erinnerung und schüttelte sich unwillkürlich. »Hast du das Schreiben schon vernichtet?«
»Ich las es gerade«, antwortete Benjamin schnaufend, »und stecke es gleich in den Reißwolf.«
Susan atmete erleichtert auf, der letzte Akt konnte beginnen. »Noch nicht, Darling«, raunte sie in das mobile Telefon. »Bevor ich die Kontoeröffnungsbestätigung zum Postamt bringen ließ, habe ich meinen weichen warmen Körper damit abgerieben, um dir einen kleinen Vorgeschmack auf

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Kommentare

the Ghostman schrieb am 2010-02-10 16:46:24:
sehr sehr schöne Story,hat mir sehr gut gefallen,ich lese so etwas gerne und ab und zu schreibe ich mal selbst eine,bin mal gespannt wann meine hier drin steht.fg,geben sie mal Bescheid wenn eine neue Story von Ihnen hier veröffentlicht wird,würde sie gerne lesen.-meine e-mail. ooghostmanoo@yahoo.de
Ein-guter-Tipp schrieb am 2010-02-07 21:08:10:
Hallo, daß hat zwar nichts mit der Geschichte zu tun, aber ich muß hier mal was loswerden:
Nervt das euch nicht auch, wenn man in den Suchmaschinen nur Angaben findet,
die man nicht gebrauchen kann? Wenn man ein Suchwort eingibt, werden meistens
auf den forderen Plätzen nur irgendwelche Müllseiten angezeigt.
Das muß aber nicht sein, ich kenne jetzt eine Seite, wo man mit einem Klick
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