Der letzte Gang!
von
Barbara Creep
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das zu geben, was dich in Kürze erwartet. Mein Duft haftet doch sicher noch daran?«
»Ich habe deinen aufregenden Geruch sofort erkannt, Schatz«, keuchte er. »Bereits als ich den Umschlag öffnete, inhalierte ich dein aufregendes Bukett, um mich daran zu ergötzen, und malte mir in Gedanken aus, wie du in völliger Nacktheit vor mir kniest.«
Perfekt, sinnierte Susan. »Das hast du gut gemacht, mein kleiner böser Junge. Dafür werde ich dich bestrafen müssen.«
Sie vernahm sein Aufstöhnen. Nun konnte sie den letzten Schritt wagen. »Tue es noch einmal, für mich. Ich möchte hören, wie du mich liebkost.«
Susan lauschte und vernahm im nächsten Moment knisterndes Papier. Ihr Ehemann sog nicht nur ihr Aroma, sondern auch das weiße Pulver ein, welches sie sorgfältig darauf verstreut hatte. Dann atmete er mit einem gurgelnden Geräusch wieder aus.
»Wie geht es dir jetzt?«, fragte sie plötzlich in nüchternem Tonfall.
»Ich weiß nicht. Mir ist auf einmal so … schwindelig«, kam seine gedehnte Antwort.
Es klappt, es klappt tatsächlich, triumphierte Susan innerlich und holte zum entscheidenden Schlag aus. »Du hast Schmerzen, Benjamin. Du hast schreckliche Schmerzen in den Gelenken! Spürst du sie?«
»Ja, ja es tut so weh«, nuschelte der Greis.
»Gut, dann gehst du jetzt ins Bad und lässt die Wanne volllaufen, das warme Wasser wird dir Linderung verschaffen. Und im Anschluss setzt du dich hinein und wartest auf meine Anweisungen!«, befahl Susan. »Hast du mich verstanden?«
Schon seit Jahren litt Benjamin Smith unter schweren Gichtanfällen. Oft genug hatte er sich bei seinen Söhnen darüber beklagt und angedeutet, dass er sich das Leben nehmen würde, wenn er die Schmerzen eines Tages nicht mehr ertragen könne.
»Ja, ich habe dich verstanden«, beteuerte er leiernd.
Sie verfolgte am Hörer, wie ihr Ehemann sich schwerfällig erhob und ins Badezimmer begab. Kurz darauf vernahm sie rauschendes Wasser. Er musste den Hörer beiseitegelegt und sich entkleidete haben. Ein Plumpsen verriet ihr, dass er in den Whirlpool gestiegen war.
Nachdem sein Atem wieder zu hören war, gab sie die entscheidenden Instruktionen durch: »Wenn ich das Wort >Nasus< erwähne, legst du auf, nimmst eine von den Rasierklingen und schneidest dir an beiden Handgelenken vertikal die Pulsadern auf. Du musst dich meinem Willen beugen und kannst dich nicht dagegen wehren!«
»Ich gehorche«, registrierte sie seine monotone Antwort.
Susans Mund verformte sich zu einem schäbigen Grinsen. Sie holte tief Luft, schloss die Augen, zählte bis drei und flüsterte: »Nasus!«
Gleich darauf war das Gespräch beendet, Benjamin hatte aufgelegt. Sie klappte ihr Handy zusammen, legte einen zwanzig Dollar Schein auf den Tisch und begab sich in ihre Suite. Nun musste der schwerste Teil ihres tödlichen Plans ausgeführt werden, warten. Ständig starrte sie nervös zur Uhr. Die Minuten verstrichen wie zäh fließender Honig - Ungeduld breitete sich in ihr aus.
Endlich, zwei Stunden später klingelte das Handy erneut.
Einer ihrer beiden Stiefsöhne, Franklin, gab sich am anderen Ende der Leitung zu erkennen. »Oh Susan, du musst jetzt sehr, sehr stark sein. Bitte setz dich erst einmal bevor ich …«
»Um Gottes Willen, was ist passiert?«, warf sie geübt bestürzt ein. »Du hörst dich so niedergeschlagen an.«
»Er hat es getan, Vater hat sich die Pulsadern aufgeschnitten und ist verblutet. Ich kann es immer noch nicht fassen. Bitte glaube mir, es tut mir unsagbar leid für dich, aber … er ist tot.«
Rasch trennte Susan die dafür auf dem Nachttisch bereitliegende Zwiebel in der Mitte und drückte die Schnittflächen mehrmals auf die Haut unterhalt der Augenpartien, sofort kamen ihr die Tränen. Anschließend presste sie ihre Nase in das beißende Gemüse, sodass die Schleimhäute anschwollen.
»Nein, oh nein«, schluchzte sie näselnd ins Telefon. »Warum hat er das nur getan? Er kann mich doch nicht verlassen, ich liebe ihn doch …«
»Susan, bitte beruhige dich. Ich kann es ja auch nicht verstehen. Aber wir glauben, dass er wieder einen von seinen schlimmen Anfällen hatte. Du musst sofort nach Hause kommen, wir brauchen dich jetzt hier«, sprach Franklin bestürzt und unterdrückte seine von Hass erfüllten Empfindungen.
»Aber natürlich, du hast sicher recht. Ich nehme die erste Maschine, die ich bekommen kann«, äußerte sie sich weinend, während sie weiter die aufgeschnittene Zwiebel unter die Nase hielt. »Ich rufe dich zurück, sobald ich den Anflugtermin habe.«
Sie beendete sie das Gespräch, warf das Knollengewächs achtlos in den Mülleimer und goss sich einen doppelten Cognac ein. »Auf die trauernde, reiche, Witwe«, prostete sie sich selbst zu und leerte das Glas in einem Zug.
Mit geschwollenen Lidern, hinter einer Sonnenbrille versteckt, schritt Susan am darauffolgenden Morgen auf die Passkontrolle zu - ein schwarzer Schleier verdeckte ihr Gesicht zusätzlich. Sie legte ihren Ausweis vor, hielt sich ein Taschentuch an die Nase und wurde sogleich von dem Zöllner in ein angrenzendes Zimmer gebracht.
Sicher hatte der Mann bereits seine Anweisungen erhalten und Franklin würde in Kürze erscheinen. Doch statt des Stiefsohnes betraten zwei ihr unbekannte Männer den Raum.
»Misses Smith? Susan Smith?«, fragte einer der beiden, zog eine Dienstmarke aus der Innentasche seines Jacketts und hielt sie in die Höhe, damit sie einen Blick darauf werfen konnte.
»Ja, die bin ich, aber …«, begann sie, als sie auch schon von dem anderen unterbrochen wurde.
»Misses Smith, Sie stehen unter dem dringenden Tatverdacht, ihren Ehemann, Benjamin Arthur Smith, ermordet zu haben und sind somit verhaftet«, sagte dieser selbstsicher und fuhr fort: »Sie haben das Recht zu schweigen. Alles was sie jetzt sagen, kann gegen sie verwendet werden.«
»Aber das muss ein Irrtum sein«, stammelte Susan völlig überrascht. Ich habe doch erst gestern von seinem Tod erfahren, und da war ich noch auf den Florida-Keys. Ich bin eben erst angekommen.«
»Wenn Sie sich keinen Anwalt leisten können, wird Ihnen ein Plichtverteidiger gestellt«, unterbrach der Beamte sie unbeirrt, während die Handschellen auf ihren Rücken einrasteten.
Mehr bekam Susan nicht mehr mit, ihre Gedanken überschlugen sich. Wie konnten sie ihr nur so schnell auf die Schliche gekommen sein? Nein, das ist unmöglich! Sie haben keine Beweise, ich habe ein wasserfestes Alibi, redete sie sich ein. Verwirrt ließ sie sich widerstandslos abführen und zu einem vor dem Flughafen abgestellten Fahrzeug bugsieren.
Nach zehnminütiger Fahrt stoppte der Wagen. Anschließend brachten die Männer sie in ein kleines Zimmer auf dem Polizeipräsidium. Der Beamte, der sie hineingeführt hatte, nahm ihr die Handschellen wortlos wieder ab und verließ den Raum. Susan sah sich bestürzt um und setzte sich schließlich auf einen der Stühle.
Nach einigen Minuten betrat ein weiterer unbekannter Mann den Verhörraum, ließ sich ihr gegenüber nieder, platzierte ein Diktiergerät in der Mitte des Tisches und betätigte den Abspielbutton.
Unwillkürlich klappte Susans Unterkiefer herunter
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Kommentare
the Ghostman schrieb am 2010-02-10 16:46:24:
sehr sehr schöne Story,hat mir sehr gut gefallen,ich lese so etwas gerne und ab und zu schreibe ich mal selbst eine,bin mal gespannt wann meine hier drin steht.fg,geben sie mal Bescheid wenn eine neue Story von Ihnen hier veröffentlicht wird,würde sie gerne lesen.-meine e-mail. ooghostmanoo@yahoo.de
Ein-guter-Tipp schrieb am 2010-02-07 21:08:10:
Hallo, daß hat zwar nichts mit der Geschichte zu tun, aber ich muß hier mal was loswerden:
Nervt das euch nicht auch, wenn man in den Suchmaschinen nur Angaben findet,
die man nicht gebrauchen kann? Wenn man ein Suchwort eingibt, werden meistens
auf den forderen Plätzen nur irgendwelche Müllseiten angezeigt.
Das muß aber nicht sein, ich kenne jetzt eine Seite, wo man mit einem Klick
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