Der letzte Gang!
von
Barbara Creep
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und sie erstarrte in der Bewegung. Ihre Gesichtsfarbe wechselte von blass bis Rot und schließlich aschfahl, während sie ihrer eigenen Stimme folgte. Sie kannte den Inhalt des Telefonats genau, erst gestern hatte sie es mit Benjamin geführt, kurz bevor er starb. Aber wie war das nur möglich? Und vor allem, wer hatte es aufzeichnen lassen?
»Gestehen sie Misses Smith, leugnen ist sinnlos!«, versicherte der Cop und sah ihr eindringlich in die Augen. »Wir wissen von ihrem Ausflug nach Jamaika. Wir haben das Datum und die Uhrzeit, als sie den Voodoopriester aufgesucht und das teuflische Pulver beschafft haben. Wenn Sie jetzt ein Geständnis ablegen, könnte sich das möglicherweise auf das Strafmaß auswirken.«
Susan überlegte fieberhaft, brachte jedoch kein Wort heraus. Sie wusste nicht, was sie zu ihrer Verteidigung hätte antworten sollen.
»Die Obduktion ihres Mannes«, fuhr der Polizist unbeirrt fort, »brachte uns das entscheidende Indiz. Es wurden Rückstände eines bestimmten Giftes im Körper des Verstorbenen gefunden. Solche Mischungen werden auch heute noch bei gewissen Ritualen des Voodookultes verwendet. Es wirkt wie Hypnose, aber das wissen Sie ja bereits. Wir können nur noch nicht beweisen, wie sie es ihm verabreicht haben, also …«
Susan, die sich inzwischen wieder in der Gewalt hatte, dachte angestrengt nach. Außer Vermutungen konnten sie ihr nichts nachweisen. Und eine illegale Tonaufnahme besaß vor Gericht keine Gültigkeit. »Ich verlange einen Anwalt«, warf sie trotzig ein. Danach schwieg sie.
»Das ist Ihr gutes Recht, aber wir werden es sicher auch ohne Ihre Hilfe herausfinden. Es wird nur etwas länger dauern. Ich versichere Ihnen jedoch, dass wir es schaffen werden!«
Anschließend wurde sie in eine Zelle gesperrt. Doch statt des gewünschten Familienanwalts, den sie kontaktiert hatte, betrat ein fremder Strafverteidiger ihre spartanisch eingerichtete Behausung, die nur aus einem schäbigen Pritschenbett, einem Tisch, einem Stuhl, einem Waschbecken und einer Toilettenschüssel bestand. Dieser erklärte, dass niemand außer ihm ihre Verteidigung übernehmen wolle, und riet ihr zur Zusammenarbeit.
Abrupt verlor Susan die Beherrschung und ließ die Schultern hängen - damit hatte sie nicht gerechnet. Und schon am nächsten Tag brach ihr Lügengerüst gänzlich in sich zusammen.
Wieder wurde sie von einem Wärter in den Verhörraum geführt. Derselbe Detektive, der ihr am Tag zuvor das aufgenommene Telefonat demonstriert hatte, war bereits anwesend und bat sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht Platz zu nehmen. In einer Hand hielt er einen großen rechteckigen Umschlag.
Susan setzte sich und starrte nervös auf das Kuvert. Als der Beamte es schließlich öffnete und ihr ein Dokument aus unzähligen zusammengesetzten Papierschnipseln vor Augen hielt, schloss sie die Lider und sackte auf dem Stuhl zusammen.
»Sie kennen dieses Schriftstück doch sicher«, sprach der Staatsdiener und sah sie erst an. »Ihr Stiefsohn, Mr. Franklin Smith, ließ Sie seit geraumer Zeit beschatten. Er ließ auch die Wanzen in sämtliche Telefonanlagen ihres Mannes einbauen. Unsere Mitarbeiter haben die ganze Nacht damit verbracht, die Einzelteile im Auffangbehälter des Aktenvernichters zu sortieren und anschließend wieder zusammenzusetzen. Und nun raten Sie mal, wessen Fingerabdrücke darauf sind?«
Susan hob langsam den Kopf und starrte ihm resigniert in die Augen.
»Wir fanden auch noch Rückstände des weißen Pulvers daran, welches Sie gründlich darauf verteilt haben, bevor sie es an ihren Mann schickten. Den Absender muss ich sicher nicht erwähnen, oder?«
Daraufhin war sie in Tränen ausgebrochen und hatte den heimtückischen Mord an ihren Ehemann gestanden.
Und nun hockte Susan in ihrer schmalen tristen Zelle und wartete verbittert auf den Scharfrichter. Mit zitternden Fingern berührte sie die kahle Stelle auf ihrem Kopf. Geistlichen Beistand lehnte sie ab, sie hatte nie an Wunder geglaubt. Mit verschleiertem Blick sah sie erneut zur Uhr. In Kürze würde sie in der Hölle schmoren. Schluchzend schloss Susan bei dem Gedanken an den elektrischen Stuhl, der gerade für sie vorbereitet wurde, die Augen.
Die Zeiger schritten gnadenlos voran, unaufhaltsam drehten sie ihre Runden. Noch neunundfünfzig Minuten, dreißig, eine Minute. Das Öffnen ihres Verlieses im Todestrakt ließ sie zusammenfahren. Anschließend trat sie schweigend auf den Flur und blickte in die versteinerten Gesichter der Anwesenden. Ihr letzter Weg begann!
ENDE
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Kommentare
the Ghostman schrieb am 2010-02-10 16:46:24:
sehr sehr schöne Story,hat mir sehr gut gefallen,ich lese so etwas gerne und ab und zu schreibe ich mal selbst eine,bin mal gespannt wann meine hier drin steht.fg,geben sie mal Bescheid wenn eine neue Story von Ihnen hier veröffentlicht wird,würde sie gerne lesen.-meine e-mail. ooghostmanoo@yahoo.de
Ein-guter-Tipp schrieb am 2010-02-07 21:08:10:
Hallo, daß hat zwar nichts mit der Geschichte zu tun, aber ich muß hier mal was loswerden:
Nervt das euch nicht auch, wenn man in den Suchmaschinen nur Angaben findet,
die man nicht gebrauchen kann? Wenn man ein Suchwort eingibt, werden meistens
auf den forderen Plätzen nur irgendwelche Müllseiten angezeigt.
Das muß aber nicht sein, ich kenne jetzt eine Seite, wo man mit einem Klick
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