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Kategorien > Love Story´s > Nachdenkliches

Der rote Schnee

von Scream

Eine Frau sitzt alleine an einem Fenster. Das Fenster gehört zu einer einsamen Berghütte. Nur wenige Feriengäste hatten dort Platz. Sie schaut raus und sieht eine wunderschöne, friedliche Winterwelt. Aber der Schnee den sie sieht ist schwarz.
Die meisten Menschen sehen weissen Schnee. Das sind Menschen die durch Ihr Leben gehen, ohne grosse Pausen um das kleine Glück zu sehen. Sie laufen dem grossen Glück hinterher. Sie sind schon oft glücklich, aber immer auf der Suche, immer auf der Jagd. Sie finden keine Ruhe.
Dann gibt es Menschen, die (wie diese Frau) schwarzen Schnee sehen. Die Frau heisst Billi. Billi sieht schwarzen Schnee, weil viel schlimmes in ihrem Leben passiert ist. Billi?s Schnee war lange weiss. Langsam wurde er immer grauer, immer dunkler. Bis er tiefschwarz war. Billi macht die Augen zu, eine Träne rinnt über ihr Gesicht. Langsam tragen Ihre Gedanken sie fort. An einen vergangenen Ort. Sie hört sich lachen. Sie hört ihn lachen. Sie fühlt die Liebe, den Respekt. Sie sieht ihn wie er in der Küche steht und kocht. Eine Strähne seines Haares fällt ihm immer ins Gesicht. Sie sieht sich wie sie ihm die Strähne aus dem Gesicht streicht. Wie sie sich küssen und dann einfach festhalten. Sie fühlt die Harmonie. Beide wissen das sie zusammen gehören. Das Band zwischen ihnen ist stark. Unverwüstlich. Für Billi ist das nicht selbstverständlich. Lange hatte sie Angst. Angst vor Nähe, Angst vor Berührung. Bis sie Florian kennenlernte. Bis sie Florian lieben lernte. Und er sie. Am Anfang verletzte sie ihn oft mit ihren Worten, mit ihrem Handeln. Oft wollte sie allein sein, oft stiess sie ihn von sich. Florian liess sich nicht davonjagen. Er blieb. Er hatte eine unglaubliche Geduld. Er hielt sie wenn sie es brauchte. Er liess sie los wenn ihr Nähe weh tat. Billi bestimmte das Tempo. Und Florian gewann nach und nach immer mehr von ihrem vertrauen. Irgendwann fühlte sich Nähe sogar schön an. Immer seltener stiess sie ihn von sich. Die Angst ging und kam nur selten wieder hervor. Durch die Liebe und das Vertrauen verblassten die Erinnerungen an früher. An die Nächte voller Angst. Die Tage voller Verzweiflung. Alles Vergangenheit.
Den ersten Urlaub verbrachten sie in den Bergen. Im Winter. Nachts kamen sie an der Berghütte an, die sie für 2 Wochen bewohnten. Als sie morgens aufwachten und Arm in Arm aus dem Fenster schauten sahen sie die gleiche wunderschöne, friedliche Winterwelt die Billi jetzt auch vor sich hat. Nur der Schnee, der Schnee war rot!
Nur wenige Menschen sehen in ihrem leben roten Schnee. Florian und Billi sahen ihn.
Roten Schnee sieht man nur wenn man tief in sich ruht. Wenn man liebt, wirklich liebt. Wenn man Achtung und Respekt bekommt und verschenkt. Wenn man keinem grossen Glück nachjagt, sondern durch ein kleines Glück sein grosses Glück gefunden hat. Menschen die roten Schnee sehen sind mit ihrem Leben völlig zufrieden. Auch sie kennen Probleme, die sie aber schnell lösen können, die sie nicht allein lösen müssen. Für Billi und Florian war der Schnee immer rot.
Noch oft verbrachten sie ihren Urlaub zusammen in dieser Hütte.
Einige Jahre vergingen. Billi und Florian stritten sich selten, wenn dann war die Versöhnung immer ein kleines Fest. Sie waren noch immer so glücklich wie am Anfang, gehörten einfach zusammen.
Eines Tages musste Florian für 2 Tage in eine ca. 100 km entfernte grössere Stadt fahren um Verhandlungen für seine Firma zu führen. Florian und Billi verabschiedeten sich an diesem Morgen mit einem langen Kuss. Als Florian schon aus dem Haus war flüsterte Billi leise ein "Ich liebe Dich" durchs Fenster. Sie wusste nicht das es ihr letzter Kuss gewesen war.
2h später standen 2 Polizisten vor der Tür und sagten Ihr das Florian bei einem Autounfall ums leben gekommen ist. Ein betrunkener Mann hatte ihm die Vorfahrt genommen. Als Billi wieder aufwachte lag sie in ihrem Bett, an ihrer Seite ihre Mutter.
Das ist 3 Jahre her. Billi hat das lachen verlernt und kann Florian nicht vergessen. Es tut noch immer so weh. Sie sieht ihn noch immer vor sich als wäre es ein paar Stunden her das er sie küsste und dann aus dem Haus ging und losfuhr.
Eine weitere Träne rinnt Billi über das Gesicht. Durch eine fremde Stimme wird sie aus ihren Gedanken gerissen. Sie weiss nicht was diese Stimme gesagt hat. Als sie hochschaut sieht sie einen jungen Mann vor sich stehen. "Kann ich Ihnen helfen?" Billi denkt das Ihr keiner helfen kann. Aber der junge Mann sieht so lieb und auch ein wenig hilflos aus. Gegen ihren Willen fängt sie plötzlich an zu weinen. Erschrocken setzt sich der junge Mann neben sie und legt leicht eine Hand auf ihre Schulter. Als Billi sich wieder beruhigt hat fangen die beiden ein Gespräch an. Sie erfährt das er Joshua heisst und noch einiges mehr. Einige Male lacht sie sogar. Ein ehrliches Lachen. Als sie Stunden später kurz nach draussen schaut ist der Schnee plötzlich grau. Hellgrau sogar.
Sie verabreden sich für den nächsten Tag und gehen dann schlafen. Mit einem lächeln auf den Lippen schläft Billi ein.
Und vielleicht, ja vielleicht fällt morgen roter Schnee,......

Kommentare

CogitoErgoSummi schrieb am 2006-03-12 08:34:13:
die idee ist klasse, die ungeheure traurigkeit verdammt gut in worte gefasst.
....nur ein paar rechtschreibfehler.
... schrieb:
Wow, irgendwie voll schön... Ich kann Billi ihre Schmerzen nachfühlen, obwohl ich sie noch nie erleben musste... Deine Geschichte macht nachdenklich... Nur der Anfang war ein wenig seltsam geschrieben... Aber ich bin froh, dass ich mich davon nicht hab abschrecken lassen...
LG
Traumtänzerin
susebay@yahoo.de schrieb:
Hallo Scream,
Kompliment zu Deiner Story, mir hat sie gut gefallen. Dein Gebrauch des Bildes vom weissen, roten und schwarzen Schnee fand ich sehr gelungen, man kann lange darüber nachdenken.
Generell machst Du wenig Fehler, ein paar das/dass Fehler, sonst ist es aber ganz ok. Spontan sind mir drei Dinge negativ aufgefallen, wenn man das mal so sagen kann:
1. Nach Deiner schönen Beschreibung, wie toll alles mit Florian ist, wird es mir plötzlich zu sachlich und das liegt an den Zahlen.
"Eines Tages musste Florian für 2 Tage in eine ca. 100 km entfernte grössere Stadt fahren..." ist zu komliziert. "Eines Tages musste Florian für ein paar Tage auf Geschäftsreise..." Wie weit die Stadt weg ist, ob ca. oder nicht, ist total unrelevant und wie groß auch. Man neigt vielleicht dazu eine solche Formulierung zu nehmen, um den Ausnahmezustand der Situation hervorzuheben, aber letztendlich ist es nicht nötig. Beim nochmaligen Lesen kam mir allerdings der Gedanken, dass Du die "2" bewusst als Mittel eingesetzt hast, weil Du sie gleich darauf wieder benutzt:
"2h später standen 2 Polizisten vor der Tür und sagten ihr, dass..." Wenn es auf die Zweisamkeit der beiden hinweisen soll, dann ist das was anderes, aber so stören mich die vielen 2en. Vielleicht: "Es waren knapp zwei Stunden vergangen, als die Polizei an ihrer Tür klingelte..."
2. Billie liegt im Bett, an ihrer Seite die Mutter? Das klingt, als läge sie neben ihr.
3. Der Schluss ist mir zu kurz bzw. zu schnell. Wenn sie (zugegebenermassen 3 Jahre!) trauert, dann finde ich es dennoch ungewöhnlich (auch wenn es Billie vergönnt sei nach der langen Zeit), dass sie selbst von hellgrauem Schnee auf roten hofft. Und das im Laufe eines Tages. Hier hätte ich mir eine behutsamere Ausdrucksweise gewünscht. "Und vielleicht, ja vielleicht fällt morgen wieder Schnee. Neuer Schnee. Nicht mehr schwarz, nicht mehr grau. Vielleicht ist sogar ein bisschen rot mit drin..." Irgendwie in der Art.
Das war's von mir, hoffentlich hilft's, scheib weiter, viele Grüsse, Poersel
Nina-Alice.Greschitz@gmx.at schrieb:
HY!

Deine Geschichte ist dir sehr gut gelungen, vorallem kann ich mitfühlen wie es ist einen Menschen den man liebt zu verlieren! Bei mir starb meine Mutter vor 3 Jahren! Ich hab es bis heute noch nicht überwunden!
Darf ich fragen, ob das eine erfundene oder wahre Geschichte war?
Versuch deine Rechtschreibfehler zu korigieren!
Aber sonst wirklich gut gelungen!

LG NINA
turkuaz208@hotmail.com schrieb:
hey!!
die geschichte ist im allgemeinen gar net mal so schlecht! ich hatte sie erst gar net vor zu lesen ,aber nach den kommentare interessierte es mich doch ein bisschen!!is net schlecht!!
aber jetzt zur kritik : es wär net schlecht wenn du a bissi mehr über die gefühle schreibst anstatt immer nur schnell a farbe vom schnee zu schreibn!!des is eigentlich es anzige!!!hast super gmacht!!!lg romina
biggiL88@yahoo.de schrieb:
hi
die meisten KOmmentare hier sind ja echt positiv, meiner wird dies allerdings nicht .
Die Grundidee fand ich wirklich gut, gefühle mit der Farbe des Schnees zu vergleichen bzw. auszudrücken.
Allerdings gefällt mir persönlich einiges an deinem Schreibstil nicht ( sorry wenn ich das jetzt so direkt kritisiere)
Ich finde den Einstieg nicht gut gewählt, er schreckt schon etwas ab.
Außerdem verwendest du sehr oft den selben Satzanfang nach einander.( In der Mitte z.B. beginnst du sehr oft mit Billi...)

Ist jetzt wirklich nicht böse gemeint.
Wenn du daran noch etwas feilst , kannst du sicher schöne geschichten schreiben , die auch eine Massage haben bzw. ausdrücken.
lieb grüße
Hasilein_S@gmx.de schrieb:
sehr schöne geschichte. kenne solche gefühle, dass es einem die luft nimmt bei zu viel nähe. sprach mich auf der gefühlsebene an.
der anfang könnte vielleicht etwas interessanter geschrieben sein, im stil der restlichen geschichte.
Anna_LOVE_@web.de schrieb:
KRASS!!!!!!!!!!!!
alicia@hotmail.com schrieb:
Also mann kann auch vieles zerreden; es geht um das Gefühl das dieser Text in euch auslösst, und da glaube ich das niemand unberührt bleibt denn man wird mit seiner eigenen Uhrangst konfrontiert, das alleinsein. Ist et besser nie geliebt zuhaben und alleine sein Leben zu meistern, oder lieber Lieben und Leiden.......diese Frage konnte ich mir selber noch nie beantworten, doch jetzt denke ich anders darüber, denn vielleicht fällt ja morgen roter schnee.
kris-bill@web.de schrieb:
Schön,einfach nur schön!

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