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Kategorien > Gedichte > Düsteres

Der schwarze Turm

von Anariel, die Nomadin

1

Der schwarze Turm


Ach es tobt ein wilder Sturm,
um den dunklen Märchenturm,
kalt und glatt, gar so wie Eis,
außen schwarz und innen weiß.

~~~**°**~~~

Bleich wie Mond, schwarz wie Nacht
und tief in mir, ein Tier erwacht.
Wenn laut der Sturm draußen lacht
verfalle ich uralter Macht.

~~~**°**~~~

Tiefe Nacht zieht nahe schon,
klingt im düstrem Glockenton.
Ferne Rufe hallen weit,
hier am Ende aller Zeit

Dort am Horizont so fern,
oh da lebte ich so gern
Beim schönen, schwarzen Turm.
ritt ich laut lachend auf dem Sturm.

~~~**°**~~~

Dort wurde ich auch geboren,
habe Treue dir geschworen.
Bin an dir dann fast erfroren,
brach das Wort und ging verloren.

~~~**°**~~~

Zum Kerker wurde mir der Bau,
meine Stimme klingt nur noch rau.
Brich das Schloss doch endlich ein,
hol mich zurück in deinen Schein.

Doch mein Ruf ungehört verklingt,
in meinem Herz kein Lied mehr singt.
Blieb allein im kalten Turm
und ritt nie mehr den wilden Sturm.

~~~**°**~~~

Spür nichts mehr, fühl nichts mehr
und das Herz ist schrecklich leer.
Drohend naht das Schattenheer.
Angst umschlingt mich so sehr.

~~~**°**~~~

Ging verloren im kaltem Land.
Bin in Schwärze nun gebannt
Hast mein Seelenlicht verbrannt
Geschlagen hat mich deine Hand.

Du warfst mich in den Dreck,
nahmst mir meine Freiheit weg.
Lässt mich liegen dort im Staub,
stellst dich für mein Klagen Taub.

~~~**°**~~~

Doch mich hörte ein andres Ohr,
bevor ich meine Stimme ganz verlor.
Ging für ihn durchs schwarze Tor
und nichts war mehr wie zuvor.

~~~**°**~~~

Durch die Schwärze dieser Nacht,
rief nach mir erneut die Macht.
Ließ mir ein Lied neu erklingen,
Ließ mich nun vom Jagen singen.

Oh in meiner wunden Brust,
erneut lodert alte, wilde Lust.
Entflammt mir meine Seele dann,
befreit mich aus dem alten Bann.

~~~**°**~~~

Ich verfall der alten Macht,
Wenn der Wind mir wieder lacht.
Tief in mir ein altes Sein erwacht
Bleich wie Mond, schwarz wie Nacht.

~~~**°**~~~

Außen schwarz, innen weiß,
kalt und glatt, gar wie Eis,
so steht mein alter Märchenturm
Ich reite wieder meinen Sturm.


©Anariel 11.09.0

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Kommentare

Sharon schrieb am 2010-06-24 18:00:05:
da ist echt schön das gedicht bravo einfach nur super ich habe schon gänsehaut!
=)
The Shadow schrieb am 2009-09-15 15:54:50:
Oh, wie schön, dich gibt es noch.
Was freue ich mich, dich wieder zu lesen.

Von wegen zu lang, mir gefällt das Gedicht sehr gut, gerade auch wegen seiner Länge.
Eintönig ist es mit Sicherheit auch nicht.
Da muss man nur mal richtig lesen, dann bekommt man auch mit, dass das Gedicht eine ganze Geschichte erzählt. Sowas kriegt man nicht auf vier Verse gequetscht.
Der Aufbau ist klasse, das Thema sowieso.

Also mir gefällt dein Gedicht wieder sehr, sehr gut!

LG Shadow
Moonwish schrieb am 2009-09-14 20:30:51:
Ich finde das Gedicht sehr schön und angenehm zu lesen.
Allerdings wird es mit jedem mal eintöniger. Weniger wäre mehr gewesen.
Das Ende finde ich dann aber wieder gut =)
Weiter so!

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