Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Krimi > Thriller

Der sexgeile Heizungsmonteur

von Christian Schulz

1 2 3 4 5 6 7

Der sexgeile Heizungsmonteur


Hartmut lächelte, als er den schmalen, von Blumenbeeten umrandeten Weg zur Haustür mit wuchtigen Schritten entlang schritt. Die Werkzeugtasche in seiner Hand, malte er sich in seinem schmutzigen Hirn schon allerlei aus, was ihn in diesem netten kleinen Haus erwarten könnte. Als er sie gestern gesehen hatte, war ihm fast die Fluppe aus der Schnauze gefallen. Er war gerade dabei gewesen, eine neue Dichtung aufzuschrauben; blickte nur kurz aus dem Arbeitsraum in den Verkaufsraum des Ladens, in dem sein Chef hinter der Theke stand, als er sie erblickte. Blondes langes Haar, eine bis zum dritten Knopf geöffnete weiße Bluse und einen sexy Minirock, so stand sie an der Theke und sagte : „Als ich gestern meine blöde Heizung abdrehen wollte, hatte ich auf einmal den Regler in der Hand. Scheint abgebrochen zu sein, ich krieg ihn jedenfalls nicht wieder drauf! Könnte wohl jemand von Ihnen mal vorbeischauen ?“

Seit fünf Wochen hatte Hartmut diesen Job bei Heizungsinstallateur Friedmann. Friedmann war der Einzige gewesen, der ihm eine Chance gegeben hatte, obwohl er in der Bewerbung das beachtliche Vorstrafenregister mit Unterpunkten wie „Schwere Körperverletzung“ oder „Gefängnisstrafe“ gelesen hatte. Drei Jahre hatte Hartmut von Sozialhilfe gelebt, in seiner dreckigen Bude gehaust wie ein Untier, von einem besseren Leben geträumt. Dieser Job nun brachte ihm immerhin das Doppelte der Sozialhilfe ein, so dass er seinen bescheidenen Lebensstandard zumindest ein wenig verbessern konnte.

Und dann diese Frau! Vielleicht Anfang dreißig, ein wahrer Leckerbissen, dachte Hartmut, als er die kurze Treppe zur Haustür hinaufschritt. Im ersten Stock wohnte sie, zusammen mit drei anderen Parteien in diesem kleinen Wohnhaus; das stellte er fest, als er auf die Klingel blickte. Frau Jasmine Plumonte, allein schon der französische Name war sexy. Natürlich lebte sie allein, das war sonnenklar, sonst wäre sie ja wohl kaum hilfesuchend zum Heizungsmonteur gekommen. Das hatte er sich natürlich vorher überlegt, Kombinieren war nämlich eine von Hartmuts Stärken. Und eine rege Phantasie hatte er auch, er hatte sich schon allerhand ausgemalt, was gleich in dieser Wohnung dort oben passieren könnte.
Er hatte sich sogar extra geduscht heute morgen. Ein Luxus, den sein etwas übergewichtiger Körper seit zwei arbeitsreichen Wochen in der Werkstatt nicht mehr erfahren hatte; und auch ein frisches Hemd spannte über dem etwas gewölbten Bauch. Zum Rasieren hatte er keine Zeit mehr gefunden, doch auf so 5-Tage-Bärte standen Frauen ganz bestimmt, davon war er fest überzeugt, als er seine wulstigen Lippen zu einem Lächeln formte und zwischen den braunen Bartstoppeln blitzende gelbe Zähne zum Vorschein kamen und er auf die Klingel drückte.
Zum Glück hatte der Chef ihn und nicht diesen bekloppten Azubi damit beauftragt, zu Madame Plumonte zu fahren. Und wenn schon, diesem gepuderten Lackel von 25 Jahren hätte Hartmut schon ganz bestimmt klargemacht, wer dort in der Werkstatt der Boss war.
„Meine Faust riecht nach Friedhof!“, das hatte er diesem Weichei schon am ersten Tag unmissverständlich klargemacht, als dieser ihm sagen wollte, was er hier in diesem Betrieb beachten sollte und was nicht. Hartmut war nicht der Typ, der sich etwas sagen ließ, außer natürlich vom Chef, aber das war ja auch eher eine Frage des Geldbeutels als der Hierarchie.
„Wer ist da ?“, ertönte eine glockenhelle Stimme aus dem Lautsprecher. „Äähh, Firma Friedmann, bin wegen Ihrer Heizung hier!“, brummte Hartmuts heisere Bassstimme in die Membran. - „Wunderbar! Ich dachte schon, Sie hätten es heute nicht mehr geschafft!“
Hartmut grinste. Natürlich war er kurz vor Feierabend zu ihr gefahren, er brauchte heute also nicht mehr in das Geschäft zurück, und er hatte sehr viel Zeit mitgebracht. Der Türverschluss summte und er betrat das Haus. Er lächelte, als er das Geräusch einer sich öffnenden Wohnungstür im ersten Stock hörte. Nicht mehr lange und er würde vor ihr stehen. Er warf sich ein Pfefferminzbonbon in den Mund, denn sein Atem war von drei Schachteln Zigaretten, die er heute schon geraucht hatte, nicht mehr sehr frisch, und ein großer Teil des schlechten Atems kam auch von den Zähnen. Außerdem hatte er heute bislang nur ein trockenes Brötchen gegessen, na, da war es ganz normal, etwas Mundgeruch zu haben, sagte sich Hartmut. Und bis die Wirkung des Pfefferminz-Bonbons verflogen war, würde sie schon längst in seinen Armen liegen! Und wenn sie auf die sanfte Tour nicht ansprang, nun, Hartmut würde Mittel und Wege finden, sie zum Gehorchen zu bewegen!

Lange hatte er keine Frau mehr gehabt. Keine einzige, seitdem er aus dem Knast entlassen worden war vor drei Jahren; und was vor dem Knast gewesen war, das schien Hartmut so lange her zu sein wie seine eigene Geburt. Und von den paar Kröten, die er bislang im Monat gehabt hatte, war ein Besuch im Puff eben nicht drin gewesen; drei Viertel des Geldes waren ja schon von der Miete verschlungen worden. Aber gleich würde es wieder soweit sein. Er malte es sich schon seit gestern Abend in den schönsten Farben aus und hatte natürlich auch schon weiter gedacht. Vielleicht gefiel er ihr ja, und so war alles in bester Ordnung. Und wenn nicht...hm, ein wenig Gewalt und Drohungen...so würde sie auch noch weitere Male ihm gehören!

Hartmut setzte seinen linken Fuß auf die erste Treppenstufe und verzog den gemeinen Mund abermals zu einem grässlichen Grinsen. Er schritt die Stufen der sich um 180 Grad windenden Treppe voller Vorfreude hinauf, die schweißnasse linke Hand über das Geländer schiebend, den Arbeitskoffer in der rechten. Und endlich stand er auf dem Flur, die halb geöffnete Wohnungstür nur noch fünf Meter vor sich. Wie groß wohl ihr Bett sein würde, dachte er.

Nichts würde mehr dazwischen kommen können, dessen war er sich sicher. Eine allein lebende Frau, ha, ungefähr in seinem Alter, und wenn er ihr auch noch gefiel... Wie oft hatte er sich an diesem Tag schon vorgestellt, was ihn Wunderbares hinter dieser Tür erwarten würde....
Bestimmt öfters, als er damals zugeschlagen hatte, als er den Schaffner für acht Wochen krankenhausreif geprügelt hatte, da dieser ihm nicht glauben wollte, dass ihm sein Zugfahrschein auf der Toilette ins Klo gefallen war.
Hartmut leckte sich über die gesplissenen Lippen, als er sich der Wohnungstür Meter um Meter näherte. Am besten schnell noch ein Pfefferminz nachwerfen, überlegte er sich und blieb kurz stehen, um die Bonbonrolle aus der Hosentasche seiner Jeans zu ziehen.
„Warum kommen Sie denn nicht herein ?“, hörte er die helle Stimme der blonden Schönheit fragen. „Sekunde“, stammelte Hartmut und trat im nächsten Moment über die Schwelle der Wohnung, in der er sich die heißesten Momente seines zukünftigen Lebens versprach.




Jedoch fand er sich in diesem nächsten Moment nicht der blonden Schönheit gegenüber, sondern jemand anderem, den er nicht in seine Vorüberlegungen mit einbezogen hatte.
Ein

1 2 3 4 5 6 7

Kommentare

franziska@franziska-mueller.de schrieb am 2010-12-22 21:26:00:
cooliie!!! ich liebe thriller sowieso schon,
aba was du DA gebracht hast is ja wirklich cool. mal was anderes wenn nicht immer alles gelingt von der gedachten/ wahren geschichte. find ich echt cool und war verzweifelt als sie zu ende ging. würde aba auf JEDEN FALL noch mehr von dir hören!!!
Franzi
Putty7 schrieb am 2009-02-12 18:50:06:
Dem schließe ich mich an. Wie machst du das bloß: so zu schreiben, dass man sich einfach nicht mehr losreißen kann??? Einfach toll! =D
dan schrieb am 2007-01-30 10:44:47:
naja immerhin unterhaltsam
marcelwick@hotmail.com schrieb am 2006-04-25 00:01:56:
Ging mir ebenso. Du hast eine wunderbare art die Leser zu fesseln. Ich konnte mich richtig gut in alle Rollen hinein versetzen und ich spürte richtig die Verzweiflung in Hartmut. Serh inspirierend geschrieben. Danke...
coolspace schrieb am 2006-03-31 23:30:54:
Echt coole Story, konnte garnicht aufhören zu lesen, spannend geschrieben.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.