Der teure Teppich
von
Alana Jones
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Es war einer dieser Tage an denen mich mein Spielzeug nicht wirklich interessiert hat. Barbie hatte sich mit Ken gestritten (ja, damals waren sie noch ein Paar) und auch die Autos hatten alle einen imaginären Platten. Jetzt hieß also für mich eine andere Art der Beschäftigung zu finden. Meine Mama war im Badezimmer und nahm irgendwelche wunderlichen Buntstifte und Pinsel in die Hand um ihr Gesicht einzufärben. Normalerweise nichts besonderes, aber heute sah es irgendwie sehr interessant aus. Als Mama fertig war, sagt sie, dass sie gleich wieder oben sein würde und ich so lange brav im Zimmer spielen sollte. Na klar, kein Problem, nur war mein Zimmer ja heute schon von mir abgestempelt worden. Also tapperte ich, nachdem meine Mutter brav die Tür hinter sich zugezogen hatte, ins Badezimmer und schleppte das Make-up meiner Mutter ins Wohnzimmer. Dort war er nun, der teure weiße Flokatiteppich, der ganze Stolz und persönliche Liebling meiner Mutter. Für mich sah er natürlich etwas fade aus und so nahm ich das Make-up meiner Mama und spielte Picasso. Es dauerte nicht lange bis fast keine weiße Fläche mehr zu sehen war. Meine Kreativität war aber noch nicht voll ausgeschöpft. Kurzerhand machte ich mich auf den Weg in mein Zimmer, ging zu meinem Kleiderschrank und holte meine Hosen raus. Als ich dann mitten auf dem Teppich saß, Teppich geschminkt, Hosen geschminkt und ich geschminkt, kam meine Mutter wieder. Das Erste was ich von ihr hörte war ein lauter Schrei. Dann fing sie an um den schönen Teppich zu weinen und mich ein wenig zu verfluchen. Wenn das passierte, nannte sie mich immer Genoveva oder mein liebes Fräulein. Hart aber gerecht. Im Endeffekt wurde der Teppich entsorgt und meine Jeans und ich gewaschen und Mama musste sich neues Make-up kaufen. Den knallroten Lippenstift in Herzform durfte ich allerdings behalten.
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