Der zehn Milliardenste Mensch
von
Arno Wiesenberger
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Der zehn Milliardenste Mensch
Als ich geboren wurde, so erzählten es mir jedenfalls meine Eltern, stand ich in allen Medien an erster Stelle. Ich war der zehn Milliardenste Mensch der laut Statistik geboren wurde. Das war der 11 September 2048. Eigentlich ist dieser Tag mit negativer Geschichte behaftet. An jenem Datum vor 47 Jahren wurde durch Terroristen das World Trade Center in Schutt und Asche gelegt. Auch ein sehr guter Freund heiratete an diesen Tag und wurde auch nicht wirklich glücklich. Wissenschaftler sagten für diesen Tag das nahe Ende der Welt voraus, den das „ Raumschiff Erde“ würde aus den Gleichgewicht kommen. Sie hatten verdammt recht, den das System geriet mehr und mehr aus allen Fugen. Das Klima, dass sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert hat, beschleunigte die Situation nur noch. Durch starke Niederschläge oder aber lang anhaltende dürre Perioden konnten mancher Orts kaum noch Ernten eingebracht werden. Nahrungsmittel wurden sehr knapp und für manche Leute fast unbezahlbar. Riesige überdachte Gewächshäuser sichern heute das Grundnahrungsmittel Korn, Reis und Getreide. Die Meere sind seit einiger Zeit leer gefischt und der Preis für Fisch ist ins unermessliche gestiegen. Die Fische aber die aus den Zuchtstationen kommen haben nicht mehr viel mit denen zu tun, die ich von Bildern vergangener Zeiten kenne. Überwiegend kommen sie in die Lebensmittel Fabriken oder landen auf den Tischen der Super reichen. Meine Eltern sind zwar nicht die Ärmsten aber ich kenne Fisch leider nur als Stäbchen. Ob das wirklich Fischfleisch ist, sei dahingestellt. Tiere werden ebenfalls nur noch in großen Zuchtstationen gehalten und schwer bewacht. Ich kenne sie ebenfalls nur aus Bildern oder aber aus dem Tierpark in dem sie aus Hartgummi ausgestellt werden. Hin und wieder sieht man noch einen Vogel aber meist folgt darauf ein Schuss von einem „Fänger“. Insekten werden von ihnen ebenfalls eingesammelt. Sie gibt es noch zahlreich und manch einer verdient sich mit dem eingesammelten ein wenig Zubrot. Auch sie werden in der Fabrik abgegeben. Angeblich um sie zu vernichten aber keiner weiß das so genau. Sie sind natürlich ebenfalls streng bewacht und keiner bekommt Zutritt. Man sieht sie nur in den Medien und da sieht alles sehr steril und sauber aus. Keiner weiß wirklich so genau was uns diese Lebensmittelfabriken auf den Tisch zaubern geschweige aus was es besteht. Man fragt auch nicht mehr und ist froh wenn man seine Ration pünktlich bekommt. Ältere Menschen aber berichteten mir von frischen Lebensmittel die man früher in den Supermärkten kaufen konnte, aber vielleicht hatten sie auch nur übertrieben. Diese Vorstellung ist allerdings eine Lüge wert. Es wird auch erzählt das Leichen heimlich in die Fabrik gebracht werden, um als Futter für die Tierzuchtstationen zu dienen aber das möchte ich mir jetzt lieber nicht vorstellen. Tatsache ist nur das schon lange keine Toten mehr auf traditioneller weiße beerdigt werden. Sie werden alle eingeäschert heißt es. Auch das weiß keiner so genau und den Medien ist es verboten darüber zu berichten.
Am Tage meiner Geburt wurde mir, wie allen anderen Menschen auch, ein Mikrochip ins Gehirn gepflanzt. Ein kleiner Eingriff mit großen folgen. Alle meine Daten wie Blutgruppe, Geburtstag, ID Nummer und noch vieles mehr sind darauf gespeichert. Er wird ständig upgedatet und selbst mein Wohnort und mein Arbeitgeber sind darauf verzeichnet. Sogar mein Lohn wird mir eingescannt denn das Zahlungsmittel Geld ist vollkommen vom Markt verschwunden. Das tut auch nicht weh denn das ist mit einem Gang durch ein Elektrofeld erledigt. Wenn ich einkaufen gehe nehme ich mir die Sachen einfach aus dem Regal und gehe aus dem Laden. Am Eingang befindet sich ebenfalls ein Scannfeld, dass alles was ich aus dem Laden trage vom meinem Chip abbucht. Sollte ich allerdings den Laden ohne Guthaben betreten löse ich sofort Alarm aus. Das Sicherheitspersonal das mit Lähmschockern ausgerüstet ist, würde mich auf die Straße werfen und bei widerstand eben Lähmen. Bis zum eintreffen der Polizei könnte ich mich keinen Millimeter bewegen, bis sie mich wieder entlähmen. Dann kommt man allerdings sofort in die Anstalt für Erzieherische Maßnahmen. Eine sehr schmerzhafte Angelegenheit die sich je nach Auffälligkeit verstärkt. Unbelehrbare werden einer Gehirnwäsche unterzogen die aus den aggressivsten Menschen ein zahmes etwas macht. Danach werden sie in Arbeitseinheiten gesteckt und sind dann für immer verschwunden. Wer hier landet ist lebendig tot. Gefängnisse wurden dadurch überflüssig, was dem Staat natürlich sehr viel Geld spart und nebenbei noch Gratis Arbeiter beschert. Sollte es einem doch gelingen vor der Gehirnwäsche zu entkommen währe es für die Staatssicherheit ein leichtes Spiel ihn zu lokalisieren. Weltweit kann man seine Position bestimmen, und jedes Scannfeld würde sofort Alarm auslösen. Die gibt es an jeder Ecke und auf der ganzen Welt. Sollte man versuchen sich den Chip zu entfernen würde man sich Praktisch selbst vernichten. Der Chip sitzt auf einer Biogenen Masse die sich im laufe der Jahre mit dem Gehirn verwurzelt und sofort Toxisch wirkt, sobald man versucht ihn zu manipulieren oder zu entfernen. Bis heute ist es noch keinen Hacker gelungen das Sicherheitssystem zu überlisten. Oder aber es wurde sehr geheimgehalten denn Medien dürften über solche Vorfälle nicht berichten. Mit Lügen ist das auch so eine Sache. Unsere Paläste der Wahrheitsfindung, wie das Gericht heute heißt, verfügt über Gedankenscanner mit einer Trefferquote von 100 Prozent. Sie sagen einen schon bevor man etwas denkt, was man gleich Denken wird. Angeblich dürfen diese Scanner nur an diesen Orten eingesetzt werden aber das möchte ich bezweifeln. Zum Glück besitzt meine Frau noch nicht so ein Ding. Der Chip hat allerdings auch etwas gutes. Wissen das man sich für berufliche Zwecke aneignen möchte, wird einfach eingescannt und muss nicht durch aufwendiges Büffeln erlernt werden. Natürlich wird auch das wiederum streng geprüft ob man dafür in Frage kommt. Fremdsprachen werden auf die selbe Art erscannt. Das Schulische wissen wird aber nach wie vor in Bildungszentren erlernt. Das ist allerdings nur noch eine Frage der Zeit bis auch das via Scanner erfolgt.
Meine Frau und ich hätten gerne ein Kind aber auch da hat sich seit Anfang 2000 sehr viel verändert. Gegen den willen der Kirche und einigen anderen Glaubensrichtungen wurde die Geburtenkontrolle eingeführt. Man muss jetzt einen Eignungstest bestehen der es in sich hat. Es wird nicht nur die Finanzielle Situation geprüft sondern auch der IQ beider Elternteile. Ebenfalls muss auch der Lebensraum entsprechend sein. Sollten wir das alles zur Zufriedenheit der Behörden erfüllen, wird mein Sperma auf Tauglichkeit geprüft. Bei mir ist zum Glück alles im grünen Bereich. Wenn sie denken das es jetzt zum Vergnügen übergeht, haben sie sich leider geirrt. Da Frauen durch den Chip ein unkontrollierter Eisprung unmöglich gemacht
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