Des deutschen liebstes Kind
von
Leanyka
1
Manche denken, wenn sie den Begriff Auto hören an ein vierrädriges Gerät, das dafür erfunden und gebaut wurde, den bequemen Menschen von A nach B zu bringen. Halt ein Transportmittel. Ein anderer denkt vielleicht an einen heißen Schlitten, zum Auftunen und Herausholen hoher Geschwindigkeiten, oder um Chicks abzuschleppen. Halt zum Angeben und genau darum geht es.
Manch einer wäscht mit größtem Genuss sein Auto vor seinem Haus, dabei nicht auf Wetter und Umweltverschmutzung achtend. Teils um das Geld für die Waschstraße zu sparen, teils um seiner Nachbarschaft zu demonstrieren wie viel einem sein Wagen wert ist, indem er ihn zusätzlich mit einer vollen Stunde Polieren belohnt. Das heißt wertvolle Zeit opfern für eine Erfindung, die sich nicht einmal für diese Liebe bedankt!? Die betroffenen Familien eines solchen Typen, können sich dabei schon mal vernachlässigt vorkommen.
Aber Weltmeister darin sind noch immer die Deutschen. Also würde man sich eines Tages nicht wundern, bei Ikea, die Gewinn bei diesem Schwachpunkt der Deutschen wittern, ein sehr beständiges, mehrere Meter breites Bett vorzufinden. Denn ist es nicht der Traum manch eines Deutschen sein Liebling auch nachts im Auge zu haben?
Es gleicht schon fast einem Wettstreit, den sich Nachbarn dieses Typen liefern.
Nach dem Kauf eines brandneuen Jaguar XKR, lädt der stolze Besitzer den nichtsahnenden Nachbar, der noch ein Jahr zuvor mit einem Mercedes der E-Klasse gestrahlt hat, auf ein Bier zu sich ein. Unter dem Vorwand: ,,Der guten Freundschaft wegen." Und um die Frauen in Ruhe tratschen lassen zu können gehen die beiden Männer auf den Hof hinaus. Warum der Hof? Na ja, das geplante Podest für den Jaguar, in der Mitte des Gartens war noch nicht vervollständigt.
Jedenfalls lehnt sich der stolze Besitzer an seinen Liebling und streicht geradezu liebevoll über die Motorhaube. Zufällig bemerkt er dabei, was für ein schöner Lack das doch ist, der selbst im Halbdunkeln noch so schön glänzt, um seinen Nachbar auf Umwegen die ersehnte Frage ,,Ob der Wagen neu sei" zu entlocken und dann ungehalten erzählen zu können: Ja man gönne sich ja sonst nichts und er wissen ja wie die Frauen seien, sie müssten doch immer ein Auto mit komfortabler Innenausstattung haben und da sei er zufällig auf dieses Schnäppchen von 30.000 Euro gestoßen, wie er genüsslich erwähnt. Dass der Nachbar oder auch Konkurrent dabei gelb vor Neid wird, ist das gewünschte Ziel dieses Wettstreits.
Oder ein anderes Beispiel: Ein Bruder meines Vaters kaufte sich mit seinem erstverdienten Geld einen Fiat Panda und setzte den Rest in das Tuning. Der Kleinwagen bekam eine Kotflügelverbreiterung, einen dicken Front-, Dach- und Heckspoiler, Seitenschürzen und eine Umlackierung. Dabei benutzte er nicht einmal richtigen Lack, sondern normale Wandfarbe. Egal wie, Hauptsache ein Auto, das auffällt. Doch der Endeffekt davon war, der Panda hatte nur eine kurze Zeit des Glanzes, bevor er von den vielen Tuningteilen gemartert den Geist aufgab.
Und wer weiß, vielleicht klettert das Auto noch auf den ersten Platz, der beliebtesten Dinge der Deutschen. Vielleicht noch vor dem Rasenmäher, der vorwiegend, als wäre es wieder ein Protest oder Wettkampf, um die Mittagszeit Unruhe und Migräne bereitet. Doch das ist ein anderes Thema.
1
Kommentare
Leanyka schrieb am 2006-05-07 14:44:49:
Hehe, danke für deine ehrliche Meinung. Ich weiß, als ich die Geschichte geschrieben habe befand ich mich noch in so einer Art Selbstfindung *g* Naja, und du hast Recht Fantasy, Mysterie ... ist und bleibt mein Thema.
Lg Leanyka
Michael Steinborn schrieb am 2006-05-06 23:07:04:
Also ich habe die meisten deiner Gedichte und Geschichten gelesen. Dabei ist mir eins klar geworden: Humor ist echt nicht dein Ding. Bleib lieber bei deinen depressiven Gedichten. Das hast du nämlich echt drauf.
Du bist halt ne Dark Lady, düster-romantisch und pessimistisch .
( Wenn ich mal Suizid planen sollte, lese ich vorher deine Gedichte, dann bin ich in der richtigen Stimmung. ) Ist natürlich schon i. O. mal was neues auszuprobieren, aber vielleicht reicht für den Anfang ja ein etwas fröhlicheres Gedicht.
Das war jetz auch nicht so beleidigend gemeint, wie es vielleicht klang.
Ich meine mir gefällt mir dein Stil ja auch. Irgendwie.
Leanyka schrieb am 2006-02-25 09:30:42:
Woher nimmst du die Behauptung, dass ich viel mehr kann?
Marc Spieß schrieb am 2006-02-24 22:01:16:
Nun ja, die Geschichte ist ansich nicht wirklich gut, ein wenig lustig, aber mehr nicht. Dabei kannst du viel mehr wie ich weiss, aber das hier war wohl nix.
Gruß
Marc
Leanyka schrieb am 2006-02-24 14:40:12:
Sie sollte auch nicht unbedingt ein Brüller werden, ich wollte nur einmal klarstellen, dass Deutsche meistens in falschen Dnigen richtige Werte finden und habe sie deswegen auch nur etwas ironisch angehaucht. Trotzdem danke ;-)
Romanroman@web.de schrieb am 2006-02-23 16:29:27:
Das Auto IST bereits gemeinsam mit dem Fernseher auf Platz 1 der Beliebtheitsskala... ;-) !!
Die Geschichte selber: Na ja, nicht gerade der Brüller schlechthin, aber einige nette
Schmunzler sind schon dabei.
Leanyka schrieb am 2006-02-22 17:11:54:
Na wie findet ihr diese Geschichte? Bin für jede Art von Kritik offen ;-)
Pascal Kreuzberger schrieb am 2006-02-21 23:30:02:
Wie wahr, wie wahr.
Kommentar hinzufügen