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Kategorien > Absurd > Merkwürdig

Die ALDI-Currywurst

von Phoebe Caulfield

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Ähm ja, wir sollten in der Schule mal unsere Assoziationen zur Currywurst aufschreiben.... das ist meine... naja... lest einfach mal



Die ALDI-Currywurst:
Die Aldicurrywurst besteht aus einem Plastikschälchen mit einer Plastikfolie drauf. Man muss mit der Gabel in die Folie stechen und das ganze kurz in die Mikrowelle stellen.
Dann zieht man die Folie ab, an deren Unterseite Schwitzwassertropfen sind.
Man hat dann ein paar Wurststückchen in einer dunkelroten Soße vor sich.
Zu der Packung gibt es noch ein Tütchen mit Curry und ein Holzgäbelchen.
Das Holzgäbelchen ist Mist. Das kann man nicht anders sagen. Es ist einfach zu rau. Deshalb esse ich die Currywurst immer mit einer normalen Gabel.
Von mir aus müsste dieses blöde Holzgäbelchen überhaupt nicht dabei sein. Ich mein – Wer braucht es denn? Ich hab jederzeit normales Besteck zur Verfügung und die Leute, die die Wurst vielleicht nicht zu Hause essen, werden erst gar nicht mit diesem Problem konfrontiert, weil sie ja auch gar keine Mikrowelle haben, um die Wurst aufzuwärmen.
Das ist aber eigentlich egal. Das wirklich Tolle an der Aldi-Currywurst ist, dass meine Mutter nicht selber kocht.
Also ich will damit nicht sagen, dass sie schlecht kochen würde. Niemals.
Ich mein damit nur, dass sie an so einem Tag, an dem es Currywurst gibt, nicht auf die Idee gekommen ist, eine Gemüsepfanne zu machen oder versucht hat, chinesisch zu kochen.
Ich hab schon mal versucht ihr das klar zu machen, aber sie hat das ganze irgendwie komplett falsch verstanden. Seit dem lassen meine Schwester und ich den Versuch, ihr zu erklären, dass es für uns überhaupt nicht schlimm ist, die Fertig-Currywurst zu essen. Sie würde es eh nicht verstehen. Also hören wir uns jedes halbe Jahr einmal mittags ihre minutenlange Entschuldigung an, weshalb sie heute einfach nicht genug Zeit hatte, etwas Anständiges zu kochen. Im Übrigen ist es grundsätzlich so, dass sie sich für ihr Essen entschuldigt. Vorzugsweise dann, wenn es wirklich verdammt gut schmeckt.
Ein zweiter Punkt, warum die ALDI-Currywurst bei meiner Schwester und mir so beliebt ist, ist dass es sie auch oft gibt, wenn meine Mutter nicht zu Hause ist.
Also das könnte man jetzt ziemlich falsch verstehen. Es ist nicht so, dass wir sie los sein wollten. Nein, sie ist nur manchmal etwas anstrengend.
Denn an anderen Mittagen oder Nachmittagen geht schon mal viel Zeit dafür drauf, dass wir ihr zum x-ten mal versichern müssen, dass wir noch die hunderttausend Sachen machen, von denen sie meint, dass sie schon vor einer Woche hätten gemacht werden sollen und von denen wie meinen, dass man sie noch mindestens zwei Wochen raus schieben kann.
Insofern sind solche Curry-Wurst-Tage Feiertage. Man hat mehr Zeit und muss keinen Gemüsematsch essen.
Der eigentliche Geschmack der Currywurst ist nicht so wichtig. Natürlich ist er nichts Besonderes und ich kann einfach keine Lobhymnen auf die Fertigsoße singen, wie es gern auf die ganz spezielle Currywurst von Stand XYZ getan wird.
Aber das ist auch nicht so wichtig. Ich mein, wie kann ein Mensch denn ernsthaft einen Schwerpunkt in seinem Leben auf sein Essen bzw. eine absolut ersetzbare Currywurst legen? Gibt es nichts anderes, wo drüber er sich Gedanken machen könnte?
Vielleicht klingt das jetzt alles ziemlich abstrakt und so, aber das ist mir egal. Das sind nun mal meine Assoziationen zur Currywurst.

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Kommentare

Möhre schrieb am 2008-02-15 19:52:59:
Die ALDI-Currywurst als Titel bringt einen ja schonmal auf schräge Gedanken. Dass man aber, wie du es getan hast, eine lustige und gute Story aus einer Currywurst machen kann, hätte ich nich gedacht.
Rory schrieb am 2007-03-06 18:09:24:
Hei du!
Ich bin durch nen Kommentar von dir auf deine Geschichte gestossen und muss sagen das ich dich b.z.w deine Geschichten ( und sogar deine Kommantare) toll finde.
Naja mach weiter so. Hoffe noch viel von dir zu hören!
NiklasSeiler@gmx.de schrieb am 2007-01-06 20:19:26:
Tolle Geschichte, bei so einem absurden Thema! Du beschreibst diese "Alltäglichkeit" so witzig
und verknüpfst hier banale Situationen zu einem spannenden Erlebnis. Echt tolles Ergebnis!
Phoebe C. schrieb am 2006-10-03 20:09:43:
@milan: hehe danke...
ähm, ja also gelesen hat sie die schon nur weiß sie nicht, dass die im internet ist ;-)
- ist aber glaub ich auch besser so ...
najoa.. danke nochmal
ganz liebe grüße
Phoebe Caulfield
milan schrieb am 2006-10-01 17:51:16:
ich wäre vor lachen beinahe vom stuhl gefallen...:-)
verdammt get...
hat deine Mutter dien geschichte gelesen?
mfg
milan
watsi schrieb am 2006-07-19 02:32:15:
Du hast aus einer einfachen Associations-Aufgabe eine stimmige Familienatmosphären-Geschichte gemacht! Ganz toll gelungen! Klasse! Ich hätte auch die letzten zwei Zeilen weggelassen, aber ansonsten echt gelungen! Gruß
Phoebe Caulfield schrieb am 2006-06-27 16:26:11:
wow... danke, mit so vielen und vor allem so positiven Kommentaren haett ich nicht gerechnet! Danke!
Das baut auf ;-)
Kalliope schrieb am 2006-06-20 16:37:24:
Hi!
Deine Geschichte ist vor allem anderen sehr originell. Ich bin immer begeistert, wenn man Schulaufsätze noch zu etwas Anderem gebrauchen kann. Besonders mag ich die Textstelle "Also hören wir uns jedes halbe Jahr einmal mittags ihre minutenlange Entschuldigung an, weshalb sie heute einfach nicht genug Zeit hatte, etwas Anständiges zu kochen. Im Übrigen ist es grundsätzlich so, dass sie sich für ihr Essen entschuldigt. Vorzugsweise dann, wenn es wirklich verdammt gut schmeckt." und auch irgendwie "Ein zweiter Punkt, warum die ALDI-Currywurst bei meiner Schwester und mir so beliebt ist, ist dass es sie auch oft gibt, wenn meine Mutter nicht zu Hause ist. Also das könnte man jetzt ziemlich falsch verstehen. Es ist nicht so, dass wir sie los sein wollten. Nein, sie ist nur manchmal etwas anstrengend..." Weil, ich weiß auch nicht, irgendwie weil wenn man das liest, denkt man nur daran, dass ihr Currywurst essen könnt, wen eure Mum nicht da ist, aber du beziehst das gleich auf deine Mutter! Das ist sehr einfallsreich.
Das Einzige, was ich dir ankreiden würde, sind ein paar Zeitform-Fehler, zum Beispiel bei: "Ich mein damit nur, dass sie an so einem Tag, an dem es Currywurst gibt, nicht auf die Idee gekommen ist, eine Gemüsepfanne zu machen oder versucht hat, chinesisch zu kochen."
Und ich finde die letzten zwei Zeilen hättest du ruhig weglassen können, denn so einen genialen Einfall muss man nicht rechtfertigen. (Ich weiß, ich neige selbst dazu, meine Texte immer rechtfertigen/erklären zu müssen.)
Übrigens wäre mir als Tiefkühl-Pizza und niemals Currywurst-Esserin überhaupt nichts dazu eingefallen.
Liebe Grüße, Kalliope
Stefanie schrieb am 2006-06-07 12:06:40:
Gut geschrieben, man kann sich in die Situation zuhause gut reinversetzen. Und ein originelles Thema!
Lena schrieb am 2006-05-21 18:16:57:
Wow, der Text könnte mich als Tiefkühlpizzaesserin geradezu dazu bringen auch mal ALDI-Currywurst zu essen. Sehr überzeugend, wirklich! ;)
P.S. schrieb am 2006-05-21 01:48:07:
Naja... bis jetzt hab ich mir dazu noch nie Gedanken gemacht.... aber irgendwie is das gar nicht schlecht ;)
GLG
Liesa schrieb am 2006-04-24 15:27:33:
ja solche Hausaufgaben bringen einen auf komische Gedanken oder?
Ich kenn das selbst...
Singapur hatten wir mal auf da kam so was ähnliches bei raus XD

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