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Kategorien > Action, Fantasy, Liebe und Science-Fiction zusamm > Fantasy

Die Aufgabe eines Schutzengels

von Ai Diem Ngoc Nguyen

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Vorwort

Die friedliche Erde ist jetzt nicht mehr das, was sie einmal war. Einige Menschen strebten nach der absoluten Macht über die Welt. Sie entwickelten ein tödliches Virus, das sie als Medikament ausgaben. Viele fielen darauf rein und bekamen den Tod als endgültige Antwort.
Wie sehr sich die Polizisten auch anstrengten, um die Organisation zu finden, die den tödlichen Virus erfunden hatte, letztendlich war es vergebens und fast jeder Polizist starb bei der Suche nach ihnen. Nicht nur Polizisten, auch normale Bürger, sogar Kinder versuchten es. Und ich, ich versuchte es auch. Hätte ich nur die Konsequenzen geahnt …

Ihr Ziel war es, alle Menschen zu töten. Bis auf ein paar Auserwählte.
Doch die Kämpfer für eine friedliche Welt versuchten alles, um sie aufzuhalten. Aber würde es ihnen auch gelingen?


Kapitel 1 „eine Beerdigung aus anderer Sicht“

Der 30. März war ein bedeutsamer Tag für jeden aus meiner Familie. Denn um zwei sollte eine Beerdigung stattfinden.
Alle aus meiner Familie waren schon umgezogen, alle in Schwarz, bis auf meine kleine Schwester. Sie hatte ein weißes Kleid an, das Kleid das ich ihr zum Geburtstag geschenkt hatte. Sie sah für mich aus wie ein kleiner Engel ohne Flügel. Ich stand neben ihr und zwar so dicht,dass sie mich eigentlich berühren sollte, wenn ich noch leben würde. Ich war zwar da und sah jeden ihrer Schritte, konnte den Alltag erleben, ohne dass mich jemand bemerkte, aber so wie es in meiner Erinnerung war, wird es nie mehr sein. Hätte ich es gekonnt, wäre ich in Tränen ausgebrochen, meine kleine Vanessa in dem schönen Kleid vor mir zu sehen. Ich war gerührt und stolz, wie gut ihr das Kleid passte. Ihre kurzen schwarzen Haare hatte sie mit Klammern festgesteckt. So konnte man ihre Gesichtsform besser erkennen. Sie war etwas mager, die Wangenknochen zeichneten sich unter ihrer hellen Haut ab. Vanessa ging in den Flur, um ihre kleinen Ballerinaschuhe anzuziehen.
Alle versammelten sich im Flur zu einem Gespräch. Anscheinend planten sie den Ablauf der Beerdigung. Ich hörte ihre traurigen Stimmen und sah ihre Gesichter. Mein Dad sah aus, als hätte er drei Tage nicht mehr geschlafen, unter seinen Augen hatten sich dunkle Ringe gebildet. Er trug einen klassischen schwarzen Traueranzug, hatte sich richtig rausgeputzt. So sah man ihn selten.Ich lächelte, weil Dad so schick aussah. Auch meine Mum sah alles andere als unordentlich aus, trug einen schwarzen Hosenanzug. Ihre langen schwarzen Haare hatte sie schön zusammen gebunden und sah sich nochmal im Spiegel an. Anscheinend hatte auch sie seit einigen Tagen nicht mehr gut geschlafen. Mum sah ziemlich fertig und ängstlich aus.
Alle standen bereit vor der Tür mit angespannter Miene und leeren Blicken. Sie schienen Angst zu haben, die Türklinke zu drücken, standen fünf Minuten wie angewurzelt und starrten auf die Tür. Ich wollte die Tür aufreißen und alle hinaus schubsen, weil ich fürchtete, sie würden den ganzen Tag auf der Stelle stehen bleiben,obwohl sie wussten, welch ein Tag heute für sie war. Nicht der schönste, aber einer der bedeutsamsten.


Dad gab sich zuerst einen Ruck und drückte die Klinke hinunter, dabei fässt er Mum zärtlich an ihrer Tailie und schob sie langsam und vorsichtig hinaus. Vanessa drängte sich durch und wollte wieder ganz schnell zu Dad rennen, damit er sie auf den Arm nehmen konnte. Sie gingen alle Hand in Hand zum Auto und stiegen ein. Der Motor knurrte und gab einen heftigen Laut von sich. Sie fuhren die Straße entlang bis zum Ende der Stadt, wo ein Friedhof lag. Ich folgte ihnen auf Schritt und Tritt als sei ich selbst an der dort stattfindenden Zeremonie beteiligt.
Wir kamen in den großen Saal, und ich sah die Gesichter all der Menschen, die ich kannte. Alle trugen Schwarz und saßen bereits auf den in Reihen aufgestellten Stühlen. Ganz vorne war eine eine Art Bühne mit einem Mikrofon und rechts davon stand ein Sarg. Ich gingnäher heran, um ihn genauer anzusehen. Er war in meinen Lieblingsfarben gehalten. Hellblau und Weiß. Himmelblau der Sarg, die Seiten mit weißen Schnörkeln verziert. Den Sargdeckel schmückte das Bild eines Engels, eines Engels mit großen weißen Schwingen und einem Gesicht, das aussah wie meines. Ich fühlte, wie mir die Tränen kamen, glaubte sogar, die Feuchtigkeit auf meinen Wangen zu spüren. Doch da war nichts. Die Tränen meiner Mum dagegen waren echt. Ich wollte sie trösten, in den Arm nehmen, ihr zurufen, dass es mir gut geht. Dass sie sich keine Sorgen machen müsse. Doch sie nahm mich nicht wahr, konnte es nicht. Niemand konnte es. Nur meine Hülle, mein toter Körper existierte für sie. Meine Seele, mein Geist blieben so unsichtbar für sie wie meine in dem Sarg verborgene menschliche Hülle.

Hilflos stand ich neben meinem Sarg und sah, wie der Pfarrer gemessen ans Mikrofon trat, um die Trauerrede zu beginnen. Seine Stimme war tief und klar, die Worte dröhnten in meinen Ohren. Ich wollte sie nicht hören, doch die Ohren verschließen konnte ich so wenig, wie mich selbst bemerkbar zu machen. Als er seine Rede beendete, war mindestens eine halbe Stunde vergangen. Zumindest kam es mir so vor. Die Kapelle war von vielstimmigem Schluchzen erfüllt.

Auf sein Zeichen erhob sich die Trauergemeinde. Meine Familie, meine Freunde, alle machten sich bereit, mich das letzte Stück des Weges zu begleiten. Sechs Männer traten neben meinem Sarg, hoben ihn an und trugen ihn hinaus über den Friedhof. Schweigend folgten die Trauergäste ihnen. Ich ging neben meinen Eltern und wollte sie berühren, doch sie spürten es nicht.
Wir kamen an die Stelle, wo sich ein tiefes Loch am Erdboden befindet. Sie war so tief, dass der Sarg perfekt hinein passte. Ich sah nur die Stelle mit dem Loch, was außen stand nahm ich nicht wahr. Ich konnte einfach nicht glauben, dass ich beerdigt wurde.
Die Männer waren alle gleich groß und muskulös, sie trugen den Sarg bis zu seinem Platz und ließen ihn beinahe zärtlich hinab in die Erde sinken, ein kleiner Klumpen Erde löste sich, landete dumpf klopfend auf dem Sargdeckel . Dann zogen sie sich respektvoll zurück und die Trauergäste traten näher an das Grab. Ich ging dichter heran und sah ein Herz aus weißen Rosen zusammen gebunden, dass von vielen bunten Gestecken umringt.
Das größte und schönste davon war die Schleife die in der Mitte des Kranz angebunden war und mit geschwungener Schrift folgenden Text trug:

Hier ruht eines der tapfersten Mädchen auf der Welt. Sie war bereit und entschlossen alles zu riskieren, um den Frieden auf unsere Erde zurückzubringen.
Wir denken alle an sie.
Möge sie in Frieden ruhen.
May Milden
geboren am 30.3.1995 gestorben am 28.3.2010


Es fühlte sich an, als würde tausende Nadeln in meinen Körper stechen, ich konnte sie fühlen, obwohl ich wusste, dass ich meinen Körper verlassen hatte.
Die Worter die, die Menschen für mich hinterlassen hatten, waren so schön,dass sie mich tief berührten und einen inneren Schmerz verursachten, den ich noch nie gespürt hatte. Es fühlte sich

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