Die Boxershorts-Männer
von
Jürgen Haidvogl
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Es war kurz vor Mitternacht und im Fernsehen lief nur Scheiße. Wir langweilten uns. Marian, Patrick und ich saßen in einem Zimmer im oberen Stockwerk. Wir waren nach Niederösterreich gefahren um für eine Woche Spaß zu haben. Doch den hatten wir jetzt nicht. Stattdessen langweilten wir uns und starrten in die Glotze, wo nichts Gescheites zu sehen war. Nur langweiliger und absurder Müll, den echt keiner sehen will.
„Es ist langweilig“, sagte ich, „hat irgendwer eine Idee, was wir tun könnten?“
„Ne“, meinte Marian und Patrick schüttelte einfach nur den Kopf.
„Na ist ja toll!“
„Lass du dir doch was einfallen!“, entgegnete mir Marian.
„Ach Scheiße, der Trip hier her, war doch deine Idee.“
„Ja, das stimmt, aber mir fällt leider auch nichts ein!“
„Aber irgendwas müssen wir doch tun?“
„Ich hab’s“, sagte Patrick, wir starrten ihn an und er stand auf, „ich geh pissen!“
„Ach fick dich!“, schrieen wir ihm nach als er das Zimmer verließ. Wir hörten seine Schritte, wie er die Treppen runter ging. Bis er unten war, dann konnten wir von ihm keinen Mucks mehr vernehmen.
„Irgendetwas muss uns einfallen“, meinte ich.
„Mhm.“
„Aber was?“
„Yeah.“
„Etwas Lustiges.“
„Auf jeden Fall!“
„Ich habe einfach keine Ahnung.“
„Irgendwo herum rennen!“
„Sehr witzig!“, erwiderte ich sarkastisch.
„Und zwar nackt“, sagte Marian, „oder auch zumindest mit Boxershorts.“
„Und mit Schuhen!“
„Ja, Schuhe auf jeden Fall.“
„Also haben wir was!“
„Yeah!“
Patrick kam rauf und setzte sich wieder auf seine Matratze, wo er vorher gelegen hatte. Er machte es sich bequem und starrte auf die Glotze. Marian und ich lächelten ihn an. Nach ein paar Sekunden bemerkte er dies und fragte uns: „Was ist mit euch?“
„Nichts“, meinte Marian.
„Alles in Ordnung.“
„Seid ihr sicher?“
Wir nickten.
„Ok“, sagte Patrick, „ihr führt irgendetwas im Schilde.“
„Ne.“
„Ziehen wir die Sache jetzt durch?“, fragte ich.
Marian nickte und stand auf.
„Was durchziehen?“, wollte Patrick wissen.
„In Boxershorts herum laufen!“, teilte ich ihm mit.
„Und wo?“
„Im Dorf.“
„Ok, ich bin dabei!“
Wir zogen uns bis auf die Boxershorts aus und gingen die Treppen hinunter. Dann verließen wir das Haus und eilten durch den Garten zum Tor um zur Straße zu gelangen. Anschließend spazierten wir den Weg hinunter zur Hauptstraße und diese entlang zu einer Einfamilienhaussiedlung, wo die Häuser dicht aneinander gebaut waren. Wand an Wand standen hier die Häuser. Es war niemand außer uns auf den Gassen unterwegs.
Nach etwa 15 Minuten kamen wir wieder zur Hauptstraße. Die letzten paar Meter zu dieser gehen in einen 40° Winkel aufwärts und wir entschieden uns hier noch kurz zu warten, bevor wir weiter gehen.
Marian hatte drei Zigaretten und ein Feuerzeug in der Hand. Er gab jeden einen Glimmstängel und wir rauchten schnell gemütlich eine, bevor wir hinauf zur Hauptstraße gingen. Als wir oben waren kam ein Auto uns entgegen. Ich drehte mich mit dem Arsch zu diesem und lies meine Boxershorts runter um dem Fahrer die Sicht auf meinen blanken Arsch zu ermöglichen. Marian und Patrick ließen ihre Schwänze heraus hängen.
Der Arsch fuhr an uns vorbei und blieb sofort stehen, als ihm klar wurde, was er gerade gesehen hatte. Er fuhr zurück und wir drei machten uns sofort aus dem Staub. Der Fahrer schrie uns zwar irgendetwas hinterher, doch wir konnten es nicht verstehen, denn wir lachten beim wegrennen viel zu laut.
Am nächsten Tag hörten wir von diesem Zwischenfall in der Zeitung und grinsten dabei. Dies war ein herrlicher Morgen, an dem das Frühstück besser schmeckte als sonst.
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