Die Damen von Bradshaw (Kapitel 11)
von
Lilli
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11.
Im Teesalon setzte ich mich neben Elly, welche mir am Tisch von Rose und sich einen Platz frei gehalten hatte.
Jane saß, und darüber wunderte ich mich sehr, bei Mrs. und Mr. Bradshaw am Tisch. Und natürlich nicht zu vergessen bei Bradshaw jr.
Ich nippte an meinem Tee und schaute kurz zu den Vieren rüber.
„Leg dich ja nicht noch mal mit Mr. Bradshaw an. Auch wenn’s echt klasse war. Es kann dann schnell passieren, dass wir dich nicht wieder sehen“ drohte Rose. Elly nickte heftig und stimmte ihr zu: „Schon zwei Mädchen mussten wegen ihm verschwinden“
„Er ist ein Ekel“ sagte ich nur kühl.
„Ja, natürlich ist er das!“ stimmte Elly zu. „Nur hat er das Sagen und wir nicht. Wer bleiben will, wird sich ihm unterordnen müssen, Lilli. So ist das nun mal. Ich wäre schon längst weg, wenn ich mich nicht immer so vorbildlich benehmen würde!“
„Hat er denn auch die Erlaubnis dich zu beleidigen?“ hakte ich nach und stellte meine Teetasse ab.
„Nein… Ja… ach ich weiß es nicht. Aber wenn ich bleiben will, muss ich mir das nun mal gefallen lassen! Nicht jeder hat Glück und ist schön, wie du oder Jane, oder Julia“
„Oh, ich bin nicht schön!“ zischte ich eisig. Elly wich kurz zurück und Rose schaute nervös zwischen uns hin und her.
„Wie dem auch sei! Ich bin froh, dass ich hier bin und möchte auch hier bleiben. Denn das hier ist meine einzige Chance, wenigsten einen angesehenen Mann zu heiraten. Und ich werde mich auf gar keinen Fall gegen Mr. Bradshaw auflehnen. Und das solltest du auch machen, Lilli. Ich mag dich echt, aber das musst du wirklich noch lernen“ redete Elly weiter.
Ich traute meinen Ohren nicht. Soll ich etwa so abgestumpft werden wie Nicole? Nur weil Mr. Bradshaw mich gerne so haben möchte?! Ich bin eine eigene Persönlichkeit!
Ich nickte kühl und trank in Ruhe meinen Tee aus.
Elly schaute mit zitternder Unterlippe zu mir.
„Schau mal, Elly!“ versuchte Rose zu scherzen. „Bei Lilli erkennt man keine Gefühlsregung“
Ich schaute kurz zu Rose, dann stellte ich meine Tasse auf den Unterteller und blickte wieder zu Elly: „Was erwartet dich nach Bradshaw? Nichts, oder?“ Bevor sie antworten konnte stand ich auf ging am Tisch von Mr. Bradshaw vorbei und machte einen Knicks: „Noch einen schönen Tag“ Damit schritt ich aus dem Teesalon und spürte noch lange danach die geschockten und empörten Blicke in meinem Rücken.
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