Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Vergangenheit > Liebe/Freundschaft

Die Damen von Bradshaw (Kapitel 13)

von Lilli

1

13.

Ich öffnete leise die Tür, doch die beiden anderen Mädchen schliefen noch nicht. Jessica hatte eine Kerze angezündet und sie auf den Schreibtisch gestellt. Erschrocken fuhr sie herum, als ich die Tür schloss. Dann atmete sie erleichtert aus und legte eine Hand auf ihre Brust: „Hast du mich vielleicht erschreckt“
Ich lächelte entschuldigend und nahm das Nachthemd von meiner Kommode.
„Du hättest vielleicht die Blicke von Mrs. und Mr. Bradshaw sehen sollen“ prustete Rose plötzlich los. Auch Jessica lachte laut, schlug dann aber erschrocken die Hand vor den Mund und kicherte leise weiter. „Allein, wie du ihn heute schon im Foyer zurechtgewiesen hat. Und dann noch dein plötzliches Gehen, nach… ja, nach was eigentlich?“ Jessica zog fragend die Brauen hoch.
„Das ist nicht so wichtig“ Ich schaute mahnend zu Rose: „Und es geht dich auch nichts an“
Jessica wollte etwas Fieses erwidern, als es an der Tür klopfte. Rose schaute auf und ich strich mir hektisch das Nachthemd über den Kopf und setzte mich aufs Bett, mit den Armen meine Knie umschlungen.
Rose öffnete seufzend die Tür.
„Hallo Rose“ hörte ich Ellys Stimme. „Ist…ähm… ist Lilli da?“
Jessica warf mir einen vielsagenden Blick zu, und ich sprang auf: „Ja, sie ist da“ Ich stellte mich neben Rose.
„Ähm, ich wollte nur sagen, dass es mir Leid…“ Ich unterbrach sie: „Komm doch rein“
Sie nickte und schlang die Arme um ihre plumpe Taille.
Ich setzte mich wieder auf mein Bett und sie nahm auf den knarrenden Stuhl am Fenster, neben dem großen Kleiderschrank platz.
„Ich wollte mich nur für heute im Teesalon entschuldigen“ sagte sie und schaute unsicher zu Boden.
„Musst du nicht. Wir sind eben verschiedener Meinung“ winkte ich ab. „Das muss niemandem Leid tun“
Ein betretenes Schweigen erfüllte den Raum. Die Stimmung war angespannt. Rose tänzelte nervös auf der Stelle vor der Tür.
„Hey, ich habe vor einer Woche neue Sahnebonbons von meiner Großmama bekommen. Los, wir machen sie auf“ lockerte Jessica mit ihrer lieben und lustigen Art die Stimmung auf.
Elly schaute unsicher: „Ich weiß nicht, ihr wisst ja…“ Sie zeigte auf ihre plumpe Taille.
„Ich habe noch einen Apfel“ meinte Rose und holte unter ihrem Kopfkissen einen Apfel hervor. Schnell warf sie ihn Elly zu.
Dann raschelte es und Jessica schüttete die Sahnebonbons auf den Holzfußboden aus: „Wenn uns jetzt jemand erwischt“
„Ach, Mrs. Bradshaw hat heute schon zwei Sherrys gekippt“ kicherte Rose. „Und Mr. Bradshaw und Sohnemann sind heute schon wieder nach London gefahren. Die anderen Lehrerinnen machen eh’ nichts. Und was sollen Antonia und Nana denn schon tun?!“
„Na ja, bei Mrs. Harrison wäre ich mir da nicht so sicher“ erwiderte Jessi, ebenfalls kichernd und steckte sich ein Sahnebonbon in den Mund. „Wenn ich mich jetzt richtig fett fresse, will mich bestimmt keiner der Herren, welche in zwei Wochen kommen“ Sie brach wieder in schallendes Gelächter aus und steckte mich gegen meinen Willen damit an. „So kann ich dann auf meinen Prinz warten, in den ich mich unsterblich verlieben werde“ Sie lachte nur noch lauter und Rose hielt ihr die Hand vor den Mund, damit Mrs. Bradshaw nicht wach wurde.
Als Elly dann zu Jane ins Zimmer zurück gegangen war und Jessica, Rose und ich in unseren Betten lagen, schaute ich fragend zu den beiden: „Wie oft kommt der Gatte und der Sohn von Mrs. Bradshaw hierher?“
Rose atmete laut aus: „Oh, das ist ganz unterschiedlich. Manchmal bleiben sie länger, manchmal nicht so lang“
„Zeroel sieht so wahnsinnig süß aus“ schwärmte Jessi. „Jedes Mal, wenn er zwei Wochen hier bleibt kann ich mich gar nicht mehr konzentrieren“
„Vielleicht ist er ja dein Prinz“ stichelte Rose.
Jessi schaute übertrieben empört und bewarf Rose mit ihrem Kopfkissen: „Nein, er sieht nur gut aus. Er ist mir zu aufgeblasen. Mr. Spence gleicht da schon eher meinen Traummann“
Ich erinnerte mich daran, wie Jessica ihn angestarrt hatte und wie er zu mir sagte: Keine Chance.
Hoffentlich sah sie in ihm nicht den Prinz, auf den sie schon so lange wartete. Es würde ihr das Herz brechen.
„Und wie lange bleiben sie dieses Mal?“ hakte ich nach.
„Warum willst du das so genau wissen?“ Rose zog misstrauisch die Brauen nach oben.
Ich zuckte mit den Achseln: „Ich möchte halt wissen, wann ich Mr. Bradshaw, dieses Ekel, wieder los bin, oder wie lange ich mir noch gefallen lassen muss, dass man mich behandelt wie eine Puppe“
Rose nickte verständnisvoll: „Ja, das kann ich nachvollziehen. Also, heute sind sie wieder nach London gefahren. Doch Mr. Bradshaw will bis zum Tag der Herren jeden Tag vorbeischauen und gucken, wie wir uns entwickeln. Das macht er jedes Mal. Er will sich ja vor den Herren nicht blamieren“
„Interessant“ murmelte ich und drehte mich um und schloss die Augen.

1

Kommentare

Mörviii schrieb am 2010-02-20 16:14:25:
o ich LIEBE diese geschichte :D
bitte beeil dich mit dem schreiben so gut es geht
bin echt aufgeregt
endlich wird es mal ein bisschen spannender
LG

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.