Die Damen von Bradshaw (Kapitel 18)
von
Lilli
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18.
Nervös schaute Elly auf, als ich mit Rose an den See kam. Elly trieb im Boot auf dem See und tat so, als würde sie lesen. Doch ich wusste, dass sie bestimmt keinen einzigen Satz zu Ende lesen würde.
Rose breitete die Decke auf dem Gras aus und legte sich in die Sonne. Auch wenn die Oktobersonne nicht mehr sonderlich wärmte.
„Die Winter in Bradshaw werden immer kalt“ sagte Jessica immer und zitterte schon allein bei dem Gedanken.
Ich mochte den Winter. Wenn der Schnee fiel und alles Weiß werden würde. Dann noch die erfrischende Kälte die draußen herrschen würde.
„Wusstest du, dass Mr. Bradshaw und sein Sohn vorhaben bis Weihnachten zu bleiben?“ fragte Rose mich plötzlich und biss von ihrer Pflaume ab.
Ich richtete mich auf und blickte sie prüfend an: „Sagt wer?“
„Jessi. Sie hat mir erzählt, dass Jane ihr erzählt hat, dass sie bleiben wollen“ Sie machte ein Pause und fügte dann schnell hinzu: „Also, sie wohnen derzeit in einer Pension, in irgendeinem kleinen Dorf und Mr. Bradshaw kommt täglich vorbei, um uns zu prüfen. Wir sind ja immerhin die Oberstufe. Er will jetzt auch ganz genau wissen, wer einen guten Abschluss macht, damit er sich für niemanden schämen muss“ Rose fing an zu kichern. „Und sein Sohn besucht uns… wahrscheinlich nicht sooft. Ich meine er führt ja auch eigenes Leben“
Ich nickte. Wollen wir hoffen, dass Zeroel auch ein eigenes Leben führt. „Und das Ekel von Mr. Bradshaw müssen wir jetzt bis Weihnachten ertragen?“
Rose seufzte und nickte: „Sieht wohl ganz so aus“ Plötzlich grinste sie. „Ich freue mich schon auf Weihnachten. Mein Onkel und meine Tante wohnen in London, und ich fahre dann über die Weihnachtsferien zu ihnen. Bis Silvester. Stell dir das mal vor! Bälle ohne Ende, Opernbesuche und vielleicht auch Verehrer. Aber das habe ich dir ja alles schon erzählt“ Sie lächelte entschuldigend über ihr Geplapper, redete dann aber doch weiter: „Janes Eltern wohnen auch in London. Vielleicht sehen wir uns ja! Wo fährst du hin?“
Ich stockte. Darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Und meine Tante hatte sich auch nicht gemeldet. Schnell senkte ich den Kopf: „Ich weiß es nicht. Ich habe immer noch keinen Brief von meiner Tante erhalten“
„Oh, ach so… stimmt ja!“ stieß Rose hervor. „Aber fast alle fahren über Weihnachten weg. Sogar…“ Sie hielt inne und schaute zu Elly. „Sogar Elly. Bis jetzt ist geplant, dass sie zu ihrer Großmutter fährt, auf's Land, das wird zwar langweilig, aber besser, als in Bradshaw rumzuhängen!“
Ich nickte: „Na ja, ich werde bestimmt zu meiner Tante fahren“ Ich lächelte Rose an und stand auf: „Am besten ist es, wenn ich ihr doch gleich einen Brief schreibe“ Damit ging über den Rasen und zum Schulgebäude.
Ich wollte hoch ins Turmzimmer gehen, als ich in der Halle über Zeroel stolperte. Ich rannte in meiner Versunkenheit förmlich in ihn hinein. Erschrocken schaute ich auf: „Verzeihung“
Ein arrogantes Lächeln huschte über seine Lippen: „Sie scheinen gerne Leute umzurennen“
Ich biss mir auf die Lippen. Daran hatte ich gar nicht mehr gedacht. Am Tag als ich Mr. Bradshaw und seinen Sohn das erste Mal sah, habe ich ihn auch umgerannt.
Ich suchte den Raum nach einem Anzeichen von Mr. Bradshaw ab, aber er schien nicht dabei zu sein: „Wo ist Ihr werter Vater?“
Das arrogante Lächeln auf Zeroels Lippen blieb: „Bei Miss Billay und Mrs. Bradshaw“
„Jan… Miss Billay scheint gut mit ihren Eltern klar zu kommen“ bemerkte ich.
„Wird ihr auf jeden Fall nicht schaden“ meinte er knapp. Plötzlich schaute er mir in die Augen, als versuche er darin irgendetwas zu lesen. Ich versuchte seinen Blick standzuhalten, schaffte es aber nicht. Ich senkte den Blick und machte einen Knicks: „Noch einen schönen Tag“ Ich wollte an ihm vorbeigehen, als er mich unerwarteter Weise festhielt. Ich wirbelte herum und schaute ihn fragend an.
Das arrogante Lächeln aus seinem Gesicht verschwand und er meinte mit ernster Miene zu mir: „Diesen Mittwoch ist ein Opernabend in London und ich habe noch keine Begleitung“
Ich wusste schon wohin das führen sollte: „Ich soll Ihre Begleitdame spielen? Ich glaube da bin ich die Falsche“
Er lächelte wieder arrogant: „Begleiten Sie mich nun zur Oper?“
Ich konnte nicht anders und schmunzelte. Ich machte einen Knicks und sagte übertrieben freundlich: „Mit dem größten Vergnügen“ Damit ließ er mich los und ich drehte mich auf dem Absatz um und machte kehrt.
Daran, dass ich Jane damit verletzen könnte, habe ich gar nicht gedacht.
Oben in meinem Zimmer lieh ich mir Briefpapier von Rose und begann einen Brief an meine Tante zu schreiben. Ich hätte ihr eigentlich nicht geschrieben, doch ich hatte Angst davor die zwei Wochen Weihnachtsferien alleine in Bradshaw verbringen zu müssen. Das würde ich nicht aushalten!
Also begann ich zu schreiben:
Liebe Tante Mary,
Wie geht es dir und deinem Mann? Ich hoffe, dass bei euch alles in bester Ordnung ist.
In Bradshaw ist es
Ich stockte. Was sollte ich schreiben? War es in Bradshaw wundervoll, oder eher zum verrückt werden?
Es war eine Mischung aus beiden. Zum einen waren die nächtlichen Gespräche mit Elly, Rose und Jessi wundervoll und mit Jane im Park zu spazieren, zum anderen wurde ich verrückt, wenn niemand meine Ansichten verstand. Ich seufzte und schaute auf die große Parkanlage.
In Bradshaw ist es wundervoll. Ich teile mir mit zwei ganz tollen Mädchen das Zimmer und auch sonst habe ich noch zwei nette Freundinnen hier gefunden.
Doch waren Elly und Jessi wirklich Freundinnen? Würde ich mich auf sie verlassen können? Und was war mit Rose? Auf Jane konnte ich mich verlassen. Das wusste ich. Doch was war mit den anderen?
Du hattest zwar Recht was die Disziplin und Zucht in Bradshaw angeht, doch man kann sich daran gewöhnen.
Das wahre Anliegen meines Schreibens sind die Weihnachtsferien. Von einer Freundin habe ich erfahren, dass man in diesen Ferien zu seiner Familie fahren kann. Da ich nun länger nichts mehr von dir und meinem Onkel gehört habe, würde ich gerne wissen, ob ich über die Weihnachtsferien nach Cornwall zurückkehren könnte.
In Liebe
Lilli
Ich pustete über das Papier, damit die Tinte schneller trocknete. Dann faltete ich den Brief zusammen und steckte ihn in einen Umschlag. In noch schwungvolleren Buchstaben schrieb ich den Namen meiner Tante und ihre Adresse auf das Couvert. Ich steckte die Feder wieder in das Tintenfass und stand auf.
Am besten wäre es, wenn ich den Brief gleich zu Mrs. Bradshaw bringen würde und sie darum bitten würde, den Brief einer ihrer Boten mitzugeben.
Leise klopfte ich an der dunklen Eichenholztür zu Mrs. Bradshaws Büro.
Ich wartete eine Weile dann ertönte eine raue Stimme von drinnen: „Herein“
Vorsichtig drückte ich die Klinke herunten und trat ein.
Mrs. Bradshaw saß wie gewohnt hinter ihren Schreibtisch. Mr. Bradshaw, der uns bis Weihnachten beobachten wollte, stand neben ihr.
„Ah, Miss Worthem“ sagte er. „Ich hoffe sie haben driftigen Grund bei dieser Sitzung zu
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Kommentare
Mörviii schrieb am 2010-03-09 19:24:19:
ich liebe diese geschichte kp wie ift ich das schon geschrieben habe
ich sags nur nochmal damit du nicht denkst die geschichte wäre langweilig, weil niemand kommentare schreibt oder so
LG
Vany schrieb am 2010-03-09 17:08:47:
weiter weiter :)
ich bin nach wie vor beigeistert von deiner geschichte :)
Lu schrieb am 2010-03-09 13:31:35:
BItte weiter,ich hoffe Zeroel verliebt sich mehr in sie als in Jane xD
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