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Kategorien > Vergangenheit > Liebe/Freundschaft

Die Damen von Bradshaw (Kapitel 20)

von Lilli

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20.

Der Mittwochabend kam schneller als erwartet. Zeroel hatte mir noch einen Brief zukommen lassen indem ein kleines Operngläschen steckte und ein paar kurze Zeilen.

Miss Worthem,
bitte seien Sie Mittwoch um punkt acht Uhr Ausgehbereit. Bewahren Sie das Operngläschen so lange gut auf. Sie werden es brauchen.
Ich gehe davon aus, dass Sie wissen, wie man sich in einer Oper zu kleiden und auch zu verhalten hat.
Bis Mittwoch,
Zeroel Bradshaw

Ich hatte mit keinem freundlichen Brief gerechnet. Doch dies übertraf doch alles, was ich erwartet hatte.
Jessi riss mir den Brief gleich aus der Hand. Sie las ihn sorgfältig und stöhnte dann auf: „Was für ein arroganter Schnösel!“ Ich hörte, wie sie leicht knurrte. „Wenn er nicht so verdammt gut aussehen würde und der Sohn von Mr. Bradshaw wäre…“
Rose lachte und nahm Jessica den Brief aus der Hand. Als sie den Brief auf den Tisch fallen ließ, lachte sie immer noch: „Was habt ihr erwartet?“
Es war nur eine rhetorische Frage, deswegen antwortete niemand darauf.
Am Mittwochabend stand ich dann vor dem Spiegel in unserem Zimmer, während ich Jessica und Rose erlaubt hatte ein Kleid für mich auszusuchen.
Ich nahm jeden Lockenwickler, die mir Elly eingedreht hatte aus meinem Haar und musterte mich misstrauisch im Spiegel. „Ich seh aus wie…“
Elly ließ mich nicht aussprechen: „Wie eine Prinzessin“
Ich schüttelte mit dem Kopf und fasste mir in mein Haar: „Ich sehe aus wie Jesus“
Elly lachte und schüttelte mit dem Kopf: „Du siehst gut aus!“
„In einer halben Stunde, sind es eh’ nur noch krause Wellen“ Ich schüttelte mit dem Kopf und fing an mein Gesicht zu pudern. „Ich verstehe sowieso nicht, wieso ich mir die Haare nicht einfach zusammenbinden konnte“
„Hör mal! Es ist eine große Sache, dass du außerhalb der Opernzeiten von Bradshaw zur Oper gehen darfst! Das ist sonst nur Jane und Julia vergönnt!“ Jessica stemmte empört die Hände in die Taille. „Du solltest es mehr zu schätzen wissen!“
„Ist ja gut“ Ich kniff mir kurz in die Wangen, um ihnen ein wenig Farbe zu verleihen. Doch nur wenige Sekunden danach, war ich so blass wie immer.
Ich hörte, wie meine Kommodenschublade zugeknallt wurde und Rose freudig rief: „Das ist es!“
Ich drehte mich um und sah, wie sie mein moosgrünes Kleid auf meinem Bett ausbreitet. Es hatte dieselbe Farbe, wie meine Augen.
„Meinst du?“ fragte ich skeptisch. Es hatte einen tiefen Ausschnitt und lange Ärmel. Am Rocksaum und am Ausschnitt war schwarze Spitze angenäht.
„Ich kann dir eine schwarze Jacke leihen“ schlug Jessica vor.
„Das wäre nett“ Ich lächelte sie dankbar an und stand auf. Sofort begann Rose mein Korsett zu schnüren. Wesentlich fester und enger als sonst. Für einen kurzen Moment schnappte ich hilflos nach Luft. „Du bringst mich um, Rose“ keuchte ich, als sie Tür aufging. Ich schaute auf und sah wie Jane leise die Tür schloss. „Wie ich sehe, machst du dich gerade fertig“
„Ja“ japste ich. Dann drehte ich mich leicht zu Rose um: „Nicht so fest!“
„Tut mir Leid“ Rose lockerte die Bänder, allerdings nur ein ganz klein wenig.
„Sieht sie nicht toll aus?“ fragte Elly begeistert und warf eine meiner Locken in die Luft.
„Ja, ganz reizend“ lächelte Jane gequält. Dann schaute sie wieder zu mir. „Ich wollte dir nur viel Spaß wünschen“
„Geht’s dir gut?“ fragte ich sie besorgt.
Sie lachte nervös auf: „Ja, natürlich geht’s mir gut! Warum sollte es mir schlecht gehen?“
„Keine Ahnung“ Ich zuckte mit den Schultern und griff zu meinem Kleid. „Deswegen frage ich ja“
„Nein, es ist alles Bestens“ Sie lächelte wieder. Dann wurde sie ernst: „Ich muss jetzt aber wieder los. Mr. und Mrs. Bradshaw wollen mich noch sprechen“ Mit diesen Worten verschwand sie.
Jessi schaute noch eine Weile auf die Tür, zuckte dann aber mit den Schultern und warf sich auf ihr Bett.
Ich war jetzt fertig angezogen und auch die Haare saßen noch einigermaßen. Doch das war meine kleinste Sorge. Ich machte mir Sorgen um Jane. Sie ist mir die ganze letzte Zeit aus dem Weg gegangen, sodass ich keinerlei Möglichkeit hatte mit ihr zu reden. Dabei ist mir unsere Freundschaft doch so wichtig. Innerlich seufzte ich und am liebsten würde ich schreien. Doch ich riss mich zusammen.
„Dreh dich mal“ riss mich Jessi aus meinen Gedanken. Ich gehorchte, wie ein Hund und drehte mich einmal um die eigene Achse.
Elly klatschte begeistert in die Hände, wie es Tante Mary auch immer getan hatte. „Du siehst toll aus“
Rose nickte zustimmend und schaute auf ihre Uhr. Sie zeigte zehn vor acht. „Nun aber los“ Hektisch griff sie zu der schwarzen Jacke, die Jessica schon aus ihrem Schrank geholt hatte. „Man lässt einen Herren nicht warten!“ Sie drückte mir die Jacke in die Hand und ehe ich mich versah, schob sie mich aus der Tür, dicht gefolgt von Elly und Jessica. Gackernd liefen sie hinter mir die Treppe hinunter. Ich verstand nicht warum die drei so einen Aufstand machten. „Ich verstehe nicht, was an allem so Besonders…“ Doch Elly ließ mich nicht ausreden: „Nun schätze es endlich, dass du zur Oper gehen darfst“
In der ersten Etage blieben wir stehen. Jane kam die Treppe nach oben. Sie kam wahrscheinlich aus dem Büro von Mrs. Bradshaw. Sie schaute mich etwas erschrocken an, dann lächelte sie jedoch und sagte leise: „Er wartet in der Halle“
Ich schaute sie lange an und lächelte entschuldigend, doch sie winkte meinen Blick mit der Hand ab.
Schließlich nickte ich und ging schnellen Schrittes die Treppe hinunter. Ich glaube ich hatte noch nie in meinem Leben solch ein schlechtes Gewissen.
Ich hörte noch, wie oben die drei Mädchen kichernd in Ellys und Janes Zimmer gingen. Dann wurde die Tür nicht gerade leise geschlossen. Jessica!
Unten in der Halle stand schon Zeroel. Das Haar hing ihm, wie immer wirr in die Stirn. Er trug einen grauen Anzug mit einem schwarzem Hemd und hatte eine weiße Rose in der Hand. Er lächelte arrogant und reichte mir die Rose, als ich ihn erreicht hatte: „Weil es sich gehört.“
Ich nahm sie an mich und machte einen leichten Knicks: „Danke“
Er reichte mir seinen Arm, und ich hakte mich bei ihm unter. „Beschwer dich aber nicht, wenn ich nicht gut genug war, als Begleitdame“ meinte ich ernst.
Er zuckte nur mit den Schultern: „Ich denk, dass du dich benehmen kannst“ Er grinste mich an: „Wenn du willst“ fügte er noch hinzu.
Ehe Zeroel die Tür nach draußen öffnen konnte, wurde sie nach innen aufgerissen. Ich machte einen Satz zurück.
Vor uns stand Mr. Bradshaw. Er musterte mich von oben bis unten. Dann schaute er mich durchdringend mit seinen blauen Augen an: „Guten Abend, ihr beiden“ Er ging leicht an uns vorbei: „Ich wünsche euch einen schönen Abend“
Es klang so falsch, dass ich dachte ich müsse mich übergeben.
Dennoch zwang ich mich zu einem Lächeln: „Vielen Dank, Mister“
Damit nickte Zeroel seinem Vater noch schnell zu und zog mich dann durch die Tür.
Draußen stand schon Tom mit der schwarzen Kutsche. Er hob den Hut und grüßte uns herzlich. „Guten Abend“ Er

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Kommentare

http//:www.top3-suche.de schrieb am 2010-03-30 18:57:27:
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Lulu schrieb am 2010-03-30 17:46:22:
Bitte schnell weiter! Sie soll Zeroel trotzdem bekommen xD
Mörviii schrieb am 2010-03-29 21:46:43:
omg omg omg !!!
aaa...was für eine tolle geachichte!
also ich habe diese geschichte ja schon vorher geliebt, aber jetzt!
echt schöner teil!
hoffe es geht so weiter, ich fand es besonders gut , dass der teil nicht so kurz ist.
hoffe zeroel und lilli kommen zsm, noch vor zeroels hochzeit mit jane :S
LG
!!! schrieb am 2010-03-29 21:10:37:
super!!! mal sehen wies weitergeht! und hoffentlich gehts schnell weiter!

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