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Kategorien > Vergangenheit > Liebe/Freundschaft

Die Damen von Bradshaw (Kapitel 25)

von Lilli

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25.

Die Eltern von Jane, Lord und Lady Billay, waren sehr höflich und zuvorkommend. Außerdem war Janes Mutter so hübsch wie ihre Tochter und ich wurde sogar ein wenig neidisch.
Das Stadthaus, das Janes Eltern bewohnten war ein Reihenhaus und zählte vier Etagen. Jane und ich würden für die zwei Wochen eine eigenen Etage haben und ich war sehr erfreut zu hören, dass es die vierte war.
Darunter hatten Janes Eltern zwei Etagen, während die erste Etage der Gästetrakt war. Und ganz unten hatten die Dienstboten ihr Reich.
Ich staunte nicht schlecht, als ich mein Zimmer sah. In der Mitte des Raumes stand ein weißes Himmelbett und daneben ein weißer Schrank.
Der cremfarbene Frisiertisch stand gegenüber vom Bett und daneben war ein Schreibtisch.
„Gefällt es Ihnen?“ fragte Maggy, die Gouvernante und Dienstmagd von Jane.
„Es ist hinreisend“ Sofort warf ich mich auf’s Bett und lachte. Natürlich entging mir der erschrockene Ausdruck in Maggys Augen nicht. Hastig stand ich wieder auf und machte einen Knicks.
Maggy lächelte und ging mit den Handtüchern in der Hand zum Bad. Ich schaute ihr noch eine Weile nach und verstaute als Erstes den Zettel von Zeroel in meinem Schuh. Dann begann ich meine Taschen auszupacken. Verwundert schaute ich in den Kleiderschrank. Ich hatte nicht damit gerechnet schon Kleider vorzufinden.
Vorsichtig legte ich sie auf’s Bett und hing meine eigenen in den Schrank und nahm meinen kakaobraunen Reisehut vom Kopf. Ich legte mir die Kleider über den Arm und ging leise zu Janes Zimmer. Vorsichtig klopfte ich an die Tür und trat ein: „Ich glaube es sind noch einige Kleider von dir, in meinem Zimmer“
Sofort begann Jane beherzigt zu lachen: „Das sind deine. Ich habe meiner Mutter deine Größe gesagt und sie hat sofort einen Schneider aufgesucht“
Mir blieb für einen Moment der Mund offen stehen: „Aber… warum?!“ Ich kniff die Brauen zusammen.
Jane lachte wieder. „Sie hat es gerne getan. Sie sagt es sind richtig moderne Stadtkleider. Wahrscheinlich möchte sie dich hier verkuppeln. Das macht sie gern“
Wieder zuckte ich zusammen. Wenn auch nur einer von allen Leuten auf dieser Welt wüsste, dass ich schon längst mit einem jungen Mann Heiratspläne hatte…
Dann lächelte ich dankbar und nahm die Kleider wieder mit ins weiße Zimmer und hing sie dort in den Schrank. Es waren vier wirklich ganz tolle Kleider. Natürlich auch drei helle Farben. Eines hatte lange und weitere Ärmel mit einem weiten Ausschnitt, dass es fast unsittlich war. Es war knallrot und eigentlich wäre ich nie auf die Idee gekommen, so etwas zu tragen.
Das zweite Kleid war langärmelig, rosa und hatte einen hochgeschlossenen Kragen. Dazu gab es eine weiße Stola. Das dritte Kleid war cremefarben mit weißer Spitze und ebenfalls einem Ausschnitt und das Letzte gefiel mir am Besten. Es war dunkeltürkis und war ebenfalls langarmig. Es hatte auch einen gewagten, runden Ausschnitt, den ich mir eigentlich mit meinem Busen nicht erlauben könnte.
Ich konnte nicht anders, ich musste die Kleider bewundern.
Wenig später kam Jane zu mir und setzte sich auf mein Bett: „Dieses Gefühl immer ins Zimmer einer Freundin zu gehen verleiht einem ein wenig das Gefühl, wie man es in Bradshaw hat“
Ich musst kichern und nickte: „Ich hoffe wir werden Rose bald sehen. Und Elly… Oh, wie es Elly wohl gerade geht?“
„Bestimmt gut…“ Sie machte eine Pause, dann schüttelte sie mit dem Kopf: „Wie nett du sein kannst, Lilli. Ich glaube man muss dich erst richtig kennen lernen, um dich mögen zu können“
„Ich weiß“ meinte ich leise.
„Vielleicht können wir Elly und Rose auch schreiben. Ich meine, wir kennen ihre Namen und wenn wir einen Boten losschicken, dann müssten sie den Brief bestimmt bekommen!“ schlug Jane vor.
„Das wäre toll“ sagte ich zustimmend. „Und Jessi müssen wir auch schreiben“
„Ich würde auch gerne wissen, wie es Julia geht, doch das wäre wohl ein bisschen dreist“ sie kicherte. „Nur weil ich neugierig bin“
„Ja, wir hatten zu wenig mit ihr zu tun“ nickte ich und dachte wieder an Julias Schicksal und es stimmte mich immer noch, 5 Wochen später, melancholisch. Wenigstens Elly hatte das Gefühl, dass sie glücklich verheiratet werden könnte.
Und Jane hatte in dieser Hinsicht auch einmal Hoffnung, welche durch mich zerstört wurde. Nur weil ich Zeroel Bradshaw verhext hatte.
Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als Mrs. Billay an die Tür klopfte: „Ihr seid ja wirklich ein Herz und eine Seele, meine Lieben“
Ich lächelte höflich und nickte.
„Ich habe soeben Post von Walter erhalten“ begann Mrs. Billay zu erzählen. Ich schloss aus ihrer Art, wie sie von Walter erzählte, dass er der Dienstbote des Hause sei.
„Post? Jetzt schon?“ fragte Jane überrascht und stand von meinem Bett auf.
„Ja, es ist wahrscheinlich eine Einladung zum Ball“ erklärte Mrs. Billay.
„Oh, ein Ball?“ Sofort nahm Jane ihrer Mutter die beiden Briefe aus der Hand. Der, der an mich adressiert war, reichte sie mir.
Ich öffnete ihn vorsichtig und las ihn mir durch. Es war tatsächlich eine Einladung zu einem Maskenball von Lady Hamshire. Ich kannte allerdings keine Lady Hamshire und fragte mich, wie es dann dazu kam, dass ich eingeladen wurde.
Als ob Mrs. Billay meine Gedanken lesen konnte erklärte sie: „Lady Hamshire ist eine gute Freundin von mir und Jane, und ich erzählte ihr von dir“
Ich nickte: „Vielen Dank“
„Ich hoffe ihr habt Hunger, denn Miss Mabel Smith, unsere Köchin bereitet gerade ein wirklich köstliches Mahl zu“ meinte sie noch, bevor sie sich zum Gehen wandte.
Jane nickte ihr noch höflich zu und steckte den Brief zurück ins Couvert. „Ein Maskenball. Und das schon morgen Abend“
„Wollen wir hoffen, dass die anderen auch eingeladen worden sind“ meinte ich und legte meinen Brief auf den Beistelltisch.
Jane nickte eifrig: „Elly wird auf jeden Fall mit Mr. Howard erscheinen. Er ist bei allen Gesellschaften dabei“
„Wahrscheinlich hat Elly mit Mr. Howard doch nicht einen so schlechten Fang gemacht, wie wir anfangs alle dachten“ musste ich grinsend gestehen.
Jane nickte zustimmend und lächelte: „Ich weiß gar nicht, was wir anziehen sollen. Und als was sollen wir denn gehen?“
Ich konnte nur mit den Schultern zucken und wir beide fingen an zu lachen.
Das Essen, dass die Köchin der Billays kochte war zwar nicht ganz so gut, wie das Essen, das Mrs. Norley immer zubereitete, doch auch Mabels Essen war köstlich.
Das Speisezimmer war genauso edel, wie der Rest des Hauses. Feinstes Silberbesteck lag rechts und links von dem Teller.
Das Essen wurde serviert und wir begannen zu speisen, als Lord Billay von der Stirnseite aus zu seiner Tochter sah: „Wie geht es deinem… Verlobten“
Jane verschluckte sich leicht an ihrem Wein und hustete ein wenig, dann schaute sie ihren Vater an: „Vater, Lilli weiß Bescheid“
„Wie? Sie weiß Bescheid?“ Die Mutter legte das Besteck beiseite und schaute ihre Tochter verwundert an. Dann glitt ihr Blick von Jane zu mir.
„Ich vertraue Lilli. Und ich konnte nicht

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Kommentare

Ich schrieb am 2010-04-27 17:49:08:
Ich habe bisher nur das erste Kapitel gelesen, die Geschichte gefällt mir trotzdem sehr gut, allerdings stört mich etwas das die Geschichte im Präteritum geschrieben ist, ich fände es angenehmer wenn die Geschichte, wie die meisten Ich-Geschichten, im Präsens geschrieben wäre.
!!! schrieb am 2010-04-27 17:06:45:
Wann gehts denn endlich weiter?
LG

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