Die Damen von Bradshaw Kapitel 5
von
Lilli
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5.
Der nächste Morgen kam schnell. Rose rüttelte mich wach und schaute mich aus ihren braunen Augen an: „Du wirst sonst zu spät kommen“
Jessica stand schon fertig vor dem Spiegel und puderte ihre Wangen. Sie rückte den Kragen ihres gelben Kleides und drehte sich dann um: „Du siehst ziemlich müde aus“ lächelte sie.
Ich lächelte halbherzig zurück und ging zu der Kommode. Ich holte mein graues Kleid heraus und schlüpfte rein: „Könnte eine von euch, bitte?“ fragte ich. Sofort war Jessica bei mir. Sie zog das Korsett so eng, dass mir die Luft wegblieb. Schnell hüpfte auch ich vor den Spiegel und puderte mein Gesicht.
„Jetzt kommt schon“ drängte Rose und band ihr Haar wieder zu einem Knoten zusammen. Auch Jessica steckte ihr Haar mit Hilfe vieler, kleiner Spangen hoch. Nur zwei Strähnen ließ sie hängen. Ich kämmte mir mein dunkelbraunes Haar durch und klemmte nur die Strähnen, die mir im Gesicht hingen zurück. Ich drehte mich durch, strich mein Kleid gerade und nickte: „Wir können los“
Rose nickte, öffnete die Tür hob ihr hellbraunes Kleid und tippelte die Treppe hinunter.
Der Unterricht von Madame LeBlanc war eine Herausforderung für mich. Sie sprach schnell und hell. Und die ganze Zeit nur auf Französisch. Ich verstand teilweise kein Wort, von dem, was sie sagte.
„Ou, une nouvelle fille“ redete sie schnell und schaute mich mit ihren warmen Augen an: „Comment vous appellez-vous?“
Ich blinzelte und schaute sie fragend an.
„Comment vous appellez-vous?“ wiederholte sie ihre Frage. Diesmal langsam und deutlich, als würde sie mit einem kleinen, ausländischen Kind reden. Ich hörte wie einge Mädchen aus meiner Klasse kicherten und wäre am liebste im Erdboden verschwunden.
Langsam verstand ich, was sie von mir wollte. „Lilli Worthem“ antwortete ich.
„Ou, Lillian Marie Worthem“ sagte sie und lächelte.
Ich zwang mich auch zu einem Lächeln. Die Stunde fing ja schon mal furchtbar an.
Am Ende der Stunde standen alle auf und packten ihre Sachen zusammen.
Ich wollte schon mit Rose zur Tür hinaus gehen, als Madame LeBlancs Stimme ertönte: „Miss Worthem. Würden sie bitte ein Mal zu mir kommen“ Sie schaute auf. Dann rief sie noch: „Jane, Liebes, bleibst du bitte auch da?“
Das dünne Mädchen mit den weiß-blondem Haar blieb stehen und drehte sich um: „Ja, Madame LeBlanc. Was gibt es denn?“
„Oh, an dir ist gar nichts auszusetzen. Es geht lediglich darum, dass ich vielleicht dachte, dass du Miss Worthem etwas Nachhilfe in Französisch geben könntest. Du bist Jahrgangsbeste“ betonte Madame LeBlanc. "Und du, Lilli, scheinst Französisch nicht allzu gut zu beherrschen" Ich merkte wieder, wie ich rot anlief, und dachte aber auch gleichzeitig: Ah, Jahrgangsbeste.
Jane nickte und kam auf mich zu: „Lilli war dein Name, oder?“ fragte sie.
Ich nickte und lächelte.
„Jane Billay“ stellte sie sich kurz vor. Dann schaute sie zu Madame LeBlanc. „Ich denke ich werde Lilli helfen können“
Madame LeBlanc nickte und lächelte. Dann wurde sie plötzlich ernst: „Jetzt aber ab mit euch, zu Mrs. Harrison. Sie wird sonst böse!“
Jane nickte, machte einen Knicks und hakte sich bei mir unter: „Ich bin sicher, dass du nicht weißt wo der Musiksaal ist“
Widerwillig musste ich lächeln: „Nein, ich habe keinen sonderlich guten Orientierungssinn“
„Ich wollte dir eigentlich gestern schon das Haus zeigen. Denn nach vier Jahren Bradshaw kennt man jeden Winkel“ sagte sie höflich. „Aber ich habe dich leider nicht gefunden“
„Trotzdem danke. Du bist also die Jahrgangsbeste“ hakte ich nach.
„Meine Eltern erwarten es. Und auch so, ich bin bereits verlobt und ich muss eine gute Figur machen“ Sie strich ihr rosafarbenes Kleid glatt. "Ich darf mir keine Fehler erlauben"
„Verlobt?“ Ich staunte nicht schlecht. Obwohl es mich bei ihr nicht wunderte: Jane war gebildet, höflich, hübsch und graziös wie eine Gazelle. Ich hoffte nur für sie, dass sie einen anständigen Verlobten hatte. Nich solche Ratten, wie der Mann meiner Tante oder Mary, oder der Antwärter für Julia.
„Na ja, wirklich verlobt kann man das noch nicht nennen. Aber ich bin schon an jemanden versprochen“ erklärte sie und wirkte dabei unglaublich schüchtern.
„Freut mich für dich“ sagte ich und musste mich wundern wie ehrlich es klang.
„Ich mag ihn auch sehr, aber ob er mich auch so…“ Sie brach ab und starrte zu Boden.
„Verstehe“ sagte ich knapp und ließ das Thema fallen. Anscheinend wollte sie nicht darüber reden.
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Kommentare
Prinzessin schrieb am 2009-12-14 16:05:24:
echt coole geschichte
du schreibst wirkliuch toll aber ich hoffe mal dass so langsam etwas aufregendes passiert zb dass sich lilli in einen verliebt oder sowas
naja mach weiter so
LG Prinzessin
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