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Kategorien > Vergangenheit > Liebe/Freundschaft

Die Damen von Bradshaw Kapitel 7

von Lilli

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7.

Nach der Kunststunde hatten wir eine Stunde zur freien Verfügung bevor es zum Mittagessen läutete. Meistens hielt man sich zu dieser Zeit im Kaminsalon auf. Der Raum hatte seinen Namen von dem prunkvollen Kamin der an der Wand des Zimmers eingebaut war. Das Feuer prasselte und das trockene Holt knackte, als Nana Neues dazulegte. Schnell machte sie einen Knicks und verließ mit gesenktem Kopf das Zimmer.
Sara, Julia und Nicole saßen zusammen und steckten die Köpfe zusammen. Sie kicherten über manche Dinge und schaute ab und an Mal lachend zu Elly. Sie tat zwar so, als würde alles an ihr vorüber gehen, doch das ging es nicht.
Jessica holte ihren Handspiegel aus ihrer Tasche und überprüfte ihren Teint. „Mein Teint ist furchtbar“ stieß sie aus. Jane schaute lächelnd von einem Brief auf: „Erdbeeren machen einen schönen Teint“
Jessica lächelte zurück und setzte sich neben Jane auf das Sofa: „Von wem ist der Brief?“ fragte sie neugierig.
Jane musste noch breiter lächeln: „Von Mr. Charlie Bradshaw“
„Oh, was will er denn?“ hakte Jessica nach. Sie schaute zu mir auf: „Lilli, du musst wissen: Charlie Bradshaw ist der Mann von Mrs. Bradshaw“
„Er kommt in zwei Wochen hierher. Und er will uns alle daran erinnern, dass in einem Monat wieder die reichen Herren aus ganz England nach Bradshaw kommen, um sich eine Braut auszusuchen“ erklärte sie.
Sofort sprang Julia auf: „Wenn mich dann einer fragt, der auch nur einen Grad besser ist, als Mr. Rumble sage ich ja. Ohne viel zu überlegen“
„Oh, dich wird bestimmt jemand fragen“ versicherte Sara nickend.
„Dich natürlich auch“ lächelte Julia. „Und sie werden alle besser sein, als Mr. Rumble“ Sie schaute stolz und hob das Kinn. Dann setzte sie sich wieder hin und holte ein paar Sahnebonbons aus der Tasche. Sie gab sie an Sara und Nicole.
„Ähm, Rose?“ Ich drehte mich zu Rose um, welche neben Jessica saß. Sie schaute auf.
„Kannst du mir noch Mal die Bibliothek zeigen“ fragte ich kühl.
Rose schaute erst zu Jessica, dann wieder zu mir. Bevor sie etwas sagen konnte stand Jane auf: „Ich gehe mit dir hin. Ich wollte mir sowieso noch ein Buch holen“
Ich stand auch auf und folgte Jane nach draußen, als uns Elly hinterher rannte: „Wartet!“ Sie stockte: „Darf ich mitkommen?“
Jane nickte: „Ich kann es dir nicht verbieten“

Die Kochstunde bei Mrs. Norley war eine lustige und lockere Stunde. Elly war neben einer begabten Sängerin auch noch eine begnadete Köchin, was mich nicht wunderte.
Wir wurden in Gruppen eingeteilt: Julia und Rose machten die Vorspeise, Rose, Nicole und Elly das Hauptgericht und Jane, Sara und ich das Dessert.
„Und, wie geht es dem fast Verlobten?“ fragte Sara spitz während sie die Blaubeeren in die Teigmasse warf und ich umrührte. Jane schaute vom Blechfetten auf: „Oh, ich habe lange nichts mehr von ihm gehört“
Sara schaute zu mir: „Weißt du, unsere liebe Jane ist nämlich mit dem…“ Sie konnte nicht ausreden, weil Jane dazwischenfunkte, immer noch höflich aber dennoch drohend: „Du weißt, dass es ein Geheimnis ist und dass du eigentlich gar nichts davon wissen dürftest“
Ich hob kurz die Hände: „Ich will nichts wissen, was mich nichts angeht. Und ehrlich gesagt ist es mir egal, wer mit wem verlobt ist“ Ich rührte weiter und ignorierte den verwunderten Gesichtsausdruck von Sara.
Nach genau ½ Stunde machte ich den Ofen aus und holte mit Ofenhandschuhen unseren Blaubeerkuchen heraus. Ich stellte ihn auf die Theke und Jane nahm ihn aus der Form heraus.
„Sehr gut“ lobte Mrs. Norley. „Der sieht gut aus, wirklich gut. Kennt man gar nicht von Ihnen, Miss Bingley“
Sara lächelte nur und zuckte mit den Schultern. Dass eigentlich Jane fast die ganze Arbeit gemacht hat, verschwieg sie.
Am besten jedoch roch das essen von Rose, Nicole und Elly. Sie hatten eine Kartoffelauflauf und dazu Rehfleisch gemacht.
„Wir hatten eigentlich mehr gekocht, aber Elly konnte es nicht lassen zu probieren“ meinte Nicole spitz und schaute zu Julia. Bevor Mrs. Norley irgendetwas erwidern konnte warf Rose ein: „Das stimmt nicht, Mrs. Norley. Wir hatten lediglich weniger Zutaten genommen“
Elly warf Rose einen dankbaren Blick zu, während Nicole sie nur tötend anschaute. Mrs. Norley ging nicht weiter auf die Streitereien ein, sondern probierte das Essen von jeder Gruppe.
„Ich muss sagen, dass habt ihr alle ganz toll gemacht. Auch wenn hier und da es noch etwas an Würze oder Süße gefehlt hat. Also, als Köchinnen seid ihr schon mal nicht schlecht“
Tanzen bei Mrs. Bradshaw war die strengste Stunde des ganzen Tages. Wir wurden wieder zugeteilt und ich musste mit Nicole tanzen.
„Ich bin aber die Dame“ sagte sie sofort und strich ihr hellgrünes Kleid glatt.
Ich war zwar kleiner, als sie, aber wenn sie gerne die Dame spielen möchte…
„Wir wechseln uns ab, meine Damen, jeder wird einmal die Dame tanzen“ rief Mrs. Bradshaw dazwischen. Die Musik ertönte und Mrs. Bradshaw klopfte den Takt. „Los, meine Damen! Och bitte Elly, stell dich gerade hin. Und Rose, immer Lächeln. Nein, Julia, nicht lachen! Sara! Wirst du wohl aufhören zu quatschen! Männer finden geschwätzige Frauen unattraktiv! Lillian, mach doch bitte nicht so ein Gesicht“
Ich zwang mich zu einem Lächeln und schaute zu Jessica und Rose. Jessica schwebte wie eine Königin über die Tanzfläche, während Rose total unbeholfen aussah. Natürlich waren Julia und Jane total elegant. Auch wenn Julia mit Elly tanzen musste. Sie verzog immer wieder leicht das Gesicht, wenn Elly ihr auf die Füße trat.
„Elly! Hast du auch nur eine Ahnung, wie weh mir meine Füße tun! Du kannst froh sein, dass wir jetzt Unterrichtsende haben, und ich mich setzen kann“ meckerte sie.
„Tut mir Leid“ stammelte Elly.
„Ach, ist schon gut“ Julia hob die Hand und ging die Treppe zu ihrem und Nicoles Zimmer. Vorher drehte sie sich noch einmal um und schaute mich an: „Schönes Kleid, Lilli“ Sie lächelte, doch ich nickte nur und ging mit ihr nach oben.
Jane war mit einem Satz neben mir: „Du wohnst oben im Turmzimmer, nicht wahr? Mit Jessi und Rose?“
Ich nickte: „Ja, willst du vielleicht mit hoch kommen“
„Nein, vielleicht später. Jetzt muss ich erst einmal aufpassen, dass Elly nicht schon vorm Abendessen Sahnebonbons isst“ Sie lächelte traurig und öffnete dann die weiße Holztür zu ihrem und Ellys Zimmer.
Als ich hinter mir die Tür schloss stand Jessica schon wieder vorm Spiegel und kämmte ihre Locken. „In vier Wochen kommen schon wieder die Herren und wählen aus“ seufzte sie. „Meine Eltern wollen unbedingt, dass ich heirate! Am besten noch vor meinem 17. Geburtstag. Also, mein Vater will das. Er will einfach nicht verstehen, dass ich niemanden heiraten will, den ich nicht liebe“
Ich setzte mich auf mein Bett und schaute auf den See.
„Vielleicht findest du aber auch einen, der dir gefällt“ versuchte Rose sie aufzumuntern.
Jessica drehte sich um: „Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Bis zu meinem 17. Geburtstag sind es noch 8 Monate. Das heißt ich kriege noch 2 Mal schöne Männer zu sehen“ Sie

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