Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Satire > Ironische Würdigung

Die Erben altrömischer Dekadenz

von Michael Reißig

1 2 3

Eine heitere Satire mit ernstem Hintergrund

Nachdem FDP-Chef Guido Westerwelle das Verhalten deutscher Hartz IV-Empfänger mit dem dekadenten Lebensstil der alten Römer verglichen hatte, lohnt es sich, eine Epoche der Geschichte des Römischen Reiches einmal näher zu betrachten.


Bereits einige hundert Jahre vor Christi und auch viele Jahre später, hatte dieses machtsüchtige Volk den Mittelmeerraum und andere Teile Europas, brutal an sich gerissen.
Ihre schamlose Geltungssucht, ihr gieriges Streben nach Macht, Gold und anderen Reichtümern, kannte keine Grenzen mehr. Jeder der versuchen wollte, sich dieser kaltblütigen Truppe in den Weg zu stellen, musste rechnen, sofort ins offene Messer zu laufen.
Als die Größenwahnsinnigen sich in Richtung des späteren Norddeutschlands aufgemacht hatten, um dieses Terrain auch noch an sich zu reißen, wagten diese fettlebigen Gestalten nicht mal im Traum daran zu denken, dass sie wenig später mit einer kläglichen Niederlage im Gepäck von dannen ziehen mussten.

Ein Kinderspiel sollte es werden - doch die Eroberer hatten den unbändigen Kampfeswillen des Davids wahrlich nicht auf der Rechnung gehabt.
Die heroische Tapferkeit der germanischen Stämme in diesem denkwürdigen Scharmützel, hatte sich also ausgezahlt.

Diese hätte sich auch im deutschen Lande des Jahre 2010 als hilfreich erweisen können. Seit der Einführung von Hartz IV in new Germany hatten es sich die nicht wissentlichen Erben des Römischen Reiches - allesamt respektlose Taschengeldempfänger, die auf den Genuss des frühen Aufstehens freiwillig verzichten wollten, um sich ja nicht die Finger schmutzig machen zu müssen - in ihren vier Wänden so richtig gemütlich gemacht. Natürlich stand dieses egoistische, besitzstandsstrebende Völkchen auf einer Stufe mit den Königen und Kaisern dieses ehemaligen Reiches. Die schwammen nämlich genauso im Fett wie die alten Römer und ihr sarkastisches Gespött machte nicht mal vor dem volksnahesten und daher beliebtesten Abgeordneten unseres hohen Hauses - unserem Vizekanzler und Bundesaußenminister Guido Westerwelle - halt.
Dem musste unbedingt ein Riegel vorgeschoben werden!
Diese parasitären Lästermäuler lachten sich eins ins Fäustchen. Anders dagegen die genügsamsten Leute unseres großzügigen Wohlfahrtsstaates - angefangen von den Abgeordneten der Länderparlamente bis hin zu denen des Bundestages. Aber auch jene Bänker und Spitzenmanager sollten nicht unerwähnt bleiben, die ihre Unternehmen wegen kaum erwähnenswerter Fehler in den Ruin getrieben hatten. Diese hatten zwar aus Versehen ein paar lächerliche Milliarden in den Sand gesetzt, aber wenigstens dafür gesorgt, dass die Auftragsbücher in den Rettungsschirmfabriken sich von heute auf morgen füllen konnten. Versteht sich von selbst, dass diese fürsorglichen Herren nicht länger bereit waren, sich von unstrebsamen Nichtstuern ihres Vermögens berauben zu lassen. Ist doch klar - wer nichts macht, der kann auch nichts falsch machen! Schließlich war es nur allzu gerecht, ausnahmslos den kleinsten Steuerzahlern dieses Landes an der Finanzierung der Herstellung und der Kosten, die das Aufspannen von unzähligen Schutzschirmen über den Banken - und das in kaum vorstellbaren Größenordnungen - zu beteiligen. Andere waren halt dazu nicht in der Lage gewesen. Die Frage nach dem Warum, vermochte kaum einer zu beantworten.
War ja auch völlig nebensächlich.
Dennoch war es das Gebot der Zeit, alle ALG II-Empfänger schnellstmöglich in Arbeit zu bringen.
Darum galt auch damals schon der Grundsatz:
Jede Arbeit ist zumutbar!
Warum auch nicht. Doch manch Einer fragte sich: Lohnte es sich überhaupt noch, im krisengeschüttelten Deutschland des Jahres 2010, jedes Mal zu früher Stunde den Wecker in helle Aufregung zu versetzen, um nach dem freudvollen Aufstehen und der üblichen Morgentoilette, das Bruttosozialprodukt in schwindelerregende Höhen zu treiben, damit diese, in einem hochprovisionellem Netzwerk operierenden, Langschläferbanden, auch künftig ihrem Hobby frönen können?

Ich glaube schon. Ungeachtet dessen hatte einer dieser rotzfrechen Zyniker eines Tages sogar das Kunststück fertiggebracht, ein überdimensionales Transparent an das Haus des Volkes zu lehnen, von dem in riesigen roten Lettern der Spruch grüßte:
„Arbeit muss sich wieder lohnen!"
Kaum zu fassen!
Der Tatsache geschuldet, dass die Stuhlreihen unter der schmucken Parlamentskuppel seit geraumer Zeit nur halb gefüllt waren - läge doch die Vermutung nahe, die meisten unserer Volksvertreter würden den lieben langen Tag nur auf der faulen Haut liegen, um Däumchen zu drehen.
Gewaltiger Irrtum! Diese ehrenwerten Bürger hatten selbst die fleißigsten Arbeitsbienen unseres Heimatplaneten noch in den Schatten gestellt, was jeder ihnen hoch anrechnen sollte, zumal die ihnen redlich zustehenden Diäten in einer Höhe von weit über siebentausend Euro im Monat auf einem lächerlich niedrigem Niveau verharrten.
Eine Schande für so ein reiches Land, wie es unsere Bundesrepublik nun mal war!
Und wer hatte dieses fürchterliche Dilemma zu verantworten?
Die passende Antwort hätte selbst ein minder bemittelter Förderschüler finden können.
Natürlich nur die Einen - diese widerlich dekadenten Fehlschöpfungen, die einst in den vor Dekadenz überschäumenden Prunkpalästen des alten römischen Reiches ihre Wurzeln geschlagen hatten. Schlimm nur, dass diese schreckliche Erbmasse sich über wahnsinnig viele Generationen fortpflanzen und sogar, in besorgniserregender Anzahl, sich vermehren konnte - und das über unvorstellbare Zweitausend Jahre hinaus!
Da stellte sich natürlich die Frage:
Wer - ja wer war der Übeltäter, der zu verantworten hatte, dass sich dieses schändliche Teufelszeug von Chromosomen, generationsübergreifend, und dazu noch unbehelligt - wie eine Seuche - ausbreiten konnte, und sich ausgerechnet in den Embryos ambitionierter deutscher ALG II-Empfänger einnisten musste.
Guido Westerwelle garantiert nicht. Da konnten doch nur noch die Sozialdemokraten in Frage kommen. Diese badeten freilich in Unschuld, obwohl doch gerade sie es waren, die in jenen Jahren an den Schalthebeln der Macht gesessen hatten, als mit dem Inkrafttreten dieses in genialer Perfektion kreierten Hartz IV-Werkes, dem Klüngel eine neue Plattform gegeben worden war.

Jeder Bürger unseres Rechtsstaates dürfte gewusst haben, dass unsere Volksvertreter - nicht nur in jüngster Vergangenheit - diejenigen waren, denen das Amt auferlegt hatte, sich so mächtig wie kein Anderer ins Zeug legen zu müssen, die aber - vermutlich aus purem Mitleid - nicht imstande waren, diesen nach Aufruhr strebenden Typen, das Wasser abzugraben. Wann werden diese schier endlos scheinenden Geduldsfäden unserer immer sachlich miteinander kommunizierenden Parlamentarier, endlich reißen?
Wer diesen nicht gerade beneidenswerten Knochenjob ausüben musste, so wie es unsere adrett gekleideten Abgeordneten tagein, tagaus in vorbildlicher Weise praktizierten, der sollte natürlich auch gutes Geld

1 2 3

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Google
Pagerank Tools Pagerank Tools