Die Firma -Teil1-
von
Kamill
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Die Firma
- Teil 1 -
Lautlos öffnete ich die Tür und trat in den gigantischen Saal. Erleichtert stellte ich fest, dass ich nicht der Letzte war, obwohl die meisten der Plätze schon besetzt waren. Neugierig ließ ich meinen Blick durch den Raum wandern. Seit unserem letzten Treffen hatte sich nicht viel verändert. Nur eines der Gemälde fehlte, und wurde jetzt durch eine riesige, hölzerne Standuhr ersetzt. Die Vorhänge waren leicht zugezogen und der Raum wirkte dunkel und bedrohlich.
Ich zögerte einen Moment, ging dann aber zielstrebig auf den Tisch, in einer Ecke des Raumes, zu. Meine Schuhe klackten auf dem Pakett, so dass es unmöglich gewesen wäre, es zu überhören. Dennoch ließ sich keiner der Männer etwas anmerken. Sie rauchten ihre Zigarren weiter und nippten an ihren Whiskeygläsern, als ob sie die Gleichgültigkeit meiner Ankunft unterstreichen wollten. Ich trat an die Kopfseite des Tisches, an der ein weinroter, gepolsterter Sessel stand. Er besaß kleine Flügel an den seiten, so dass der Kopf, des darin Sitzenden, gerade verdeckt wurde. Ich räusperte mich.
"Sir Ritchfield ?"
Weißer Rauch wurde ausgestoßen und der Qualm stieg in mein Nase. Er kratzte in meinem Hals und brachte mich zum husten.
"Adam", antwortete eine kalte, dunkle Stimme."Ich habe nicht mit dir gerechnet. Dich zu sehen ist wirklich sehr.... Nun ja, sehr......".
"Unerfreulich?"
Ritchfield wandte mir sein lächelndes Gesicht zu und zog erneut an der Zigarre. Einen Moment lang herrschte Stille. Dann bot er mir den freien Stuhl neben sich an.
"Ich nehme an, du bist immer noch Nichtraucher?", sprach er, während er mir eine Zigarre hin hielt.
Ich nickte.
Er machte eine kurze Pause und ich war mir sicher, dass er sich gut auf seine folgenden Worte vorbereitet hatte.
" Adam, mein Beileid."
Ein Raunen ging durch die Runde.
"Als mich die Nachricht vom Tode deines Vaters erreichte, war ich erschüttert, es hat mich zutiefst getroffen. .Jeder dieser Herren im Raum weiß, dass wir unzertrennlich waren. Stimmt es meine Herren, oder nicht?"
Einstimmiges Gemurmel.
"Ja, so war es. Aber nun wurden wir getrennt und wir müssen versuchen ohne ihn weiter zu leben."Er legte erneut eine kurze Pause ein, vielleicht um zu betonen, dass wir nun die Höflichkeitsfloskeln hinter uns gelassen hatten und das er nun zur Sache kam.
Ich bin nicht mehr der Jüngste, Adam. Ich bin älter als die Meisten hier. Und erfahrener. Und reicher."
Ein Blick in die starren Gesichter der Anwesenden verriet mir, dass sie einen guten Grund zum Schweigen hatten.
"Dein Vater war ein guter Mensch, wirklich. Aber im geschäftlichen Bereich....."
"Ein Versager?"
"Nein. Aber wir sollten den Tatsachen ins Auge blicken: Die Firma lief nicht halb so gut, wie sie hätte laufen können."
Er blickte mich erwartungsvoll an, aber als ich nicht antwortete, sprach er weiter.
"Es ist mir natürlich klar, weshalb du heute gekommen bist...."
Er stoppte doch ich weigerte mich, ihm bei seiner Rede zu helfen. Was wollte er mit diesen Worten bezwecken? Ich war nicht dumm, das wusste er, genauso gut wie ich. War es Hass den er in mir wecken wollte? Hass gegen diese Welt, in die ich hineingeboren wurde?In der ich so lange unfreiwillig leben musste?
"Du bist gekommen, um die Firma deines Vaters zu übernehmen".Bei diesen Worten klang seine Stimme wieder fest und selbstsicher, wie zu Beginn unseres Gesprächs.
"Du willst es also tatsächlich versuchen?"
Ein Hauch von Ironie lag in seiner Stimme. Ich überlegte einen Augenblick, bevor ich antwortete. Je länger ich wartete umso verbisserner wurde sein Blick und so endschied ich mich dafür , noch einen Moment das Gefühl der Macht zu genießen. Ich strich mir mit der Zunge über die Lippen. Der alte Mann fixierte mich mit seinen Blicken ,als versuchte er mich damit an den Stuhl zu nageln. Alles an ihm strahlte blanken Hass aus.
"Ich bin nicht wegen der Firma hergekommen. Sie gehört dir."
Während des Gesprächs hatten sich meine Gedanken geordnet und ich wusste was zu tun war. Ein letztes Mal blickte ich in das verwirrte Gesicht Ritchfields und schob dann meinen Stuhl zurück an den Tisch.
"Meine Herren, guten Tag."Und mit dieses Worten schritt ich herüber zur Tür. Auf der anderen Seite des Saales angekommen warf ich noch einen Blick auf die bedrohliche Standuhr. Dann verließ ich denn Raum. Es war viertel nach Vier.
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Kommentare
Hexe schrieb am 2007-01-04 13:20:36:
hi,
hey dein schreibstil gefällt mir echt gut!
man kann echt flüssig lesen und es ist schön beschrieben, man kann sich alles gut vorstellen. wenn das der 1. teil ist bin ich schon gespannt auf den nächsten!
am anfang dachte ihc bloß der "ich" erzähler wäre ein frau weil ja die schuhe über den boden geklackert sind, da dachte ihc es wären stöckelschuhe aber ......
jetzt glaub ihc das die person ein mann ist, oder?
mmmm auf jeden fall ehct gut und schreib bitte dran weiter! *g* lg hexe
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