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Kategorien > Aus dem Leben > Gefühle

Die Fremde Teil I

von Nacht

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Die Hauptstraße der kleinen Stadt gleichen einem Festsaal kurz nach Ende einer Feier. Es ist der Morgen des Aschermittwochs. Der Asphalt noch vom zurrückliegenden Faschingszug von Luftschlangen, Konfetti sowie leeren Bechern übersät.

Herr Schmidt geht wankenden Schrittes durch den frisch verharrschten Schnee. An seinem Hotel angekommen, betritt er die Halle. Dort trifft er auf einer Gruppe junger Frauen. Die Eine trägt ein Katzenkostüm, die Frau am Tisch, ein Hasenkostüm, und dann noch ein Löwe. Sonst zeigt sich die Halle leer. Die Damen nehmen keine Notiz, und Herr Schmidt lässt sich seinen Schlüßel geben. Dann begibt er sich zum Lift. Während er wartet gesellt sich eine Frau im Abendkleid zu ihm. Der Ausdruck ihrer Augen lassen eine schlaflose Nacht erahnen. Die Lifttüre gleidet mit einem leisen Kling auseinander. Beide treten ein. "Welches Stockwerk?" Fragt er. "Ins Elfte." "Na dann haben wir den selben Weg." Er drückt den Knopf.

Beide schauen aneinander vorbei. Aber denoch kann Herr Schmidt einen Steckbrief abgeben. Obwohl man sich gekonnt übersieht. Doch nach dem Aussteigen hat Herr Schmidt registriert: "Mitte dreißig, helles Haar, gute Figur, hübsches Gesicht. Traurig und verküsst. Eben ein Abschiedsgesicht nach den "tollen Tagen." Als sie später auf dem Flur vor ihm her ging, fielen ihn die Stiefel auf. Doch in seinem Zimmer angekommen, hat er die Frau schon wieder vergessen.
Als erstes zieht er die Vorhänge auf, und richtet sein Bett. Vor dem Fenster liegt die schwarz, funkelnde Kullisse der Stadt Köln. Auf dem Schreibtisch stehen Geschenke von Verwanden und Freunden. Teuerer Schnaps, Selbstgebasteltes, sowie Grußkarten und Pralienen. Herr Schmidt war schon froh, daß alles vorbei ist. Das war das erste Mal, seit seine Frau vor vier Jahren gestorben ist, daß er Sylvester mit seinen Freunden verbrachte. Sonst verbrachte er diese Zeit an einem stillen Luftkurort in der Schweiz.
Er lässt sich auf seinem Bett nieder. Dann schaltet er den Radio ein, trinkt einen Whiski, und geniesst die Ruhe.

Und dann klopft es an der Türe. Auf dem Flur steht die Frau aus dem Lift. Schon eingecremt, und im Bademantel. Doch in Stiefeln. "Entschuldigen sie bitte. Ich störe nur ungern. Und es ist mir auch peinlich Herr?... "Franz Schmidt, ist mein Name, aber kommen sie doch rein." Die Frau tritt ein, und Franz schließt die Türe. "Sussi Müller. Es ist mir sehr peinlich sie zu stören, aber sie sind der Einzigste, der noch wach ist. Franz sagt: "Bitte nehmen sie Platz, was kann ich für sie tun?" "Ich kann meine Stiefel nicht alleine ausziehen, würden sie mir bitte helfen?" Franz erwiderte: "Natürlich gerne." Dabei sieht er die Frau in die Augen. Sofort ist ihm klar, die Stiefel sind nicht ihr größtes, und vorrangiges Problem.

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