Die Gärtnerei
von
King - Karados
Träge zogen die Wolken nach Süden und der Mond tauchte nur selten zwischen den tiefen Schwaden hindurch um die Stadt mit seinem Schein zu umhüllen. Das spärliche Licht brach sich grell auf dem feuchten Beton der kalten Straße und die wenigen Laternen klitterten nervös im Dunkeln. Ein großer schatten begrub die Häuser und Gassen wie unter einem Leichentuch. Doch das alles interessiert Maria nicht. Wie gebannt starrte sie das klobige Gemäuer an, das sich wie ein Parasit aus dem Boden Grub. Die alte Gärtnerei wurde schon lange nicht mehr benutzt. Lange braune Wurzeln schlangen sich um den Stein der nach Jahren zerfressen und porös wirkte. Der große Baum, der auf den Hof stand wurde von etlichen Schlingpflanzen um Rungen und hielt nur noch spärlich stand. Der restliche Garten wirkte wie ein Urwald aus Büschen und Blättern die sich vor ihr auftürmte. Es war schon etwa 10 min. her, dass David über den Zaun geklettert war und in die Gärtnerei verschwunden war. Maria war sich sicher, dass er das nur tat, weil er ihr beweisen wollte wie mutig er war. Doch langsam bekam sie sorge um ihn. Sie waren noch nicht lange zusammen doch schon nach wenigen Stunden hatte sie ihn ins Herz geschlossen. Sie kamen von einer Party und als sie auf dem Nachhauseweg hier vorbei kamen, da hörten sie ein Geräusch. Bei dem Gedanken an dieses wurde Maria wieder ganz mulmig zu mute. Es war so anders und es hatte einfach nicht hierher gepasst, doch gleichzeitig konnte sie nicht sagen von was es ausging. Nervös trappelte sie auf dem Boden und spielte mit ihrem Ring herum.
Plötzlich wurde die Stille von einem Schrei zerrissen. Er klang so unwirklich und grässlich, dass Maria alle Nackenhaare hoch standen. Er kam von David! Ja, das musste es! Sie kannte seine Stimme! Er war es gewesen. Ängstlich schaute Maria sich um, keiner da. Sie musste etwas tun! aber was ? Sie ging langsam auf den Zaun zu, der die Straße wie Pforte von dem Urwald ähnlichem Gebiet abschottete. Sie musste dort hinein. Langsam trat sie näher. Ihre Finger fühlten sich eisig an, aber trotzdem umschloss sie den nackten Stahl und erklomm den etwa Brusthohen Zaun. Mit lautem Herzklopfen stand Maria auf der anderen Seite, doch es kam ihr vor als wenn sie in einer ganz anderen Welt stehen würde. Vorsichtig drückte sie mit der Hand einen Strauch beiseite. Ahhh.! Maria zog erschrocken ihre Hand zurück. Mehrere kleiner Dornen hatten sich in ihre Handflächen gebohrt und ein winziger Spritzer Blut benetzte ihre Bluse als sie sie herauszog. Sie hob die Hand an die Lippen und leckte das Blut von der Handfläche. Langsam und vorsichtig duckte sie sich unter dem Strauch hinweg der ihr zuvor die Hand verletzt hatte. Es waren nur noch wenige schritte zu einem der großen Fenster. Wie ein großer Arm hob sich eine gewaltige Wurzel aus dem Boden und bahnte sich ihren Weg durch das zerborstene Fenster. In diesem Moment verflog der Schleier der sich über den Mond gelegt hatte und der Schein beleuchtete das Gewächshaus. Auf dem Boden wucherten unzählige Pflanzen und die Tische waren von ihren Wurzeln umschlungen. Einige seltsame Geräte standen im Raum, doch Maria konnte sich nicht erinnern so was jemals zuvor gesehen zu haben. Etliche Reagenzgläser lagen zerbrochen auf dem Boden und in schillerten Farben glänzten die fremdartigsten Pflanzen und Blumen. Doch sonst sah sie nichts, nichts und niemanden. Ihr Blick schweifte auf und ab, doch gleich darauf verwand der Mond wieder hinter einer neuen Wolke und das Licht schwand wieder zu seinem trüben Antlitz. Die Dunkelheit umhüllte Maria und es lief ihr eiskalt den Rücken runter. Maria lauschte in die Dunkelheit hinein, vielleicht könnte sie ja David hören. Ein Rascheln. Erschrocken drehte sich Maria um und starrte in die Schwärze die sich über alles gelegt hatte. Etwas huschte zwischen den Büschen hindurch. Oder? War dort etwas? Panisch stolperte Maria einen Schritt nach hinten und plötzlich ergriffen sie 100erte von Armen die sich um schlangen um sie dann in die Dunkelheit zu ziehen. Schreiend und mit rudernden Armen probierte sich Maria zu befreien. Doch durch ihre Bewegungen verdrehte sie sich nur noch mehr. Spitze und dünne Dornen bohrten sich tief in ihr Fleisch und die Schlingpflanzen, die sie nun erkannte, schnitten unbarmherzig in ihren Körper. Dann ging es sehr schnell, ein starker Arm ergriff sie und zog sie aus dem Griff der Pflanze und riss sie sofort an sich. Maria wusste sofort wer es war. "David", schluchzte sie und umschlang ihn. Als sie sich wieder von ihm löste sah sie erst im was mit ihm passiert war. "Oh mein Gott, was ist passiert?" fragte sie aufgelöst. Seine Augenbraue war zerfetzt und über die eine Wange zog sich eine tiefe Wunde. Das Hemd war zerschnitten und mit blut befleckt, doch trotz alledem war er bester Laune. Er lächelte sie an. "Was, was ist passiert?" fragte sie erneut. "Ich bin nur in einen dieser dämlichen Dornensträucher gefallen! Nicht der rede wert." Antwortete er gelassen. "Lass uns erst mal schnell hier raus dann erzähle ich dir alle genau." Sagte er und zog sie in die Dunkelheit.
Schnell stiegen sie über den Zaun und zugleich beleuchtete eine der Straßenlaternen die beiden. "was hast du denn darin gesehen?" fragte Maria etwas ruhiger. Für einen kleinen Augenblick sah Maria etwas in Davids Augen. Etwas wie Angst. Doch gleich darauf war er wieder normal. "Nichts, nur so eine dumme Katze. Ne scheiße, doofe Katze! Haha." Erleichtert begutachtete Maria seine Wunden. "Was, was ist das denn?" fragte Maria erschrocken, als sie Davids Hals betrachtete. Eine kleine Kreisrunde Wunde grub sich tief in den Hals und eine seltsame Flüssigkeit lief diese leicht grünlich leuchten. "Da ist nichts!" fauchte David sie aggressiv an. "Lass mich gefälligst in ruhe", schrie er sie an und schubste sie weg. Und mit diesen Worten zog er seinen Kragen zu, um die Wunde zu verbergen. Erschrocken und unsicher ging Maria einen Schritt zurück. "Sorry, das war nicht so gemeint! Bitte, ich, ich wollte dich nicht anschreien." Entschuldigte sich David schnell und ging schnell auf Maria zu. "Bitte, ich brauche nur etwas Schlaf. Es tut mir leid!" Mit diesem Worten nahm er sie in den Arm. "Komm jetzt ich bringe dich nachhause." Sagte er leise und führte sie in Richtung Stadtmitte. Arm in Arm gingen sie, doch an der nächsten ecke blieb David kurz stehen. Er betrachtete das große Gebäude und zog seine Freundin an sich ran, so das sie es nicht sehen konnte. In diesem Moment leuchteten 100te von roten Augen auf. Aus den Fenstern und zwischen den Büschen funkelten David garstige Blicke an. Davids Gesicht hatte sich verändert, er hatte nichts Persönliches mehr! Er sah böse und hinterlistig aus. Seine Augen leuchteten für wenige Sekunden rot auf. Wie eine Antwort auf das was sich in der Gärtnerei verbarg. Plötzlich wurde sein Gesicht wieder normal und er lächelte Maria an. "Komm wir sollte nun weiter, wir haben noch einiges vor!" Lächelnd zog er seinen Freundin weiter, bis sie hinter der nächsten Ecke verschwunden waren.
Kommentare
Nargoth schrieb am 2009-04-21 22:57:17:
naja ich find die geschichte ansich nicht so schlecht erzählt nur das mit dem "anderen wesen" is fad....aber sonst gut erzählt und die unsicherheit (da man nicht weis was in der gärtnerei ist) ist ziemlich gut rübergekommen^^
Faust schrieb:
Naja!Die Geschichte hätte ruhig etwas komplexer sein können. Und das fremde Wesen die Körper anderer übernehmen, auf die Idee sind auch schon tausend andere Autoren gekommen. Denke dir bei deiner nächsten Geschichte bitte mal etwas neues aus.
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