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Kategorien > Fantasy > Gefallene Engel

Die Gefallenen (Prolog und Kapitel 1)

von Anariel, die Nomadin

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Dies ist die Überarbeitung und weiterführung des Rohentwurfs "Gefallen???"
Ich sagte ja, dass ich es überarbeiten will und mir etwas einfallen lasse.
Ich hoffe natürlich es findet euer Gefallen....

Aufmerksame Leser finden wohl einge Parallelen zu einer anderen Geschichte.....bzw..es mag sich mit dem neuen Prolog wie eine Fortseztung lesen...;-)

Liebe Grüße an euch
und viel Spaß beim lesen..

eure Anariel


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Prolog


Langsam kämpfte er sich unter dem fremden, schweren Körper hervor, der auf ihm lag. Das Wesen, das ihn unter sich begraben hatte war tot und es war wohl gut so, schließlich hatte es versucht ihn zu töten. Aber das war eben so in einer Schlacht. Endlich schaffte er es und kroch unter dem Körper hervor.
Es roch nach Rauch, gerinnendem Blut und Schlimmerem. Eine unheimliche Stille herrschte, nur unterbrochen durch vereinzeltes leises Stöhnen. Diese Stille war erschreckend nach dem Lärm der vergangenen Schlacht.
Vorsichtig erhob sich der Mann und stöhnte leise auf, als er sein rechtes Bein belastete und heißer Schmerz durch die Gliedmaße schoss. Ein kritischer Blick zeigte ihm geronnenes Blut, einen langen Riss im Hosenbein und darunter eine lange Schnittwunde, die allerdings nicht allzu tief schien. Vorsichtig belastete erneut das Bein und stelle fest, dass er es durchaus benutzen konnte. Mit einer fahrigen Bewegung strich er sich das mittlerweile schulterlange, braune Haar aus den Augen. Seine grauen Schwingen waren recht zerzaust und wiesen einige kleine Schnittwunden auf, waren aber ansonsten unversehrt. Dennoch konnte der Engel im Moment nicht fliegen. Hinkend bewegte er sich über das riesige Schlachtfeld. Wo waren seine Freunde? Wo war der große Dämon, den er so ins Herz geschlossen hatte und die Leopardenfrau, wo die gefallenen Engel und die Drachin? Und vor allem, wo war ER, der Lichtträger, sein bester Freund?
Seine Augen weiteten sich, als ihm die gigantischen Ausmaße des Schlachtfeldes bewusst wurden. Und überall lagen Verwundete und Tote. Am Himmel kreisten die Aasvögel schon und die Luft war mit dem Gestank angesengten Fleisches, Blut, Schweiß und Unrates geschwängert.
Sein Blick irrte weiter und verblieb dann auf dem bekannten Gesicht einer Harpyie, die vor ihm lag. Noch bevor er sich hinunterbeugen konnte, erkannte er, dass die die geflügelte Kriegerin tot war. Eine klaffende Wunde zog sich quer über ihre ganze Brust und hatte sogar die Rippen freigelegt. Erst jetzt musste der Engel würgen und nur mit großer Mühe gelang es ihm, sich nicht zu übergeben.
Verstört irrte er weiter und lies sich schließlich mutlos auf einen Felsen nieder. Der Schmerz in seinem Bein wurde auch schlimmer. Müde und traurig lies er seinen Blick wieder schweifen und sprang dann erfreut auf, als er eine große Gestalt entdeckte, die auf ihn zukam.
Lachend rief er nach dem großen Dämon, in dem er einen seiner Freunde erkannte und dieser hob froh die krallenbewehrte Hand. Augenblicke später waren die beiden Freunde zusammen, doch der ernste Blick des Dämons ließ den Engel schlimmes ahnen.
“Es ist so schön, dass du noch am Leben bist,” die Stimme des Engels war rau vor unterdrückten Emotionen, “mein Freund, es freut mich so, dich zu sehen. Weißt du was mit den anderen ist?”
Der Dämon schüttelte den Kopf.
“Ich weiß nichts von den anderen, aber die Drachin ist wohlauf. Ich habe IHN, den Lichtträger gefunden.” Der große Mann seufzte schwer. “die Drachin ist jetzt bei IHM. ER stirbt!”
Der Engel nickte nur ernst.
“Ich kann ihm auch nicht helfen, meine Heilkraft ist völlig erschöpft.” Seien Stimme klang müde. ”Aber bring mich bitte schnell zu ihm.”
Tränen schimmerten in seinen Augen, aber er hielt sie eisern zurück.
Lange und schmerzhafte Minuten später kamen die beiden Männer auf einer Kuppe an, wo schon die Drachin in Menschengestalt auf sie wartete. Sie hatte den Kopf des Lichtträgers in ihrem Schoß gebettet und versuchte vergeblich den Blutfluss aus der tiefen Brustwunde des Mannes zu stillen. Seine schwarzen Schwingen waren völlig verklebt und wohl an mehreren Stellen gebrochen.
Traurig kauerte er sich neben seinen Freund und strich ihm vorsichtig die langen, tiefroten Haare aus dem Gesicht, worauf hin der Lichtträger seine schönen, dunkelgrünen Augen öffnete. Ein klägliches Lächeln erschien auf seinem Gesicht und der griff nach der Hand des anderen Engels.
“Es ist schön,” meinte der rothaarige Mann, “das ich dich noch einmal sehen darf, mein Freund.”
Er lächelte wieder leicht, als sein Freund nur stumm nickte und vergeblich versuchte die Tränen zurückzuhalten.
“Wein nicht um mich,” die Stimme des Mannes war sehr leise,” wein niemals um mich. Ich werde wieder bei IHR sein, Endlich, nach so langer Zeit.”
Mühsam holte er Atem, was ihm langsam immer schwerer fiel. Ein hartes Husten schüttelte ihn kurz und ein feines Blutrinnsal floss ihm nun aus dem Mund.
“Ich muss es weitergeben,” fuhr er endlich fort, “verstehst du, mein Freund? Ich muss das Licht, den funken weitergeben bevor ich sterbe, denn sonst ist er mit mir verloren. Und das darf nicht sein.”
Erneut schüttelte ihn ein Hustenkrampf und noch mehr Blut floss.
“Ich nehme es auf mich.” Die Stimme des braunhaarigen Engels klang verzweifelt, aber der Lichtträger schüttelte schon den Kopf.
“Du bist nicht stark genug,” brachte er mühsam hervor, “und du weißt es. Nur mein Fleisch und Blut oder IHRES ist fähig den Funken zu halten.”
Erneut musste der rothaarige Mann inne halten, seine Atmung wurde immer mühsamer und schwerer. Besorgt strich ihm der Freund erneut die roten Haare aus der Stirn.
“Dann lass mich etwas anderes für dich tun,” meinte er nun rau, “und lass mich dir den Schmerz nehmen.”
Die Augen des anderen flackerten etwas.
“Du weißt dass dies verboten ist.” Sein Einwand klang schwach und der braunhaarige Engel lächelt nur leicht.
“Ich falle sowieso,” meinte er nun, “also lass mich wenigstens das noch für dich tun, mein Freund. Ich will dich nicht unter Schmerzen gehen sehen.”
Mit diesen Worten legte er seine Hände sanft auf die Brust des Lichtträgers und dieser wandte nichts mehr ein. Er konzentrierte sich auf seine letzten Reserven und es gelang ihm, noch einmal seine Heilkräfte zu aktivieren. Es war nicht genug um die garstige Wunde zu schließen, aber es reichte um das Schmerzempfinden des anderen zu dämpfen. Das leise, erleichterte Seufzen des Lichtträgers sagten ihm, dass er erfolgreich gewesen war.
Minuten vergingen und sie schienen dem braunhaarigen Engel, dem großen Dämon und der Drachin wie Stunden. Langsam tauchten auch einige ihrer anderen Freunde auf, einige davon verletzt, aber sie würden überleben. Der Lichtträger war froh um jeden einzelnen und zeigte das auch. Sie würden diese Welt retten müssen. Als dann aber auch noch ein Engel mit schneeweißen, nun blutbesudelten Schwingen, blauen Augen und beinnahe weißem Haar auftauchen, da musste auch er die Rührung unterdrücken.

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Kommentare

Nischi schrieb am 2010-02-27 01:16:32:
Hallo Anariel!
Ja es gibt Parallelen zu Schattenmacht(hoffe das du da auch bald weiterschreibst :) ) und auch ich finde das interessant und hoffe du schreibst schnell weiter. Deine Geschichten fesseln mich immer und freue mich jedes mal riesig wenn du etwas neues schreibst.
Ganz liebe Grüße
Nischi
Dr.Soltberg schrieb am 2010-02-21 14:06:32:
Hallo Anariel!

Ich melde mich diesmal hier zu Wort.
Das hat schließlich was nostalgisches.
Da ich Schattenmacht leider nicht gelesen habe, kann ich hier leider nichts zu den Parallelen sagen und daher fühle ich mich wahrscheinlich auch so mitten ins Geschehen geworfen.

Allerdings ist es eine sehr schöne Geschichte geworden und ich bin wirklich immer wieder erstaunt, welcher Ozean aus Fantasie in dir zu wogen scheint.
Und die Ästhetik dieser Geschichten gefällt mir wirklich sehr.

Über deine Professionalität muss ich keine Worte mehr verlieren.

mfG,
Dr.Soltberg
The Shadow schrieb am 2010-01-30 03:51:45:
Oh wie cool ist das denn??? Ich darf Namenspatron für eine deiner Figuren sein!!!! Jetzt hab ich glatt Herzklopfen vor lauter Freude.;-)))

Ne im Ernst, das ist wieder einmal ein grandioser Auftakt und ja, da sind eindeutioge Paralellen zu finden. Ganz ähnlich geht es mir wie Jeiy, so traurig das ER sterben muss, aber irgendwie hat er es auch verdient endlich Frieden zu finden.

Ich finde es übrigens großartig und auch ein klein wenig traurig, dass du Schattenmacht hier nicht mehr weiter veröffentlichst. Großartig, weil ich hoffe das ganze mal als Buch in Händen zu halten und traurig, weil ich hier nix mehr davon lesen werde.

Aber liebe Anariel, auch wenn du hängst, gib ja nicht auf!
Ich will dieses Buch haben...-grinst-

Liebe Grüße
von nem Fan.
Anariel schrieb am 2010-01-30 00:58:21:
Hallo Jeiy,

freut mich, dass es dir gefällt.
Nun, die Idee, dass ich diese beiden Geschichten verknüpfen könnte kam mir, während ich "Gefallen???" überarbeitete. Da ich hier jedoch eine weiblichen Lichtträger habe, musste ich mir etwas einfallen lassen. Und ganz ehrlich, nach all dem, was ich ihm in Schattenmacht antue, da hat er es durchaus verdient nun Frieden zu finden.

Auf jeden Fall kam ich so auf die Idee, dass die Lichtträgerin in dieser Geschichte SEINE Tochter sein könnte.Also ist dein Lieblingscharakter nicht so wirklich ganz weg, zudem soll es in dieser Geschichte immer wieder so eine Art Rückschau geben.
Tja und nu fehlt mir nur noch ein passender Name für meine Lichtträgerin...hast du ne Idee??

Liebe Grüße
Anariel
Jeiy schrieb am 2010-01-29 10:46:51:
Hallo Anariel!
Na das freut mich aber, dass du beschlossenen hast dich doch noch mehr mit dieser Geschichte zu befassen! Und du hast Recht, es sind deutliche Parallelen zu deiner Schattenmacht zu erkennen, was ich aber überaus interessant finde!
Aber dass du meinen Lieblingscharakter einfach so sterben lässt, und dann auch noch sofort im Prolog! Nein nein, das geht doch nicht! ^^ Auf der anderen Seite sei es ihm vergönnt. Er hat schließlich schon so viel durchmachen müssen, vor allem auch in deiner Geschichte ^^ Jetzt kann er endlich Ruhe und Frieden finden, das finde ich schön.
Nebenbei, ich kann mir sehr gut vorstellen, wen du mit IHR meinst - besonders im Bezug zu Schattenmacht natürlich und ich finde es wirklich gut, wie du all deine Charaktere auch hier wieder miteinbeziehst. Ich hoffe, du schreibst weiter! Denn auf deine Geschichte freue ich mich hier immer am meisten!
MfG
Jeiy

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