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Kategorien > Mysterie >

Die Geisterfrau und ihr Jäger

von Lacuna

Mit schwarzem, langen Haar und violettem Samtkleide
sitzt sie am Rande des Weges,
wollte sich ausruhen und warten,
ob ihr eine Seele Begleitung schenken würde,
um ihre Müden Füße neue Energie zu geben,
bevor die Haut sie nicht mehr tragen konnte

setzt sie sich hin und wartet,
und sieht all die Lichter an ihr vorbeiziehen
die ihr sagen wollen, das sie ihnen folgen soll

doch die Füße tragen nicht mehr,
und doch drehte sie sich um,
denn ihr Urvertrauen verließ sie so plötzlich,
als sie fühlte, allein und ohne Schutz zu sein

und sie sah die dunklen Augen im Dickicht
als wollten sie ihr sagen, das sie den Lichtern niemals folgen könne

denn ihr Verstand sei stärker als ihr Licht

Der Sinne beraubt, des Verstandes widerwillig folgend
steht sie auf um den Lichtern zu folgen
ohne zu Wissen, daß sie auf der Flucht war
und den Lichtern nicht mehr geistesfolgend seine könne

und die Zeit blieb stehen
und jeder Schritt war tonnenschwer
und jeder Schritt eine Wunde an ihren Füßen

lief sie weiter, bis ihre körperlichen Kräfte sich dem Ende neigten

war sie so weit gelaufen
war sie von Flucht ergriffen
als ein Licht, das an ihr vorbeizog, stehen blieb
und sprach: "Liebliches, bleib am Wegrand sitzen
es kann dir nichts geschehen, und kein Schmerz der Welt
kann Dich aufhalten, kein dunkler Gedanke kann deiner Herr werden,
denn Du warst immer unser Passagier, warst immer unser Gefolge.

Nur als du nicht glaubtest, bei uns zu sein hattest Du den Schmerz, warst Du allein
und Deine Jäger folgten Dir aus eigenem Verstandes Willen

So glaube an Dich und gehe mit uns
So stehe auf und liebe uns
So stehe auf und verzeihe dir
So drehe Dich um und sehe, daß es keine Jäger gibt"

Von Angst zerrissen drehte sie sich um
und sah die Augen im Dickicht
die voller Liebe und Furcht zur ihr blickten

als wollten sie sagen:

Liebes, nehm mich mit
denn auch ich liebe dich
mein Schein ist nicht hell, sondern dunkel
mein Antlitz nicht weich, sondern hart
meine Augen nicht liebevoll, sondern starr vor Angst

wirst Du mich mitnehmen; als Dein Jäger?

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