Die Geschichte von Jan und Jana
von
Juuulie
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Die Geschichte von Jan und Jana
Jan und Jana leben in der Großstadt Hamburg. Sie waren einmal ein glückliches Paar. Heute sind sie das nicht mehr. Jan und Jana streiten sich. Jan hält es nicht mehr aus, rennt aus der Wohnung und knallt die Wohnungstür hinter sich zu.
Im Treppenhaus ignoriert er den Vermieter, der mal wieder die Miete der letzten Monate erbetteln will, dreist und rennt die 6 Stockwerke nach unten. Es sind 103 Stufen, er hat sie schon oft gezählt.
Jan läuft zur U-Bahn Station. Er möchte in die Innenstadt fahren, sich bei einem kühlen Bier abreagieren. Aber so einfach geht das nicht. Gerade als Jan in die U-Bahn steigen möchte, wird er von furchterregenden Ganoven gepackt und an die Wand gepresst. Sie wollen Geld, wie immer. Jan kennt das schon. Aber Geld hat er leider selbst keins. Also nimmt er wie jedes mal sein Messer aus der Tasche und hält es den Ganoven unter die Nase. Die machen dann zum Glück die Fliege.
In der angesagtesten Kneipe der Stadt ist natürlich mal wieder kein Platz frei, also muss Jan die zweit angesagteste nehmen. Die ist leider die teuerste Kneipe in der Stadt.
In der Kneipe läuft ein Fußballspiel. Deutschland gegen die Türkei. Selbstverständlich kommen Jugendliche vorbei, die versuchen zu randalieren, aber das Sicherheitspersonal ist schon gewappnet.
Jan bestellt sich einen Bier Energy Mix. Das ist das neuste und angesagteste Getränk überhaupt. Er setzt sich an die Bar und schüttet dem Barkeeper sein Herz aus. Den Barkeeper interessiert das herzlich wenig, er hört sowas stündlich.
Nach ein paar Bier Energy Mixen muss Jan nach Hause fahren, er hat kein Geld mehr. Denn ein Bier Energy Mix kostet mehr als man denkt.
Aber traurigerweise ist die Wohnungstür verschlossen, als Jan zu Hause ankommt. Und er hat keinen Schlüssel dabei. Ob er bei den Nachbarn klingeln und um ein Nachtlager betteln soll? Nein, zu den Nachbarn will er nicht gehen, die haben sich bestimmt schon den ganzen Tag lang über den Ehekrach aufgeregt, den man durch die hauchdünnen Wände natürlich in voller Lautstärke mitkriegt. Außerdem hat Jan seit er in diesem Haus wohnt höchstens einmal mit den Nachbarn gesprochen. Er weiß gar nicht, wie er sie ansprechen sollte.
Nun gut, dann eben ins Hotel gegenüber. An sich keine schlechte Idee. Nur ist da leider die Sache mit dem Geld. Jan hat nämlich nicht mehr so viel davon. Es würde höchstens genügen, um sich in der Hotelbar einen Scotch zu gönnen.
Aber vielleicht gibt es ja ein kleines Hinterzimmer, was niemand braucht. Oder einen Schuppen, der ein kleines bisschen wohnlich eingerichtet ist.
Jan beschließt, einfach mal nachzufragen. Aber am Portier kommt er nicht so einfach vorbei. Nein, kostenlos könne man hier in der Gegen fast nirgendwo übernachten. Er solle es doch mal an der U-Bahn Station versuchen.
Dankbar für diesen Rat verkrümelt sich Jan zu ein paar schlecht gekleideten jungen Herren, die ihr Lager im U-Bahn Schacht aufgeschlagen haben. Zwischen ihren Schäferhunden findet er einen angenehm weichen Schlafplatz. Und dass er am nächsten Morgen gar kein Geld mehr bei sich hat, stört Jan auch nicht. Er hatte noch nie viel davon.
Jan und Jana leben in dem kleinen Dorf Pusemuckel. Heute sind sie das nicht mehr. Jan und Jana streiten sich. Jan hält es nicht mehr aus und rennt aus dem alten Bauernhaus. Er versucht sogar, die Tür hinter sich zu zuknallen, aber leider fällt sie dabei auseinander. Das Holz ist wohl schon etwas morsch.
Draußen ignoriert er den Nachbar, der mal wieder neugierig über den Zaun gafft weil er sonst nichts zu tun hat und wahrscheinlich schon wieder genaustens über die neusten Geschehnisse in Jans Leben Bescheid weiß. Jan macht sich durch den Garten auf den Weg zur Straße. Es sind 503 Meter, er hat sie schon oft gezählt.
Jan läuft zur Bushaltestelle. Er möchte in die nächste Stadt fahren und sich bei einem kühlen Bier in einer trendigen Kneipe abreagieren. Aber so einfach geht das nicht. Der Bus fährt leider erst in 4 Stunden ab und so lang kann Jan unmöglich warten. Aber er kennt das schon. Wie jedes mal geht er statt dessen in den uralten Dorfkrug.
Im uralten Dorfkrug sind alle Plätze frei. Es läuft ein Fußballspiel, Pusemuckel gegen Hintersdorf. Selbstverständlich kommen keine Jugendlichen vorbei um zu randalieren. Davon gibt es auch nicht allzuviele in Pusemuckel. Gut so, denn Sicherheitspersonal ist nicht vorhanden.
Der alte Mann hinter der Bar, den man schlecht als Barkeeper bezeichnen kann, schiebt Jan ein frisch gezapftes Weizen vor die Nase. Bezahlen muss Jan nichts, das Weizen geht selbstverständlich auf Haus. Jan schüttet dem alten Mann hinter Bar sein Herz aus. Der interessiert sich prinzipiell schon dafür, da er am Tag nicht allzu viele Gäste hat, weiß über Jans Situation aber schon längst Bescheid.
Nach sehr vielen Weizen muss Jan nach Hause gehen. Ihm ist schlecht, denn wenn der alte Mann hinter der Bar schon mal ausschenkt, dann auch richtig.
Aber traurigerweise ist die Wohnungstür verschlossen, als Jan zu Hause ankommt. Und er hat keinen Schlüssel dabei.
Bevor er darüber nachdenken kann, bei seinen Nachbarn zu klingeln, fordert ihn der Nachbar schon auf, hinein zu kommen. Er habe natürlich schon längst alles mitkommen.
Eigentlich würde Jan ein Hotel bevorzugen. Aber so etwas gibt es leider nicht in Pusemuckel.
Also verkrümelt sich Jan auf das Sofa seines Nachbarn, wo ihm der Dackel Waldi Gesellschaft leistet. Das ist zwar nicht außergewöhnlich weich, aber immerhin hat Jan am nächsten Morgen noch all sein Geld und kann gemütlich im warmen Haus warten, dass Jana die Tür wieder öffnet.
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Kommentare
Jana schrieb am 2008-04-26 21:58:35:
die Gegensätze zwischen Stadt und Land kommen sehr gut zur Geltung. Allerdings finde ich die Geschichte etwas öberflächlich geschrieben - Jana kommt etwas zu kurz. Es fehlt auch ein Happy-End. Was fühlen und denken die
beiden? Darauf könnte man noch mehr eingehen.
Coils schrieb am 2007-04-03 14:19:41:
Nich schlecht, die zwei Sichtweisen gefallen mir sehr gut - zum Teil zu drastisch / zu übertrieben vielleicht oder so stechen die Unterschiede auch besser hervor! Gut gemacht!
mimi schrieb am 2007-03-15 18:09:19:
Sehr gut den Kontrast zwischen Big City Life und Landleben herausgefiltert und auch gut dargestellt ;)
greek_lover_69@hotmail.com schrieb am 2007-03-13 01:19:39:
hey super...die selbe geschichte aus 2 blickwinkeln...
du hast mir ne gute idee gegeben...
nur ein kleiner tip..is nciht böse gemeint... die auswahl eines etwas "höheren" wortschatzes an einigen stellen würde die geschichte noch besser machen....
allendra schrieb am 2007-03-11 20:32:47:
hallo, ich komme bei der geschichte nicht ganz draus ob sie uns irgendetwas sagen soll z.B das auf dem land alles besser ist, oder so?
liebe grüsse allendra
Nerea schrieb am 2007-03-10 20:20:34:
Hey!
Ich finde, die Geschichte in zwei Versionen zu schreiben, war eine gute Idee!
Hier kann man den Unterschied zwischen der kalten und abweisenden Stadt und der Wärrme und Gastfreundschaft des Dorfes, förmlich spüren.
Die Story finde ich an sich auch ziemlich gut, wobei mir da die Sicht von Jane fehlt.
Ich nehme an, dass es unwichtig ist, worüber sich die Beiden gestrittten haben, aber man hätte es in Jans Gedanken (Innerer Monolog) wenigstens andeuten können. Wie sehr er sich über Janas Unverständnis und Sturheit ärgert, z.B.
Alles in allem, eine gelunge Geschichte.
Grüßchen, Nerea
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