Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Fantasy&Märchen > Märchen

Die Geschichte von der Windharfe

von Iustitia

1 2

Es begab sich zu einer Zeit, als die Götter noch auf der Erde wandelten, dass eine Frau zwei Kinder zur Welt brachte, einen Jungen und ein Mädchen.
Die beiden Kinder wuchsen auf und beobachteten jeden Tag die See von einer hohen Klippe aus, lauschten dem Gesang der Wellen. Ihre Mutter warnte sie, nicht zu nah ans Wasser zu gehen, denn dort würden Wesen leben, die den ganzen Tag darauf warteten, dass sich jemand zu ihnen begab, damit sie ihn ins Wasser zerren konnten und ihn auf ihren Rücken dorthin tragen konnten, wohin der Wind kein Schiff mehr trägt. Brav wie sie waren, gehorchten die Kinder ihrer Mutter, obwohl sie es vor Neugier wie diese Wesen wohl aussehen mochten, kaum aushalten konnten.
Eines schönen Abends saßen die Geschwister wieder auf der Klippe. Sterne funkelten hoch am Himmel und ein voller Mond tauchte das Meer in silbriges Licht. Plötzlich deutete das Mädchen aufgeregt auf das Meer hinaus. „Sieh nur Bruder!“, rief sie aus, „dort hinten ist etwas! Im Wasser!“ Und sofort starrte der Junge angestrengt in die Richtung, in die seine Schwester zeigte. Doch so sehr er sich auch bemühte, er konnte nichts erkennen. Doch das Mädchen ließ sich nicht beirren. Sie deutete auf das Meer hinaus, sprang auf, hüpfte hoch, nur damit ihr Bruder auch sehe was sie sah. Schließlich, als sie wieder hochgesprungen war, verzerrte sich ihr Gesicht einen Moment lang zu einer bizarren Grimasse. Sie war nicht einfach nur in die Höhe gesprungen, sondern auch ein kleines Stück vorwärts. Gerade noch hatten ihre Füße die Klippe berührt. Einen Herzschlag lang rührte weder das Mädchen noch ihr Bruder sich, bis das Mädchen dann vorsichtig einen Fuß nach hinten zu setzen versuchte. Ihr Fuß hatte noch nicht die Erde einen Schritt hinter ihr berührt, da gab der Boden unter ihrem vorderen Fuß nach. Jeglichen Haltes beraubt, stürzte das Mädchen in die Tiefe. Der Junge schrie und schrie und ungeachtet der Warnungen seiner Mutter rannte er hinunter zum Strand. Wellen brachen an seinen Knöcheln als er schließlich stehen blieb, noch immer nach seiner Schwester rufend. Doch er sollte keine Antwort erhalten. Stattdessen sah er im fahlen Mondlicht etwas, das er im ersten Moment für eine ferne Insel gehalten hatte. Es war jedoch keine Insel, denn Inseln pflegten sich auch damals nicht zu bewegen. Ein Windhauch wehte dem Jungen ins Gesicht und trug einen Duft an seine Nase heran. Vertraut und doch fremd. Es dauerte einen Moment bis er es verstand: das auf dem Meer dort musste seine Schwester sein, es war ihr Geruch, gemischt mit etwas, das er nicht zuordnen konnte.
Nachdem er eine ganze Weile noch zum Horizont gestarrt hatte, an dem das Etwas bei dem seine Schwester sein musste, verschwunden war, kehrte der Junge schließlich zu seiner Mutter zurück. Jene war betrübt zu hören was ihrer Tochter widerfahren war, doch verlor sie kein weiteres Wort darüber. Viele Jahre strichen ins Land und jeden Tag verbrachte der Junge, nun ein ansehnlicher junger Mann, auf der Klippe in der Hoffnung, etwas von seiner Schwester zu sehen. Doch abgesehen von gelegentlichen Windstößen, die ihren Duft mit sich trugen, entdeckte er nichts. Und auch der Duft seiner Schwester wurde immer fremder mit den Jahren.

Eines Tages kam ein Schiff über den Horizont gesegelt. Aufgeregt, dass dies vielleicht seine vor so vielen Jahren verloren gegangene Schwester seien könnte, lief der junge Mann in den Hafen, um das Schiff willkommen zu heißen. Zu seiner Enttäuschung aber musste er feststellen, dass keine Frau auf dem Schiff war und die Seemänner auch kein Mädchen gesehen hatten, das seiner Schwester ähnelte. Als der Captain des Schiffes den enttäuschten Blick des jungen Mannes sah, machte er ihm ein Angebot: „Wir könnten noch einen Mann gebrauchen an Bord. Und vielleicht findest du ja da draußen irgendwo auch dieses Mädchen.“ Begeistert sagte der junge Mann zu und als das Schiff den Hafen wieder verließ, so war es um ein Crewmitglied reicher.
Aus Tagen auf See wurden Wochen, aus Wochen Monate und aus Monaten schließlich Jahre, als der Mann schließlich kurz davor war die Hoffnung seine Schwester jemals wieder zu sehen aufzugeben. Eines Nachts jedoch, als der Vollmond wieder einmal hoch am Himmel stand, zog ein Sturm aus dem Nichts auf. Mächtige Wellen spülten über das Schiff hinweg, der Mast brach und fiel ins Wasser. Verzweifelt versuchte der Mann sich irgendwo fest zu halten, doch vergebens: er wurde von einer großen Welle über Bord gespült und unter die Oberfläche des kalten Wassers gedrückt. Jeder Versuch, wieder an die Oberfläche zu kommen scheiterte.

Als er die Augen wieder aufschlug, wusste er nicht wo er war, oder wie er dort hingekommen war. Mühsam richtete er sich auf und sah sich um. Er befand sich in einer Höhle, an die ein dunkler Tunnel angrenzte. Ein angenehm warmer Wind wehte dem Mann aus jenem Tunnel entgegen. Ohne recht zu wissen was er tat, trat er in den Tunnel hinein und folgte ihm, gegen den Wind ankämpfend. Nach einer wie es schien Ewigkeit in der Dunkelheit des Tunnels, trat der Mann dann schließlich in eine weitere, kreisrunde Höhle. Genau in der Mitte befand sich eine durchsichtige Harfe, aus der ein schwaches Licht zu dringen schien. Erst jetzt bemerkte der Mann die schöne Frau, die an der Harfe saß und spielte. Ihre Gewänder waren blau wie das Meer und ihre Haare wirkten wie Seegras, das aus ihrer Kopfhaut wächst. Mit ihren dünnen Lippen lächelte sie dem Mann zu, hielt inne in ihrem Spiel und sprach zu ihm: „Sei gegrüßt, junger Sterblicher. Sag mir, was führt dich in mein Heim? Suchst du Gold oder gar ewig Leben?“ „Hast du denn die Macht dazu?“, fragte Mann voll Erfurcht. Wieder lächelte die schöne Frau mit dem Seegrashaar. „Nein und ja. Keines von beidem kann ich dir geben, wenngleich ich beides besitze. Doch vermag ich dir etwas zu geben, durch das du dir Gold nehmen und dem Tod entfliehen kannst. Denn wenn deine Zeit gekommen ist, so muss der Tod zu dir kommen. Doch kein Schiff segelt schnell genug um ihm zu entkommen, denn die Winde tragen die Schiffe nicht so schnell.“ Sie schwieg als ob all dies Erklärung genug sei und fing wieder an die Harfe zu spielen. Lange grübelte der Mann über die Worte der schönen Frau nach, ohne dass sie Sinn ergaben. Ewiges Leben schien verlockend, hatte er so doch alle Zeit der Welt seine Schwester zu finden. Seine Schwester. Eine Idee keimte in ihm auf und schließlich wagte der Mann es einfach: „Ich suche nicht das ewige Leben, auch wenn dies ohne Zweifel erstrebenswert ist.“ Ein wissendes Lächeln umspielte die Lippen der schönen Frau, doch sie unterbrach ihn nicht. „Doch ich verließ meine Mutter vor vielen Jahren, weil ich etwas anderes suche. Meine Schwester.“ Gedankenverloren sah die schöne Frau den Mann an, hörte wieder auf zu spielen und nickte dann „Dann bist du es, auf den ich gewartet habe all die Jahre lang.“ Verwirrt blinzelte der Mann „Gewartet? Auf mich?“ Die Frau nickte bestätigend. „Ja das habe ich. Nun, dorthin wo deine Schwester ist, trägt der Wind

1 2

Kommentare

the_first_kiss1@gmx.de schrieb am 2008-12-15 23:23:10:
Heftig, diese Geschichte, so voller Gefühl und trotzdem sachlich. man hofft und hofft und weis es doch.....insgesamt liest sie sich ziemlich gut nur der Anfang ist etwas holprig....und man möchte iwie auch mehr über diese Wesen wissen....aber nicht schlecht!

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.