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Kategorien > Fabeln & Märchen > Moral

Die Geschwister und die Spieluhr

von Demeter

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Es war einmal ein glückliches, frischvermähltes Paar.
Doch dann brach ein Krieg mit dem Nachbarstaat aus und der König zog sein Heer zusammen.
Kurz nachdem der Mann in den Krieg gerufen worden war,
merkte die Frau, dass sie schwanger war.
Sie gebar Zwillinge, ein Mädchen und einen Jungen.
Beide waren gesund und stark und voller Energie.
Die Mutter jedoch war ohne ihren geliebten Mann zu schwach, um die Geburt zu verwinden und starb bald darauf.
Am Grab der Mutter fassten sich die Zwillinge an den Händen:
"Komm, hier hält uns nichts mehr.
Lass uns hinaus in die Welt ziehen, um unseren Vater zu suchen."
Und so packten die Geschwister ihre wenigen Habseligkeiten, unter ihnen eine verzauberte Spieluhr ihrer Mutter, welche die Wahrheit offenbarte, und sie zogen hinaus in die weite Welt.

Ihr Weg führte sie in eine große Stadt, mit Gebäuden, so riesig, wie sie die Geschwister noch nie gesehen hatten.
Staunend durchquerten die Beiden die Stadt, als sie von einer alten Frau angesprochen wurden:
"Guten Tag...kleines Mädchen, kleiner Junge.
Sagt, was habt ihr da für eine herrliche Spieluhr?
Lasst sie für mich spielen, bitte."
Die Zwillinge klappten die Spieluhr auf und ihre Melodie tanzte durch die Luft.
Und die Leute versammelten sich um die alte Frau und die Geschwister, um dieser Melodie zu lauschen.
Die alte Frau erblickte ihren Enkel, der sie jeden Tag besuchte und sich liebevoll um sie kümmerte, in der Menge und umarmte ihn.
Doch plötzlich sprach er:
"Ich besuche dich jeden Tag und pflege dich, doch ich erwarte deinen Tod mit Freuden, denn dein Erbe wird mein sein."
Die alte Frau weinte bitterlich.
Alle Menschen offenbarten einander ihr verlogenes Verhalten und ihre Täuschungen den Anderen gegenüber.
Die Zwillinge wurden aus der Stadt gejagt und setzen ihren Weg fort.

Einmal waren sie traurig und um sich ihre Mutter in Erinnerung zu rufen, klappten sie die Spieluhr auf. Ihre Melodie erfüllte die Luft.
Als sie an einem Hochzeitszug vorüber gingen, sprang die Braut plötzlich von der Hochzeitskutsche:
"Ich kann dich nicht heiraten, ich bin in den Küchenjungen verliebt!"
Bei Sonnenuntergang kamen die Geschwister am Marktplatz vorbei, auf dem die geflüchtete Braut mit ihrem Geliebten erhängt worden war.
Traurig klappten die Geschwister die Spieluhr zu.
Von nun an mieden sie Städte und Dörfer.

Auf ihrer Suche folgten die Beiden stets den Gerüchten von den Taten des Heeres und dem Klagen der Frauen.
Schließlich fanden sie das Schlachtfeld.
Sie suchten ihren Vater und fanden ihn in einem Verwundeten-Zelt.
Ein Geruch von Blut und Tod lag in der Luft.
Die Kinder wollten den Soldaten Trost spenden und öffneten die Spieluhr.
Die Soldaten fingen an zu schreien.
Manche erschlugen sich mit ihrem eigenen Schwert.
Manche stahlen ein Pferd und ritten davon.
Doch der Vater schloss seine beiden Kinder in die Arme und weinte vor Glück.



Die Spieluhr versenkten die Geschwister tief unten im Meer.
Und auch heute noch wartet sie darauf, den Menschen die Wahrheit zu offenbaren.

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Kommentare

hallöchen schrieb am 2009-11-30 18:57:43:
die war super!!!
Celebration schrieb am 2009-09-10 20:41:08:
Ich finde die Geschichte genial! Weiter so..
Werner Hansburg schrieb am 2009-03-15 17:41:03:
Diese Geschichte ist in meiner Klasse ein 6er kanditat
Demeter schrieb am 2008-01-01 12:26:31:
Ja gut, das Ende ist wirklich ein bisschen knapp geraten...
Aber die Moral ist zum selber denken. Ist schließlich ein Märchen und keine Fabel, wo immer nochmal ein klarer Satz drunter steht.
Helena schrieb am 2007-11-28 15:01:58:
Ne hübsche Geschichte,aber wo ist die Moral ???
Dichter schrieb am 2007-09-23 14:55:51:
Echt ne tolle geschichte. Doch was war nun die Moral die Kernaussage ? Woran denkt ihr da persöhnlich denn ich will schauen ob sie mit meiner übereinstimmen.
Milly schrieb am 2007-03-21 10:56:59:
Schöne Geschichte.
Arya schrieb am 2007-03-20 19:04:24:
Liebe(r)
Ich finde deine Geschichte sehr schön. Du hättest sie aber vielleicht ein wenig länger schreiben können. Mirpersöhnlich war sie ein bisschen zu kurz. Aber von der Handlung selbst bin ich begeistert.
Liebe Grüße Arya
Alucard schrieb am 2007-03-20 14:21:46:
Wundervoll. eine total geniale Geschichte mit einer wirklich interesanten Kernaussage und in so hübsche Worte geschneidert. Es passt alles wie angegossen, auch wenn ich traurig bin, das die geschichte schon vorüber war. Ich hätte ewig weiterlesen können.

Gruß Raphael

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