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Die Gilde der Diebe

von Lilli

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sie alle mit seinen Geschichten aus seinem Land aufgeheitert.
Der Lauf zum Kloster war dieses Mal wesentlich weniger heiter, als das letzte Mal. Sie mussten die alte Hütte hinter sich lassen und auch sonst war plötzlich alles anders.
Darian warf noch einen letzten Blick auf den alten Müllershof und senkte dann den Blick. Er seufzte leise, schulterte den Kartoffelsack mit den Schmuckstücken und holte die anderen schnellen Schrittes ein.

Im Kloster herrschte eine eisige Temperatur, woran man nur merkte, dass es bald Winter wurde.
Eigentlich sollten Donia und Darian schon längst aufbrechen, doch sie konnten die anderen jetzt nicht einfach hängen und sie mussten sich noch von Corvin verabschieden. Auch, wenn sie nicht mehr mit ihm reden konnte.
Verzweifelt versuchte Alessio das Feuer im alten und verrußten Kamin anzuzünden. Doch er hatte weder gutes Holz noch war die Brandstätte besonders funktionstüchtig. Nach einer halben Stunde zog er sich erfolglos zurück: „Dann müssen wir eben frieren“
Jonte und Charlien hatten ebenso wenig Erfolg in der Küche. Nichts wollte funktionieren. Es gab weder Teller noch sonstiges Geschirr. Nur Staub und Ratten, vor denn Charlien jedes Mal mit einem lauten und schrillem Schrei zurückwich.
„Auf Dauer können wir hier nicht bleiben“ stellte Marlo fest und schaute sich im Raum um.
„Nein, auf gar keinen Fall“ stimmte Mads zu.
Keno klammerte sich verzweifelt an Donias Bein. „Ich habe Angst“ jammerte er und schaute sich ehrfürchtig um.
„Ich weiß“ wisperte sie ihm zu. „Ich weiß“
„Was ist wenn Fabrice Recht hatte? Was, wenn es diesen Fluch wirklich gibt. Der Geist des Mönches wird sich an uns allen rächen. Wir werden alle sterben!“ plapperte er nervös und begann zu weinen.
Sofort bekam sie Mitleid mit ihm. Sie löste seinen Griff von ihrem Bein und kniete sich zu ihm hinunter: „So darfst du nicht denken. Es wird uns allen nichts passieren. Vertrau mir“
Vorsichtig wischte sie ihm die Tränen aus dem Gesicht, dann stand sie wieder auf und suchte nach Darian. Doch sie fand ihn nicht im unteren Raum.
Sie sah nur die niedergeschlagenen Gesichter der anderen. Verzweifelt schüttelte sie mit dem Kopf, sodass ihr ihre dunklen Haare ins Gesicht fielen.
Schnell hastete durch die Tür, die damals Corvin entdeckt hatte und stieg die unebenen Treppenstufen nach oben.
Wie erwartete fand sie Darian im oberen Zimmer. Er stand am Fenster in dem kein Glas eingesetzt war. Hier oben zog es fürchterlich und es war noch kälter als unten.
„Der Kamin geht nicht an und auch in der Küche gibt es nichts“ Ihr Blick schweifte durch den Raum. Die vielen Bücher lockten sie, doch sie hatte im Moment andere Sorgen.
Darian drehte sich halb zu ihr um. „Wir müssen irgendwie herausfinden, wann Corvins Hinrichtung ist, und ob er überhaupt hingerichtet wird“ Er ging gar nicht auf ihren Kommentar an.
„Du willst in die Stadt?“ fragte sie verwundert.
„Wir müssen ihn noch einmal sehen“ meinte Darian. „Wenn wir schon nichts anderes mehr für ihn tun könne, dann müssen wir wenigstens für ihn beten“
„Ich dachte du glaubst nicht an Gott?“
„Ich habe an so vieles nicht geglaubt…“ Zum Beispiel an Einars Hinterhältigkeit, oder an Kennets Dummheit. Doch das sagte er nicht. Er dachte es nur insgeheim. „Ihr seid wieder über die Dächer geflohen, stimmt’s?“
Donia nickte: „Ja, sonst hat es auch immer geklappt“
„Kennet und ich sind durch den Fluss. Das ist der schnellste Weg“ meinte Darian. „Auch wenn das Wasser zurzeit kalt ist“
„Das erklärt warum ihr beide vorhin bis auf die Haut durchnässt wart“ Donia zuckte mit den Schulter und schaute aus dem Fenster: „Von hier aus kann man ja bis nach Tulcea sehen!“
Dann fiel ihr Blick auf das kleine Bächlein und auf den Müllershof: „Und da ist der Hof“ meinte sie und zeigte vor sich.
„Ich weiß. Marlo und ich haben die Aussicht schon vor zwei Tagen genießen dürfen“ Darian lächelte bitter. „Wir müssen noch mal nach Tulcea. Und wenn wir Corvin Lebewohl gesagt haben und der Schatz aufgeteilt ist, dann geht es nach Amerika“
Donia nickte und schaute auf die roten und grauen Dächer der Stadt. Dann sagte sie plötzlich: „Ich werde herausfinden was mit Corvin geschieht. Ich wollte sowieso noch mal in die Stadt“
Darian schaute sie misstrauisch an und die typische tiefe Falte auf seiner Stirn entstand: „Was hast du vor?“
„Ich muss mit Estera sprechen“ antwortete Donia entschlossen ohne ihren Blick von der Stadt loszureißen.
„Was willst du denn bei der?“ Darian verstand nicht, worauf Donia hinaus wollte.
„Das würdest du eh’ nicht verstehen“ Sie schüttelte mit dem Kopf und trat vom Fenster zurück: „Es ist besser ich mache mich noch heute auf den Weg. Ich will nicht zu spät kommen. Corvin könnte noch heute sterben“
Darian nickte zustimmend und schaute wieder aus dem Fenster: „Sei aber vorsichtig“
„Bin ich“ Sie drückte kurz seine Hand, dann machte sie auf dem Absatz kehrt und ging wieder nach unten.
Schnell warf sie sich ihren Mantel über die Schultern und setzte die Baskenmütze auf. Darüber zog sie noch die Kapuze.
„Was hast du vor?“ fragte Florin und legte die Karten weg.
„Ich muss noch mal in die Stadt“ erklärte sie.
„Und warum?“ hakte Marlo nach.
„Ich will wissen, was mit Corvin passiert“
„Wollen wir bei seiner Hinrichtung dabei sein?!“ rief Charlien entrüstet aus.
„Ich weiß nicht. Aber ich denke schon. Das ist unsere letzte Chance ihn noch mal zu sehen“ meinte Donia unsicher.
Wie erwartete sagte niemand mehr etwas und Donia wandte sich zum gehen: „Ich bin bald wieder da“ Sie griff gerade nach der Türklinke, als Darians Stimme sie zurückhielt: „Ich komme mit“ Er rückte den Zylinder auf seinem Kopf zurecht und zupfte an dem schwarzen Jackett.
„Wo hast du das denn her?!“ fragte Alessio und riss die Augen auf. „Das sieht so… stattlich aus“
„Gehörte dem Mönch“ Darian zuckte nachlässig mit den Schultern und folgte Donia nach draußen. „So gehen wir nach Amerika“ meinte er und schmunzelte leicht, bevor er wieder ernst wurde und seine Augen erneut einen traurigen Ausdruck annahmen.




Kapitel 21

Donia atmete tief durch als sie die Brücke zum alten Haus von Estera überquerten. Vor etwa zwei Wochen standen Darian und sie schon einmal vor ihrer Tür. Allerdings hatte Estera da noch Vertrauen zu ihr und Darian kannte sie gar nicht.
Schweren Herzens und nur mit viel Überwindung klopfte Donia an die Holztür, die noch klappriger aussah als sonst.
Wieder kam eine Weile keine Antwort, doch dann wurde langsam die Tür einen Spalt breit geöffnet.
Als die Alte Donia und Darian erkannte, schrie sie ein hysterisches: „Verschwindet, ihr dämliches Räuberpack“ und wollte die Tür schnell wieder zuknallen, als Darian den Fuß zwischen Rahmen und Tür stellte.
„Estera, bitte“ flehte Donia. „Es tut mir Leid, was damals passiert ist. Ich wollte das alles nicht!“
„Verschwindet einfach von hier! Oder ich rufe die Soldaten!“ kreischte die Alte.
„Aber so hör’ uns doch wenigstens zu“ versuchte Donia es

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Kommentare

jenny schrieb am 2009-12-12 10:20:54:
die geschichte ist einfach hamma! das ende ist richtig traurig, hätte fast geheult^^ neija, auf jeden fall gut geschrieben=)
mach weiter so*

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