Die Gilde der Diebe
von
Lilli
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um eine Schatzkarte handelt“ Er erzählte die Geschichte von dem verrückten Mönch Radu und seinem Fluch.
„Böses Omen“ rief Fabrice gleich und seine Augen weiteten sich vor Schreck. „Und du willst immer noch den Schatz suchen?“
Darian hob spöttisch die Brauen: „Du weißt genau, dass ich das alles für völligen Quatsch halte!“
„Irgendwann wirst du mir glauben… Irgendwann“ murmelte Fabrice nervös vor sich hin.
„Das ist unsere Chance“ Marlo sprang voller Elan auf. „Wir werden dann nicht nur reich sein, sondern die ersten, die diesen – ach so verfluchten – Schatz gefunden haben. Und ich sage euch, wir werden nicht einfach so verschwinden!“
„Genauso sehe ich das auch“ stimmte Lewin zu. „Wir können endlich reich werden!“
„Glaubt ihr die Alte hatte Recht mit dem Bann? Denkt ihr es gibt diesen Fluch wirklich?“ fragte Florin leicht unsicher.
„Natürlisch, gibt es diesen Fluch! Wer sollte sich so etwas ausdenken“ Fabrice riss die Hände zum Himmel. „Dieser Schatz… Er wird nichts Gutes bedeuten. Das spüre ich“
„Jetzt mach uns doch nicht alle verrückt“ erwiderte Kennet gereizt.
Fabrice verstummte und auch sonst wurde es ungewohnt still im Raum. Alle Augen waren auf Darian gerichtet. Nun lag es ihm. Er musste die entscheidende Aussage machen, nachdem jeder seine Meinung genannt hatte.
„Ich bin nach wie vor dafür, dass wir den Schatz suchen. Wir haben einen Wegweiser, und wir haben sogar eine Informationenquelle: Estera. Ich wäre ein dummer Räuber, wenn ich diese Möglichkeit nicht nutzen würde!“ Damit war es gesagt. Darians Bande würde auf Schatzsuche gehen. Sie würden reich werden! Sie könnten ein neues Leben beginnen. Das war doch schon immer ihr Wunsch gewesen. Keiner von ihnen war gerne, oder freiwillig ein Räuber.
Einheitliches Gejubel brach im Raum aus. Corvin und Keno nahmen sich an den Händen und wirbelten durch den Raum, wie zwei kleine Kinder am Weihnachtsabend.
Nur Fabrice schüttelte mit dem Kopf: „Dieser Schatz wird unser Untergang sein. Er wird uns den Tod bringen! Ich ´offe du weißt, was du tust, `auptmann“
Darian zog wieder nur spöttisch die Brauen nach oben und wollte gar nichts erwidern, als Marlo dazwischenfunkte: „Ach, jetzt ist aber Schluss. Du mit deinem albernen Aberglauben. Geh lieber das Dach reparieren!“ fuhr er ihn an.
Der Franzose schaute immer noch besorgt drein, und ließ sich nicht von Marlo einschüchtern: „Ja, dieser Schatz wird alles verändern“ Damit ging er aus dem Haus und machte sich wieder an seine Arbeit.
Donia hatte die ganze Szene misstrauisch beobachtet und wusste, bei Gott nicht, was sie davon halten sollte. Sie hielt Fabrice weder für verrückt noch für völlig klar im Kopf. Fabrice war irgendetwas dazwischen. Fast wie ein Hellseher. Fast immer hatte er Recht, auch wenn er das einem nie auf die Nase band. Was wenn er dieses Mal auch Recht hatte? Was wenn seine Befürchtungen wahr wurden?
Niemand wusste, ob das mit dem Fluch stimmte. Niemand konnte das Gegenteil beweisen. Dennoch war sie mit Darian einer Meinung. Jeder sehnte sich nach Reichtum. So war das nun einmal.
„Komm schon, Jonte!“ Florins Ruf riss Donia aus ihren Gedanken. Sie musste schmunzeln, als sie den Rest der Bande sah. Kaum vernahmen sie eine gute Nachricht waren immer alle sofort aus dem Häuschen.
„Ein Fass! Was macht denn schon ein Fass aus?“ Alessio stemmte tadelnd die Hände in Hüften und erinnerte einen ein wenig an Charlien. „Wir haben etwas zu feiern“
„Wir können feiern, wenn wir den Schatz gefunden haben und wenn wir wissen, dass Fabrice sich getäuscht hat“ erwiderte Jonte streng.
Darian verdrehte die Augen. Jetzt fing auch noch Jonte mit diesem Aberglaube an. Dennoch sagte er nichts und blieb über seinem Buch gebeugt sitzen, während Marlo gereizt wie immer aufsprang: „Seht ihr, was Fabrice tut?! Er macht uns alle ganz verrückt!“
Doch niemand achtete auf Marlos Ausruf. Kurz schauten ihn alle nun an, dann meckerte Alessio weiter: „Was ist denn daran so schlimm, wenn wir mal ein Fass Wein zum Feiern haben wollen?“
„Es gibt noch nichts zu feiern“ beharrte Jonte und verschränkte die Arme vor seinem dicklichen Bauch.
Florin wollte Alessio gerade verteidigen, als Darian ihn unterbrach: „Jonte hat Recht. Wir müssen heute Abend noch mal zur Handelsstraße. Mitica, der reiche Sack aus Galati kommt heute Abend nach Tulcea“ Er klappte sein Buch zu und grinste: „Wenn wir die Kohle von dem alten Sack haben, dann können wir feiern“
„Mitica…“ murmelte Lewin. „Das der sich überhaupt noch hier lang traut“ Er begann amüsiert zu kichern: „Manchmal macht das Räuberleben eben auch Spaß“
Dem konnte Darian nicht zustimmen. Doch er widersprach Lewin nicht. Er nickte nur geistesabwesend und stand auf: „Marlo, Alessio ihr kommt mit mir mit. Mads und Lewin, ihr erledigt dann den Rest“
Jeder wusste was er zu tun hatte. Darian musste gar keine Anweisungen mehr geben oder viel erklären. Die Bande war mit der Zeit ein gutes und eingespieltes Team geworden.
„Und danach gibt es Wein oder Bier?“ fragte Alessio und seine Augen begannen zu glitzern.
„Oder Rum“ warf Florin laut lachend ein.
Darian zuckte nur mit den Schultern und wandte sich zum Gehen ab. Marlo schliff ein letztes Mal sein Messer, dann nickte er Alessio zu. Dieser erhob sich murrend und schlurfte zur Tür: „Bis nachher… Und wehe ich kriege dann keinen Wein!“
Auch Mads und Lewin folgten den drei anderen nach draußen. Es hatte schon wieder angefangen zu regnen, wie eigentlich an fast jedem Herbstabend.
„Passt gut auf euch auf“ rief Charlien ihnen noch hinterher. Als Antwort winkte Lewin ihr nur zu.
Vorm Haus blieb Mads noch mal stehen und schaute zum Dach, wo Fabrice mit einem Hammer auf den Ziegeln herum haute. „Fabrice! Wir statten Mitica einen Besuch ab. Wünsch uns Glück“
Fabrice schaute auf und lächelte Mads zu: „Mitica… der schon wieder. Ich `offe, dass die Sterne `eute Nacht gut für euch stehen“ Er nickte und schaute zum Himmel, und widmete sich dann voll und ganz wieder der Reparatur des Daches.
Mads schaute noch eine Weile zum Himmel. Man konnte keinen einzigen Stern erkennen. Dann drehte er sich um und rannte hinter Darian, Marlo, Lewin und Alessio her.
Jetzt würde es dem alten Mitica wieder an den Kragen gehen.
Kapitel 8
Die Handelsstraße war ein paar Kilometer vom Haus entfernt, doch mit schnellem Schritt konnte man sie in einer halben Stunde erreichen. Und Darian lief immer schneller als nötig.
Durch Corvin wussten sie, wann Mitica den Wald passieren würde. Der Laufbursche hatte diese Information von einem Freund aus Galati.
Wenn es dunkel wurde, konnte man im Wald kaum noch die eigene Hand vor Augen erkennen, doch mit der Zeit gewöhnten sich die Augen auch diese vollkommene Dunkelheit. Außerdem kannten die Räuber ihren Wald so gut, wie ihre eigene Westentasche, sodass sie sich sogar blind dort zurechtfinden könnten.
Darian pfiff leise und zeigte auf einen Busch am Wegrand der Handelsstraße. Lewin und Mads nickten und schlugen sich durch’s Dickicht. Dort mussten sie nun auf ihren Part des
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Kommentare
jenny schrieb am 2009-12-12 10:20:54:
die geschichte ist einfach hamma! das ende ist richtig traurig, hätte fast geheult^^ neija, auf jeden fall gut geschrieben=)
mach weiter so*
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