Die Happy
von
Marc Hartkamp
1
2
angewidert und fassungslos auf die Spiegelwand. Sein Magen begann zu rebellieren und er übergab sich in eine Ecke des Raumes. Die Stimme des Professors ertönte hinter ihm.
“Und, habe ich zu viel versprochen? Was sagen sie dazu?”
“Sie sind krank, Gruber! Das sage ich dazu! Menschen so etwas anzutun nenne ich pervers und unmenschlich!” Erneut meldete sich sein Magen zu Wort und er kotzte eine bräunliche Flüssigkeit.
“Schauen sie nur hin! Es ist noch nicht vorbei! Sie wollten die Wahrheit, hier ist die Wahrheit!” Der Professor war offensichtlich begeistert von seiner bestialischen Vorstellung. Noch immer zerrten und bissen die beiden Versuchsobjekte aneinander herum. Marc wagte keinen Blick mehr in die Zelle zu werfen. Allein die Geräusche, das stöhnen und schreien und diese schmatzenden Laute reichten ihm um zu wissen was dort passierte. Schließlich wurde es still in diesem blutigen Gefängnis.
“Entweder der enorme Blutverlust tötet sie oder sie sterben an Herzversagen. Niemand wird das Gas jemals nachweisen können. Das Problem erledigt sich also von selbst. Und in ein paar Wochen spricht kein Mensch mehr über die Leichen in diesem Dorf. Das ist für diese Welt nichts Neues.”
Fassungslos setzte sich Marc wieder auf den Stuhl vor Grubers Schreibtisch.
“Mein Gott, was haben sie da geschaffen! Die Happy heißt das Zeug? Das trifft den Nagel auf den Kopf. Sie sterben fröhlich und schmerzfrei, das ist wahr. Doch was ist mit den Kindern, haben sie auch daran gedacht?”
Gruber setzte sich an den Tisch und ließ den Vorhang mechanisch schließen. “Nun, da bei Kindern der Sexualtrieb noch nicht entwickelt ist, wird das Gas auf den Trieb wirken, der bei Kindern vorrangig wirkt. Der Spieltrieb! Ich möchte jedoch nicht weiter darauf eingehen, denn auch ich habe eine gewisse Hemmschwelle.”
“Sie Schwein!” Marc sprang auf und versuchte den Professor über den Schreibtisch hinweg zu fassen, aber er stolperte und musste sich mit den Händen abfangen. Dabei bemerkte er unter der linken Handfläche einen Gegenstand. Es handelte sich dabei um ein kleines, unscheinbares Schaltpult. Marc hatte mit seiner Hand einen pilzförmigen Schalter gedrückt.
“Das ist aber nett von ihnen mir diese Last von den Schultern zu nehmen und den Mechanismus selbst zu aktivieren. Herzlichen Glückwunsch! Sie haben soeben die von uns platzierten Gasbehälter in Gomorrha geöffnet. Etwas verfrüht, aber drauf geschissen! Let’s fetz, sprach der Forsch und sprang in den Mixer! Vielleicht kann ich jetzt etwas ruhiger schlafen.”
“Das glaube ich ihnen nicht, sie Wichser. Sie Bluffen!” Dann spürte Marc einen heftigen Schlag am Hinterkopf und alles um ihn herum wurde schwarz.
Er erwachte in einem dunklen Raum, auf dem Boden liegend. Er stützte sich mit den Händen ab um sich zu erheben und spürte eine art Folie. Dann erhellte sich die Zelle.
“Sie verdammter Schnüffler! Dachten sie wirklich ich lasse sie gehen, nach allem was sie gesehen haben? Ach, die Aktion Gomorrha war übrigens Erfolgreich!”
Marc blickte in die Richtung, aus der er die Stimme Grubers vermutete und blickte in einen Spiegel.
“Ich habe ihnen jemanden mitgebracht!”
Am anderen Ende der Zelle lag eine schlafende Frau. Seine Frau, Denise!
Ein zischendes Geräusch, als sich die Ventile öffneten!
Marc sank auf die knie und weinte.
1
2
Kommentare
Corasfreundin@web.de schrieb am 2010-09-03 20:41:49:
OH MEIN GOTT! WAS IST DAS?
Das ist ja mal echt heftig.
Aber gut geschrieben. Großes lob von mir.
Mach weiter so, wenn auch mit einer anderen Rubrik.
Liebe grüße:
Alina :)
Kommentar hinzufügen