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Kategorien > Fantasy > Fantastisches

Die Heillige Halle

von Master Of Darkness

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Teil 1

Vor vielen Jahren gab es einen mächtigen König mit Namen Mykonos, der ein stolzer Mann und ein liebender Vater war; in seinem Reich herrschte der König über viele Bedienstete und besaß eine prächtige Armee. Ebenso verfügte er über einen Stall mit herrlichen, wahrlich königlichen Rössern, die der Armee im Kampfe stets zur Seite standen.

Die kleine Provinz direkt vor dem königlichen Schloss hieß Cristales. Dort gab es viele Schänken und Märkte, arme und reiche Bürger, doch ebenso lebten dort auch dunkle, unheimliche Gestalten, die im geheimen ihre Raubzüge planten und Nacht für Nacht Angst und Schrecken in der Bevölkerung verbreiteten.
Zudem war Cristales auch der Name der Hauptstadt, die von den Menschen in paradiesischer Idylle erbaut worden war; ein Fluss, dessen Wasser von einem riesigen Wasserfall gespeist wurde, der den Felsen eines Berges namens Dregmor entsprang, umgab die Stadt.

Der Zugang zur Stadt war nur durch eine unterirdische Höhle zu erreichen und wurde gut von der Armee des Königs bewacht. Posten in regelmäßigen Abständen sorgten dafür, dass kein Unbefugter die Stadt betrat.

Der Berg Dregmor war ein heiliger Ort für die Bewohner von Cristales, denn dort war vor einem Jahrhundert eine mystische Gestalt erschienen, welche die Spitze auf dem Berge hell erleuchtet hatte.
Zu Ehren dieser Gestalt hatten die Ahnen oben auf der Feste einen Tempel errichten lassen, wo die Priester des Lichts, die dort auch ständig lebten, ihren täglichen Meditationen nachgehen konnten.

Ein besonders weiser Mann unter den Lichtpriestern, der weit älter als 100 Jahre war, ging Tag für Tag an den Platz, an dem damals die stolze Gestalt auch vor ihm erschienen war. Grünwald, so lautete sein Name, stand im inneren des Tempels vor der imposanten Statue , welche Zwerge zu Ehren der Gestalt nach seinen Plänen erbaut hatten.

Nicht jeder, der vor den Toren des Tempels stand, konnte den heiligen Ort der Lichtpriester auch betreten. Nur wer reinen Herzens war, wurde willkommen geheißen. Alle die ein schwarzes Herz und eine dunkle Seele ihr eigen nannten, mussten dem Tempel für immer den Rücken kehren. Jeder angehende Lichtpriester hatte sich einer Prüfung zu unterziehen, in der keiner etwas verbergen durfte und Grünwald bemerkte immer, wenn einer etwas zu verbergen suchte! Denn er sah jedes mal durch die Augen des Menschen, der vor ihm stand, direkt in dessen Seele.
Nur wer diese Prüfung lächelnd bestand und nichts zu verbergen hatte, durfte die heilige Halle des Tempels betreten, die ganz aus strahlendem weißen Marmor bestand und in der es viele, teilweise grotesk erscheinende Gegenstände und Artefakte gab.

Niemand konnte sagen, woher all diese Güter stammten, selbst die Priester wussten es nicht. Eine Treppe säumte beidseitig die Halle und führte hinauf zu einem Altar zu Fuße der Statue. Die Wände waren mit Motiven geschmückt, die eine Sonne darstellten, die mit einer leuchtenden Kugel versehen waren.

Diese Halle hatte etwas besonderes an sich und schien ein Geheimnis in sich zu verbergen. Die Lichtpriester, die nach ihren Meditationen die Halle betraten, trugen immer eine Kerze bei sich, die stets flackernd brannte.

Jeder, der den heiligen Ort betrat, musste seine Kerze auf den Boden stellen. Grünwald bestand jedes mal darauf, dass die flammenden Kerzen immer eine Sonne darzustellen hatten. Bisher hatte es noch keiner von den Priestern gewagt, gegen sein Gebot zu verstoßen. Nicht nur die Bürger von Cristales fragten sich im geheimen, woher dieser weise Mann wohl stammen könnte, doch keiner wusste bis zum heutigen Tage die Antwort darauf zu geben.

Eines Tages stand eine den meisten unbekannte Person in der Halle, eingehüllt in einem dunklen Gewand, das Angesicht verhüllt mit einer schwarzen Kapuze, unter der lediglich die Augen hervorschauten. Grünwald jedoch kannte diese Person gut, handelte es sich doch bei dem Unbekannten um seinen treuen Burschen, der niemals seinen Herrn und Meister enttäuschen würde, der ihm so viel von seinem Wissen beigebracht hatte.

Wie jedes mal, wenn er im Tempel wohnte, ließ es sich Faris nicht nehmen, ehrfürchtig vor der Heilligen Statue inne zu halten und leise zu beten. Nur durch Gebete und Meditation, so hatte es Grünwald ihn und die Lichtpriester gelehrt, blieb der Frieden im Lande erhalten. Er hatte seinen Meister nie zu fragen gewagt, was diesen Frieden denn sonst bedrohen könnte…

Langsam lief Faris, in der rechten Hand eine Kerze haltend, die Treppe zum Altar empor und stand schließlich, den Blick nach oben gerichtet, ohne diesen jedoch ganz abwenden zu können, vor dem ganzen Stolz der Lichtpriester: der Statue.

„Oh du heiliges Wesen, in dessen Gunst wir stehen, beschütze unser Dorf und unser Land und vor allem unseren guten König Mykonos,“ die Kerze, die er immer noch in seiner Hand hielt, flackerte leicht. Schließlich sank er zu Boden und stellte die Kerze neben sich ab, schloss seine Augen und begann unablässig zu beten, bis er das Stadium der Meditation erreichte.

Faris war bald völlig in Trance und doch hörte er auf einmal ein seltsames Geräusch : *Krack*. Erschrocken und verwirrt öffnete er die Augen wieder „Was war das?“ fragte er sich. Rasch nahm er die Kerze wieder an sich und beleuchtete die Stelle, von der er zu wissen glaubte, dass er das Geräusch gehört hatte. Mit seiner freien Hand tastete er sich im trüben Schein der Kerze an der Statue entlang.

Nervös und etwas angespannt hoffte er, dass da nichts war und er sich getäuscht hatte… doch dann vernahm er wieder dieses seltsame Geräusch, das klang, als würde etwas bersten. *Krack* aufgeschreckt wich Faris zurück
„Ist da jemand?“ rief er fragend..
Eine Grabesstille umhüllte ihn und plötzlich spürte er deutlich einen eiskalten Hauch, der aus irgendwelchen Rissen hervorkroch… „Brr… woher kommt denn dass?“
Noch einmal beleuchtete und betrachtete er ausführlich die Statue, vor der er stand und während er dies tat, wurden seine Augen immer größer und sein Blick immer ungläubiger. Die Statue des heiligen Wesens wies auf einmal Risse auf, die bei jedem weiteren *Krack* noch größer und breiter wurden! Aber das war noch nicht das schlimmste, was Faris erblickte, denn gleichzeitig sickerte aus den Spalten und Rissen der Statue eine rubinrote Flüssigkeit hervor....

Mit einem Schrei auf den Lippen stolperte Faris die Treppe hinunter und schlidderte und rutschte mehr auf allen vieren als auf zwei Beinen über den glatten Boden der heiligen Halle, um diesen unheimlichen Ort so schnell wie möglich hinter sich zu lassen.

„Meister Grünwald!! Meister Grünwald!!“ war seine Stimme schon von weitem zu hören.

Zwei Lichtpriester, an denen Faris vorbei rannte und hastete, sahen ihm mit verwirrtem Blick hinterher.

„ Was ist denn mit dem los? So habe ich ihn ja noch nie erlebt,“ wandte sich der eine der beiden an sein Gegenüber, welcher mit einem Schulterzucken seine Hände vor dem feisten Bauch faltete und besorgt in den Himmel blickte. „Ob das etwas

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