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Kategorien > Fantasy > Erzählungen

Die Hexe von Latierra - Kapitel 1

von Lou

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Wie alles begann…

Vor vielen Jahren ereignete sich in dem friedlichen Land Latierra etwas Unglaubliches. Etwas, das das gesamte Land für lange Zeit in Atem hielt. Das sonst so friedliche Latierra hatte sich in eine hetzende Meute verwandelt, in einen kochenden Kessel, der kurz davor war überzukochen. Für all diese Unruhen war einzig und allein eine Frau verantwortlich, eine Frau, die ein Land in Angst und Schrecken versetzt hatte und seine sanften Bewohner in wilde Krieger verwandelt hatte. Eine Frau, die den Mut gehabt hatte sich gegen Fiorella aufzulehnen und für die Rechte der Menschen gekämpft hatte.
Ihre Geschichte beginnt in einem kleinen Dörfchen nahe der Hauptstadt Lamaga,
Dort lebte einst eine Frau mit dem Namen Ghiera. Sie war keine besondere Persönlichkeit. eigentlich war sie eher das genaue Gegenteil. Sie war eine einfache Bäuerin, die zusammen mit ihrem Ehemann Babon in einem kleinen, unscheinbaren Häuschen lebte. Doch sie war nicht unzufrieden mit ihrem Leben, sie genoss das einfache Leben mehr als alles andere. Sie kannte ja nichts anderes, wie hätte sie da etwas missen sollen? Sie war auf dem Land aufgewachsen und hatte schon als kleines Mädchen auf den Feldern geholfen. Es hatte ihr großen Spaß gemacht. Sie dachte nicht viel an die Zukunft. Sie wusste, dass ihr nichts Schreckliches zustoßen konnte. Sie wusste, dass Fiorella da war. Die mächtige Zauberin würde es nicht zulassen, dass es einem ihrer Untertanen schlecht erging. Wozu sollte sich Ghiera also Sorgen machen? Sie hatte alles was sie zum leben brauchte: genügend Nahrung, ein Dach über dem Kopf, einen liebevollen Ehemann, nur eines fehlte ihr zum Glücklichsein: ein eigenes Kind. Schon seit langer Zeit versuchten Ghiera und ihr Mann ein gemeinsames Kind zu zeugen, doch bisher war Ghiera einfach nicht schwanger geworden. Sie war traurig darüber, doch sie wusste auch, dass sie noch viel Zeit zum Kinderkriegen hatte. Schließlich war sie noch jung. Letzten Sommer war sie gerade erst 23 Jahre alt geworden. Ihre jugendliche Schönheit war das Einzige, das sie etwas von den anderen Bäuerinnen unterschied. Sie hatte glänzendes braunes Haar, das ihr bis zu den Hüften fiel. Ghiera liebte es ihr Haar offen im Wind wehen zu lassen, allerdings war ihr das als Ehefrau nicht mehr gestattet. Sie war gezwungen ihr Haar zu flechten und es unter einer schäbigen Haube zu verstecken, doch ihrem Mann zu Liebe tat sie das gern. Außerdem hatte sie ein schmales, liebliches Gesicht, das so gar nicht zu einer Bäuerin passte. Ihre sanften brauen Augen drückten eine angenehme innere Wärme aus und harmonierten in ihrem Haar. Ihre schmale, zierliche Nase und die hohen Wangenknochen verliehen Ghiera sogar leichte aristokratische Gesichtszüge, ihr Mund war leidenschaftlich und voll. Ja, Ghiera zählte wohl zu den attraktivsten Frauen im Dorf. Sie hatte viele Verehrer, doch diese Männer interessierten sie nicht. Ghiera war eine treue Seele, eine der treuesten Seelen, die man sich nur vorstellen kann. Sie liebte ihren Mann über alles. Doch irgendwann werden selbst die treuesten Seelen einmal schwach.
Es geschah an einem schönen Frühlingstag. Ghiera war alleine Zuhause. Babon war schon seit Sonnenaufgang auf den Feldern unterwegs, um Getreide auszusäen. Sie hasste es, wenn er nicht Zuhause war. Es war langweilig in ihrer kleinen Hütte. Lustlos saß sie am Esstisch und ließ ihren Blick durch das Zimmer schweifen. Die Hütte hatte nur dieses eine Zimmer. Hier mussten sie essen und schlafen. In der hinteren Ecke stand ein schmales Bett, in dem Ghiera mit ihrem Mann schlief. An den schiefen Wänden des Häuschens hingen verschiedene Regale, die mit Geschirr, getrockneten Kräutern und geräuchertem Fleisch überfüllt waren. Im Mittelpunkt befand sich eine kleine Feuerstelle, um zu kochen und im Winter ein wärmendes Feuer zu entfachen. Der Esstisch stand etwas abseits und war nur mit zwei Stühlen bestückt. Mehr brauchten sie nicht. Sie bekamen nicht so häufig Besuch.
Nun erhob Ghiera sich missmutig und schritt zur Tür. Draußen war auch nicht mehr los. Die Männer waren alle fort und die Frauen waren mit ihren Kindern beschäftigt. Sie atmete hörbar aus. Wenn sie nur schon ein Kind hätte, das sie umsorgen könnte. Ihre Augen glänzten verträumt. Dann wäre ihr sicher nicht mehr so langweilig.
Sie wandte sich ab und wollte gerade zurück in die Hütte gehen, als sie eine große Gestalt am Dorfesrand bemerkte. Ghiera kniff die Augen zusammen, um die Gestalt besser erkennen zu können, doch sie konnte nichts Genaues sehen. Es schien, als würde die Luft um die Gestalt flimmern und kein klares Bild entstehen lassen. Ein ungutes Gefühl erfasste die junge Bäuerin. Alles in ihr drängte in die Hütte, doch ihre Faszination ließ sie wie angewurzelt stehen bleiben. Als die Person näher kam, spürte sie wie sich ihr Herzschlag beschleunigte und ihr das Blut in den Kopf schoss. Wer war dieser Fremde? Unbewusst hielt Ghiera die Luft an, während sie gespannt darauf wartet, dass der Fremde näher kam. Er hatte einen leichten, beschwingten Gang. Fast schien es Ghiera als würde er über dem Erdboden schweben, so leichtfüßig kam er ihr vor. Erst als er direkt vor ihr stand, schien sich das Flimmern der Luft zu verflüchtigen. Vor ihr stand ein Mann mittleren Alters, der sie mit klugen grünen Augen musterte. Sein langes schwarzes Haar hatte er zu einem Zopf in den Nacken gebunden. Ghiera fielen einige weiße Strähnen in seinem Haar auf, doch sie wunderte sich nicht weiter darüber. Ihr Blick wanderte über seine schlichte dunkle Kleidung zu seinem schmalen Mund, zu der markanten Nase bis zu seinen Augen. Sie fühlte sich zu diesen Augen hingezogen. Sie waren so geheimnisvoll, so anders, so vollkommen neu für die einfache Bäuerin. Sein Mund verzog sich zu einem warmen Lächeln. „Einen schönen guten Tag wünsche ich.“ Er ergriff ihre zitternde Hand und hauchte ihr einen Kuss auf den Handrücken. Ghiera schwindelte. So ein Gefühl hatte sie noch nie empfunden. Was war bloß mit ihr los? „Wie ist Euer Name schöne Frau?“ Seine rauchige Stimme war angenehm tief. „Ich…ich…mein Name ist Ghiera.“ Die junge Frau rang nach Luft. Sie spürte wie sie langsam die Beherrschung über ihren Körper verlor. Sie zitterte unkontrolliert. Eine unbändige Lust stieg in ihr auf und trieb ihr den Schweiß auf die Stirn. Als der Fremde nach ihrer Haube griff, leistete sie nicht den geringsten Widerstand. Das lange, seidene Haar fiel ihr auf die Schultern. „Ihr solltet die Haare öfter offen tragen.“ Ghiera nickte und trat beiseite, um dem Mann Eintritt in die Hütte zu gewähren. Ihr Blick war immer noch auf seine grünen Augen gerichtet. Mitten im Raum blieb er stehen und breitete seine starken Arme aus. Er brauchte kein weiteres Wort sagen. Sie eilte ihm entgegen und ließ sich in seine Umarmung sinken. Sie wusste nicht was sie tat. Sie hatte einfach das Gefühl, das es richtig war. Noch nie hatte sie so etwas empfunden. Eine unendliche Leidenschaft erfasste die junge Frau. Sie spürte wie sie ihren Unterleib

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Kommentare

Lou schrieb am 2006-10-10 17:19:57:
@story
Erstmal danke für deine lobenden Worte. Ich freue mich wirkich sehr darüber. Das mit den unterschiedlichen Sichtweisen auf die Hexe ist gewollt, warum wird sich in den nächsten Kapitel zeigen...wir allerdings etwas dauern bis ich welche veröffentlichen kann....komm einfach nicht zu schreiben zur Zeit. :o(
Lieben Gruß, Lou
story schrieb am 2006-10-09 18:03:02:
hi

Das Kapitel ist sehr gut. Aber ich habe eine Frage. Du schreibst im Prolog, dass die Hexe furchtbar ist. Schreibst aber im ersten Kapitel, im ersten Absatz, dass diese Frau für die Rechte der Menschen von Latierra gekämpft hat.

Entweder ist dir ein Fehler unterlaufen oder ich habe es falsch verstanden.

LG story
Schnuppe schrieb am 2006-10-08 16:47:39:
Deine Geschichte ist sehr gut geschrieben, und ich bin auf die Fortsetzung gespannt.
Viele Grüße,
Schnuppe
Alucard schrieb am 2006-10-04 20:58:36:
Das will ich hoffen ;-)
Lou schrieb am 2006-10-02 16:36:56:
Hallöchen Alucard!
Du wirst lachen, aber ich habe wirklich Tee getrunken, als ich dieses Kapitel geschrieben hab! *grins*
Danke für dein Kompliment über meinen Schreibstil. Es ist wirklich schon einige Zeit zwischen meiner ersten Geschichte und dieser hier vergangen. Ich glaube etwa ein Jahr...Hab versucht in diesem Jahr viel zu lernen und es freut mich, wenn es mir etwas gelungen ist. Versuche schnellstmöglich weiterzuschreiben.
Lieben Gruß, Lou
Alucard schrieb am 2006-10-01 13:20:59:
*Tasse in die Hand nehm* *Tasse an Lippen ansetz und aufschrei* *Tee noch zu heiß -.- *
Ich finde dein Stil hat sich enorm gebessert. Von deiner ersten Geschichte zu dieser hast du einen riesigen Schritt getan.. Ich freu mich schon auf die Fortsetzung und ich finde zu dieser Geschichte passt es atmosphärisch am besten an einem Wintertag mit einer Tasse Tee vor einem Kamin zu sitzen und zu lesen ;-) Also, schreib weiter.
Lieben Gruß Raphael
Lou schrieb am 2006-09-30 12:43:44:
@Laura
Danke dür deine lobenden Worte. Es freut mich, dass dir mein Schreibstil gefällt. :o) Arbeite schon hart an der Fortsetzung..Könnte aber noch etwas dauern
@RisingSun
Freut mich, dass dir der Auftakt meiner Story gefällt. Wer der Fremde war, wirst du noch erfahren...aber erst ein bisschen später. Spannung muss ja auch sein! ;o)
Lieben Gruß, Eure Lou
RisingSun schrieb am 2006-09-29 22:21:49:
Ein durchaus spannender Anfang! Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Allerdings würde ich zu gerne erfahren, wer dieser Fremde war. Aber vermutlich wird man das ja noch...
Laura schrieb am 2006-09-29 14:34:30:
Hi Lou,
mir gefällt es immer besser wie du schreibst. Du hast einen schönen Schreibstil, der gut zu Erzählungen passt. Ich freue mich schon auf die Fortsetztung - also schön weiter schreiben^^
viele Grüße,
Laura

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