Die Kinder des Mondes- Kapitel 1 /1/2)
von
blacknight99
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Bitte zuerst "Die Kinder des Mondes Prolog" lesen.
Achtung: Das Leben im 10. Jahrhundert versuche ich hier so realistisch wie möglich wiederzugeben, abgesehen von meinen Fantasiegestalten und -orten. Deshalb spare ich auch nicht mit Beschreibungen von brutalen Handlungen.Es war so.
Danke : )
Kapitel 1 AD 945
Der Zug der Gaukler Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
Zara fuhr aus ihrem Traum hoch und stieß prompt mit dem Schädel gegen die niedrige Decke des Wagens, in dem sie und die anderen, jungen Frauen schliefen.
Ihr schlanker Körper war schweißgebadet und die Bilder des Traumes schwirrten unheilsvoll durch ihre Gedanken. In jeder Nacht suchte sie dieser Traum heim, mal schleierhaft und kaum deutbar und mal so deutlich, als wäre sie selbst dabei gewesen.
Zitternd lehnte sich Zara an die grob gezimmerte Holzwand des Wagens. Sie schloss für einige Momente die Augen und wieder sah sie den schwarzen Reiter auf seinem schneeweißen Ross.
Erschrocken öffnete sie ihre Augen.
"Beruhig dich!"sprach sie sich selbst leise zu. "Es ist alles in Ordnung! Du bist im Wagen! Alles ist gut!"
Sie betrachtete die anderen Mädchen, die auf dem Stroh schliefen. Ganz am Ende des Wagens lag die fette Lyssa, die so laut schnarchte, dass selbst die Wände leicht erzitterten.
Neben Lyssa lagen Era und Mera, die beiden Zwillinge, deren Atem langsam auf und ab ging.
Direkt neben Zara lag Nulana die Stumme. Sie hatte rabenschwarzes Haar und blasse Haut und noch nie war ein Wort über ihre Lippen gedrungen.
Vor Zara auf dem Boden lag außerdem noch Lunissa, ihre beste Freundin. Sie hatte sich wie eine Katze zusammengerollt, ihr rotes Haar verteilte sich über ihre Schultern und den Rücken und sie schmatzte leise im Schlaf.
Zara spielte kurz mit dem Gedanken, Lunissa zu wecken, überlegte es sich dann aber anders und stieg über die Mädchen hinweg zur Tür des Wagens. Sie zog mit einigen Mühen den eisernen Riegel hoch und öffnete die Tür.
Kalter Nachtwind wehte ihr entgegen, durchwirbelte ihr blondes, fast goldenes Haar und spielte mit ihrem leinernen, weißen Schlafgewand. Zara atmete einmal tief durch und genoss die klare Nachtluft, die nach Blumen und Wald roch.
Sie sprang vom Wagen und landete auf dem morastigen Boden der Lichtung, auf der sie lagerten.
Leise schloss Zara die Tür des Wagens hinter sich und blickte sich um. Die Wagen der Gauklertruppe der roten Hand, zu der sie gehörte, standen im Kreis auf der großen Lichtung, die in den Tiefen der Wälder lag, die sich zu Füßen der Alpen erstreckten.
In der Mitte zwischen den Wagen war die Asche eines einst großen Lagerfeuers. Am Abend hatten sie lange um das Feuer herum getanzt, mit ihren Flöten gespielt und gelacht und gesungen.
Nun lag alles in nächtlicher Stille, beschienen von dem Licht der Sterne und des Mondes. Einige Männer lagen noch um die Feuerstelle herum, laut schnarchend und ihren Rausch ausschlafend.
Raiasso, der Hund von Borkat, dem Anführer der Gaukler, lief quer über den Platz hinweg und verschwand zwischen zwei Wagen.
Er war es gewesen, der Zara vor 15 Jahren in den Wäldern der Slawenländer gefunden hatte. Damals war sie drei gewesen, ein kleines Kind. Warum sie in den tiefen, geheimnisvollen Wäldern herumgeirrt war, wusste sie nicht. Raiasso hatte sie zu Borkat gebracht und dieser hatte sie bereitwillig in seine Sippe aus Akrobaten, Tänzern, Taschendieben und Gauklern aufgenommen.
Sie wusste nicht, wer ihre Eltern waren und es interessierte sie auch nicht. Was waren denn das für Eltern, die ihr Kind mitten im Wald aussetzten?
Sie war glücklich hier, unter all den Gauklern und sie konnte sich kein besseres Leben vorstellen.
Der Mond, der sich kurz hinter Wolken versteckt hatte, tauschte wieder am Himmel auf und tauchte Zara in sein wohliges, weißes Licht.
Zara war vom Traum immer noch schweißgebadet und sie roch nach Stroh und Schweiß.
Es würde noch etwas dauern bis die Sonne hinter den Bergen am Horizont hervorlugen würde, also entschloss sich Zara bevor die Anderen aufwachten noch ein Bad zu nehmen.
Ganz in der Nähe lag ein kleiner, sauberer See.
Zara blickte noch einmal kurz zurück zu den Wagen und Zelten der Gaukler und schlenderte dann in dne Wald. Während sie lief, hob sie einige Tannenzapfen auf und jonglierte sie leichthändig in der Luft.
Nachtigallen und Amseln saßen in den Büschen und Bäumen, Lieder singend und nach Würmchen Ausschau haltend.
Zara konnte die Stimmen der Vögel problemlos zuordnen.
Borkat, der Gauklerführer, der für sie wie ein Vater gewesen war, war früher stundenlang mit ihr durch die Wälder gelaufen und hatte sie die Rufe der Vögel erraten lassen. Lunissa, Zaras beste Freundin und beste Jongleurin, hatte ihr das Jonglieren beigebracht und die beiden Zwillinge Era und Mera das Singen und Tanzen.
Und so lief sie durch die nächtlichen, friedlichen Wälder. Sie sprang leichtfüßig über umgestürzte Bäume und Felsen, stimmte in die Lieder der Vögel ein und wirbelte immer wieder Tannenzapfen und kleine Steinchen durch die Luft.
Nach kurzem Marsch erblickte sie dann den See, der sich friedlich und still in einer Lichtung vor ihr auftat.
Das bleiche Licht des Mondes glitzerte silbern in seinem schwarzen Wasser, einige Seerosen schwammen auf dem Wasser und Schilfhalme schmiegten sich ans Ufer des Gewässers.
Zara streifte ihr blütenweißes,leicht verschmutztes Kleid ab und zog ihr leinernes Untergewand, das von Schweiß durchnässt war, aus.
Die Kleidung legte sie auf einen von Moos überwachsenen Felsen, der halb in den See hineinragte.
Vorsichtig ging sie bis zu den Knien ins Wasser. Ihre schlanke, zierliche Gestalt wurde vom licht des Mondes erfasst und ließ ihre weiße Haut, die von der Kälte des Wassers erschauerte, blass aufleuchten.
Sie watete bis ins hüfthohe Wasser, sodass schon der Ansatz ihrer blonden Haarmähne durchnässt war.
Zara fröstelte und spürte wie sich ihre Brustwarzen bei der Kälte versteiften.
Sie trat ein wenig mit dne Beinen aus, damit ihr durch die Bewegung wärmer wurde.
Weiter lief sie hinein in den See, streifte mit ihren geschmeidigen Beinen Algen und Wasserpflanzen, bis sie schließlich mit ihrem spitzen Kinn die Wasseroberfläche neckte.
Sie schloss kurz ihre blauen Augen, die fast noch blauer waren als der See selbst, und genoss diesen Moment, wie sie dort im Wasser stand, den Lauten der Frösche und den Rufen der Vögel lauschte und im Licht des Mondes und im Wasser des Sees badete.
Sie planschte im Wasser herum, reinigte sich und erfreute sich ihres Lebens. Der Mond blickte auf sie herab wie ein Beschützer und sie glaubte, sie könnte ewig hier bleiben, in diesem Tiefen Wald, in den dunklen Gestaden des Sees, nur umgeben vom Mond.
Sie streifte sich gerade durch ihre
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