Die Kinder des Mondes
von
blacknight99
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Achtung: Dies gilt für diesen und alle nachfolgenden (wöchentlcih erscheinenden) Teilen dieser Story. Die Handlung enthält teilweise ziemlich explizite Beschreibungen von Gewalt. Für Zartbesaitete und Leute mit guter Vorstellungskraft und schlechtem Magen nicht so ganz geeignet. aber nun hoffnetlich viel Spaß!
Die Kinder des Mondes
Prolog
Stunde der Krähen
Slawen-Länder,AD 932
Schon das Moor alleine, mit seinen kringelnden Rauchschwaden, den Schilfhalmen, die wie Skeletthände aus den trüben Wassern ragten, und den Krähen, die über ihn und die beiden Kinder hinwegflogen, ließ Rowayn kalten Angstschweiß über die Stirn laufen.
Doch bei dem Gedanken an die dunklen Gestalten und böse Mächte, die sie von weiter Ferne beobachteten und ihre Klauen nach ihnen öffneten, schlotterten Rowayns Knie und sein Herz pochte ihm bis zum Hals.
An seinen beiden Händen hielt er zwei Kinder, die mit großen, ängstlichen Augen in die dunkle Nacht blickten. Der Mond schien zwischen schwarzen Wolkenbergen herab, wie ein ständiger Begleiter durch diese dunklen Stunden der Furcht und Schatten.
Rowayn war durchaus kein Feigling oder tumber Taugenichts.
Er war groß von Statur, hatte massige Muskeln und kühne Adleraugen, die einen wie Messerspitzen durchdringen konnten. Er trug eine wollene Tunika, an deren Gürtel ein Schwert baumelte und im Mondlicht funkelte.
Rowayn streifte mit seiner Hand kurz die raue, stählerne Klinge und spürte, wie er ruhiger wurde.
Mit dieser Waffe, geschmiedet in stundenlanger Arbeit, von muskelbepackten Schmieden die ihr Handwerk nur zu gut verstanden, würde er alles Übel von ihm und den Kindern fernhalten.
Er würde Kehlen zerschneiden, Bäuche aufschlitze, Leiber durchbohren-auch sich selbst in die Klingen oder Klauen des Feindes werfen, nur den Kindern durfte nichts geschehen.
Zu wervoll waren sie. Wertvoller als sein eigenes Leben, ja sogar wertvoller als das Leben von hundert tüchtigen Männern.
Denn sie würden das Schicksal dieser Welt entscheiden und endlich wieder Licht in diese finsteren Zeiten bringen.
Und deshalb suchte er sie. Der Namenlose hatte seine Finger nach ihnen ausgestreckt.
Seine Häscher waren ihnen bereits auf den Fersen.
Rowayn umfasste die kleinen Kinderhände ein wenig fester und lief mit ihnen weiter durch das weite Moor. Über Stock und Stein, über Ginster und Heide, über Tümpel und Schilf, nur weg von den Schatten, die sie jagten.
*
"O du, der Diener der dunklen Schatten
O du, der Räuber der hellen Seelen
O du, der flieht vor seinem eigenen Schatten
O du,dem jedwelche Gefühle fehlen
O du, dunkler Levithanier
Bring mir die Kinder, damit ich sie verfüttern kann an die Krähen"
rief der Namenlose, der über steile, glitschige Treppen die Felsen hinaufschritt.
Wind umwehte ihn und ließ seine krächzende Stimme bis zu den Höhen des Felsens hinaufgleiten, der wie ein Mahl aus den schwarzen Fluten der Bucht ragte.
Regen peitschte gegen die dunklen Wände und von der Spitze des Felsens drang ein markerschütterndes
Brüllen, lauter als die Posaunen am jüngsten Tag.
"Ja! Schrei! O, du mein Zorn! O, du mein Vollstrecker Ja! Schrei, so laut, dass selbst die Sterne erzittern!"
Der Namenlose erreichte die Spitze des Felsens und dort hing, mit eisernen Ketten an den Felsen gebunden, eine Gestalt, von Regen durchnässt, weder Mensch noch Tier, weder Dämon noch Engel.
Ihr Aussehen konnte man unter den Schleiern aus Regen, die sich wie bleigraue Tücher um die Gestalt legten, nicht erahnen. Nur zwei rotglühende Augen, kleinen Schlitzen gleich, leuchteten durch die Nacht.
Der Namenlose streckte seine knochige Hand aus und streichelte das Wesen.
Ketten rasselten und klirrten, das Wesen schnaufte besänftigt und die roten Augen fixierten den Namenlosen. Dieser holte eine lange, blonde Haarsträhne aus den Falten seines Gewandes, so schön und glänzend, dass sie nicht zu beschreiben war.
Der Namenlose hielt dem Wesen die Haarsträhne hin und gieriges Schnuppern und Atmen ertönte. Die Ketten, die das Wesen im Zaun hielten, klirrten bedenklich.
"Riechst du das Haar deiner Angebeteten, deiner Liebe?
Sie ist dein Schatten, dein Fluch und machte dich zu dem was du bist
Trotzdem liebst du sie, törichter Levithanier!"
Der Levithanier schrie vor Zorn, Wut und Liebe auf, seine Augen funkelten wie Opale, hinter denen Geheimnisse darauf warteten, entdeckt zu werden.
"Bring mir die Kinder! Und vielleicht erlöse ich dich dann endlich aus den Ketten deiner selbst!"flüsterte der Namenlose.
Die Gestalt brach in Knurren, Bellen, Heulen, Japsen und Schnaufen aus und zwischen diesen primitiven Tönen drangen zwei Wörter deutlich hervor. "Kinder" und "Freiheit".
"Ja, mein Seelenfresser! Hol dir die Kinder und du erlangst die Freiheit!"rief der Namenlose und öffnete mit einem silbernen Schlüssel die Ketten.
Der Levithanier heulte auf wie ein Wolf und stürzte sich dann mit einem Satz vom Felsen in die eisigen Fluten.
Der Namenlose blickte dem Seelenfresser, dem dunklen Levithanier nach, wie er dort durch die Fluten zur kleinen Küstenstadt Odessa schwamm, die sich in die Bucht schmiegte.
*
Rowayn und die Kinder gelangten endlich aus dem Moor heraus und kamen zum Saum eines kleinen Fichtenwäldchen. Die Bäume bogen sich sanft im Wind und das Laub auf dem Boden raschelte, als ob es etwas sagen wolle.
Rowayn wusste nicht, wieviele Stunden sie durch die Nacht gelaufen waren.
Morgendämmerung tauchte de Horizont bereits in alle Facetten der Farbe Rot und spendete ihm ein wenig Hoffnung.
Hinter sich hörte Rowayn plötzlich ein Wiehern.
Voll dunkler Vorahnungne wandte er sich um und spürte wie sien Herz einen Schlag aussetzte. Er schien vor Furcht zu einer Steinsäule zu erstarren. Keines seiner Glieder regte sich, nicht einmal mit der Wimper zuckte er.
Im Moor, zwischen Rauch und Schilf stand ein Reiter, so starr und still, als würde er dort schon seit Ewigkeiten ruhen. Der Reiter trug einen schwarzen Kapuzenumhang, der sanft im Wind wehte. Aus der Dunkelheit unter der Kapuze stachen zwei rote, schlitzartige Punkte hervor, die sich starr auf ihn gerichtet hatten. Er saß auf einem weißen Schimmel, der an seiner Flanke einen schwarzen, kreuzförmigen Fleck hatte.
In den Händen hatte der Reiter ein breites Langschwert mit gezackter Klinge, das im Sonnenaufgang funkelte.
"Der dunkle Levithanier!"murmelte Rowayn mit schreckerfüllter Stimme.
"Lauft, Kinder! Lauft in die Wälder! Versteckt
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Kommentare
www.vivian-kruse@web.de schrieb am 2008-02-10 19:37:24:
auch wenn das nicht so mein geschmack ist ist dieser aus schnitt von dieser geschichte wirklich super ^^ echt man wow !!!
viktor schrieb am 2006-11-01 23:09:02:
Wow! Ausgezeichneter Schreibstil. Man wird sofort in den Bann der Geschichte gezogen, spürt förmlich das Düster, das Kalte, das Böse. Du vermittelst die Atmosphäre ausgezeichnet, nicht nur durch Sinneseindrücke, sondern auch durch den die Umgebung, den Ort des Geschehens. Ich würde dir gerne mit ein paar Verbesserungvorschlägen dienen, doch die Geschichte hat wirklich keine nötig.
Warte gespannt auf die Fortsetzung, vielleicht finde ich ja in denen irgendwelche Ungereimtheiten. Doch bis dahin alle Achtung.
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