Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Fantasy > Mystisches

Die Legende von Schiefbahn Teil1

von ylva

1 2 3 4 5 6 7 8


Teil 1 Der schwarze Obelisk

Prolog

Langsam und bedächtig ging der alte Mann durch seinen Garten. Er erfreute sich an der Pflanzen und Tierwelt und konnte sich kaum daran satt sehen. Hin und wieder kniete er sich hin um an einer Blume zu riechen oder ein Tier zu streicheln welches gerade des Weges kam. Seine beiden Begleiter, die ungefähr drei Meter hinter ihm gingen, hatten kaum einen Blick für die Schönheit ihrer Umgebung. Während der Eine hingebungsvoll die Seiten seiner Harfe malträtierte, verzog der Andere nur schmerzvoll sein Gesicht. Nachdem er das Gewimmer nicht mehr aushielt, sprach er seinen Nachbarn mit einem verzweifelten Unterton in der Stimme an:
"Sag mal, was spielst du da eigentlich? Der Krach ist ja kaum auszuhalten."
"Das nennen die Menschen Heva Metall oder so ähnlich."
"Sag bloß das hast du wieder im Wolkenradio gehört?"
"Na sicher! Hier bei uns gibt es ja so etwas nicht."
"Das ist auch gut so, mein Lieber. Wenn der Chef dein Gewimmer hört, schickt er dich bestimmt zu, du weißt schon wem. Der mag ja angeblich so was. Der Chef dagegen hat es lieber etwas beschaulicher."
"Ja, ich weiß. Aber das ständige Halleluja geht mir langsam, aber sicher, auf den Nerv. Als Künstler muss man sich schließlich weiter entwickeln." Und so ging die Diskussion der beiden munter weiter während ihr Chef sich nach wie vor an der Schönheit der Natur erfreute. Jetzt war er vor einem uralten, gigantischen Baum stehen geblieben, dessen Früchte das ganze Jahr über reif waren und die er besonders liebte. Voller Vorfreude pflückte er sich eine dieser Früchte und biss herzhaft hinein.

Bevor er den Bissen herunterschlucken konnte, hielt er verdutzt inne. Vor seinem Gesicht, das in der Hauptsache aus einem gigantischen weißen Bart bestand, schwang auf einmal der große Kopf einer Riesenschlange hin und her. Anstatt erschrocken zu sein runzelte der alte Mann missbilligend die Stirn.
"Na, mein Lieber. Da bist du ja wieder. Hatte ich dich nicht schon einmal aus meinem Garten geschmissen?" sprach er die Schlange an. "Dies ist zwar schon eine Weile her, aber ich meine mich noch gut daran erinnern zu können."
"Ja, ja, ist schon gut", antwortete die Schlange mit furchtbar zischelnden Nebengeräuschen. "Mir war einfach langweilig und ich wollte mich wieder einmal ein bisschen amüsieren. Du weißt ja. Der Täter kommt immer gerne an den Ort seiner Tat zurück." Bei diesen Worten wurde der alte Mann ärgerlich.
"Du bist wohl auch noch Stolz auf deine Leistung?"
"Stolz nicht gerade, aber es war immerhin eine Abwechslung vom üblichen Alltagstrott."
"Mit dieser 'Abwechslung' wie du es nennst hast du immerhin mein ganzes Experiment sabotiert, und jetzt komm endlich von meinem Baum herunter. Ich mag es nicht wenn du mich so von oben herab betrachtest."

Die beiden Begleiter des alten Mannes hatten sich, genau wissend was gleich passieren würde, hinter einen der zahlreichen Bäume versteckt und beobachteten von sicherer Entfernung wie das Ganze wohl weitergeht. Zunächst geschah nichts Spektakuläres. Die Riesenschlange ließ ihre bald fünfzehn Meter Körperlänge gemächlich an dem Ast nach unten gleiten bis alles auf dem Boden angelangt war. Dann rollte sie sich zu etwas ähnlichem wie einem Kreis zusammen so dass der riesige Kopf schließlich auf ihrem eigenen Leib ruhte.
"Und was jetzt? Soll ich mich etwa weiterhin mit einer Pseudoschlange unterhalten?" knurrte der alte Mann. Kaum hatte er das ausgesprochen begann die Luft vor ihm zu flimmern und die Schlange wurde immer durchsichtiger bis sie letztendlich ganz verschwunden war. An ihrer Stelle war ein Wesen entstanden welches selbst einem mutigen Menschen Angst und Schrecken eingeflößt hätte. Der Kopf erinnerte entfernt an ein Pferd, hatte jedoch statt zwei Ohren, zwei große gekrümmte Hörner. Die überlangen Arme endeten in nadelspitzen Klauen. Seine Füße, wenn man das so nennen konnte, waren Pferdehufe. Die ganze Gestalt wurde vervollständig durch einen mindestens zwei Meter langen Schwanz.

"Also wenn ich ehrlich sein soll, hast du mir als Schlange besser gefallen", bemerkte der Alte mit einem Grinsen.
"Mach dich ruhig über mich lustig", schimpfte sein Gegenüber. "Immerhin warst du es der mir diese Gestalt verpasst hast. Also vielen Dank auch."
"Ursprünglich hast du einmal ganz anders ausgesehen. Dein jetziges Aussehen ist einzig und alleine deine Schuld. Warum musstest du dich auch gegen mich stellen? Dies ist bisher noch niemandem gut bekommen, wie du weißt."

"Okay, du hast Recht. Es ist nicht in Ordnung dass ich mich über dich lustig mache", lenkte der alte Mann ein. "Aber vielleicht verrätst du mir was du in meinem Garten zu suchen hast."
"Wie ich dir bereits gesagt habe, war mir langweilig und ich dachte wir beide könnten wieder einmal ein Spielchen wagen."
"Was du nicht sagst! Und da kommst du ausgerechnet zu mir? Hast du nicht genug arme Seelen in deinem eigenen Reich, die du nerven kannst?"
"Aber bitte großer Meister, meine 'Mitarbeiter' sind manchmal ganz froh wenn sie ihren Chef nicht sehen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es deinen Geschöpfen da nicht viel anders geht." Nach diesen Worten des Widersachers blieb es eine ganze Weile still. Die zwei Begleiter in ihrem Versteck wurden schon ganz unruhig. Sollte das schon alles gewesen sein, dachten beide fast synchron im Stillen. Wird der Chef sich die vorlauten Sprüche gefallen lassen? Wie die beiden ihren Chef kannten, würde er diesen Wicht wie eine Laus zerquetschen und dann weitergehen, als wäre nichts geschehen. Mit diesen und ähnlichen Gedanken linsten die beiden durch die gebogenen Zweige ihres Busches und warteten auf das große Donnerwetter welches nun unweigerlich folgen musste.

Doch sie wurden eines Besseren belehrt. Der alte Mann lächelte nur hintergründig und in seine Augen trat ein erwartungsvolles Funkeln.
"Also, was hast du dir vorgestellt? Wie ich sehe werde ich dich ja doch nicht eher los, bis ich deinen Wunsch erfüllt habe", nahm der alte Mann das Gespräch wieder auf.
"Ich habe an das letzte Mal gedacht und bin heute noch der Meinung dass ich keine faire Chance bekommen habe."
"Ach was du nicht sagst. Und was hat dich auf diesen klugen Einfall gebracht?" fragte der Alte seinen Gegenüber mit einem nachsichtigen Lächeln.
"Der Typ den wir uns damals ausgesucht hatten, hat sich doch überhaupt nicht gewehrt. Ich konnte machen was ich wollte, er saß nur da und hat herumgejammert. Und du hast ihn letztendlich in Gnaden wieder aufgenommen, obwohl er dich zeitweise sogar verleugnet hat. Was ist eigentlich aus dem Jammerlappen geworden?"
"Lass bloß meinen Freund Hiob in Ruhe. Du hast ihn seiner Zeit wahrlich genug gepiesackt. Ich habe ihn zu meinem Oberaufseher des Fegefeuers gemacht. In diesem müssen die armen Seelen gereinigt werden, die du zu ihren Lebzeiten verführt hast."
"Also daraus kannst du mir nun wahrlich keinen Strick drehen. Erstens ist dies mein Job

1 2 3 4 5 6 7 8

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.