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Kategorien > Humor > Humor

Die Leiden des jungen Lama

von Lotus le Blanc


Unglücklicherweise bin ich kein Mensch, sondern ein in Süd-Amerika lebendes , aus dem Guanako gezüchtetes Haustier, das Milch, Fleisch und Wolle liefert, vergleichbar mit einem Kamel; aus mir kann man ein flanellartigen Futter- oder Mantelstoff machen. Mein Name ist mein Schicksal: einst war ich ein buddhistischer Mönch in Tibet; wollte eigentlich als Mastsau wieder geboren werden, doch dieser Name haftete an mir.

Mein Dasein als Mönch war geprägt von Schlägen und Strafe durch die Peiniger unseres Landes, so dass ich einen Fluchtversuch in Form von Suizid startete und mich in des Omas Zwiebelmesser beim Kochen stürzte. Nebel, Nebel, Nebel - und es ward Dunkelheit.
Tags drauf erblickte ich, aus der Höhle des Lebens kommend, die dreckige Fresse eines Bauern und erster Hoffnungen zum Trotz war ich nicht das erwünschte Schlachtschwein, sondern ein nach Zwiebel stinkendes Packtier: mein Dasein als Lama war geprägt von Blähungen schlimmsten Ausmaßes.
Ich hatte gar keine Freunde: Mutter verstieß mich; `Bauer` verzog seine mit Furunkeln übersäte Visage und verstarb auf Grund akuter Atemnot; und das kleine, verschlafene Dorf der Anden jagte mich mit brennenden Fackeln zum Teufel: Feuer, Magenwinde, Explosionen. Alle waren tot.
Ich packte meine sieben Sachen und machte mich auf den langen Weg ins nächste Dorf. Nach einer viertel Stunde Fußmarsch empfingen die Bewohner mich mit brennenden Fackeln und jagten mich zum Teufel: das Desaster war das gleiche, mein Geruch eilte mir voraus.
Im Grunde war ich ein herzensgutes Lama, doch vermochte ich es nicht meinen erbärmlichen Gasen Einhalt zu gebieten; ich träumte doch nur von der Liebe; der Liebe zu Gleichgesinnten.
Eines Tages war es soweit, ich quälte mich über einen saftig grünen Hügel und dann erblickte ich das Wunderbarste auf der Welt: sie war wunderschön, unvergleichlich fettig und schmutzig. Sie war das, was ich mir immer erträumt hatte. Ich musste sie bekommen, koste es was es wolle; doch wie sollte ich es ihr vermitteln, meine Liebe zum Ausdruck bringen, mich ihr zugeneigt zeigen, ihr es offenbaren?
Ich holte tief Luft, nahm meine Beine in die Hand und raste schreiend vor Lust zu ihrem Zaun. Freude überzog mein Gesicht, er steifte, und mein Schweiß flog über die Prärie. Ich beugte mich über das Geländer und atmete aus. Die Katastrophe war perfekt: ihre gesamte Sippe suchte vor Schmerzen krümmend das Weite, nur sie konnte meinem nach Verwesung riechenden Atem die Stirn bieten und mich lieben.

Die Sonne ging in meinem Herzen auf,
Der Rotz kam aus dem Maule raus

Mein Duft ging mit den Winden,
Drum mussten alle Neider schwinden

Die Liebe, die Liebe die ist ja so fein,
Die Liebe, die Liebe zu einem Mastschwein

In freudiger Erwartung auf einen mir zu Gute kommenden Lambitus warf ich meinen mit einem exorbitanten Penis bestückten Leib über das Gatter und blieb mit diesem an einem hervorstehenden rostigen Nagelpflock hängen. Laut waren die Schreie meiner unfreiwilligen Beschneidung. Die Erde bebte, Wolken überzogen den Himmel und Hagel prallte auf mich, den Boden und meine angebetete Sau. Ihr Tod war unabwendbar.

Hart aber herzlich schied sie dahin,
Doch war sie lang noch nicht aus meinem Sinn.

Ihr Blut floss über die Prärie,
Doch vergessen konnte ich sie nie.

Zu meinem unerbittlichen Gestank kam nun auch noch die Gewissheit, die einzig wahre Liebe verloren zu haben; mein Leben war lamentabel: Ich roch nach Dung, ich war heimatlos und keiner mochte mich leiden. Sie hassten mich - Alle - Abgrundtief - ABGRUNDTIEF! - ALLE!
Ich musste meinem Leben aufs Neue ein Ende setzten. Und es gab nur einen erkennbaren Weg: Des Omas Zwiebelmesser.

Nun machte ich mich auf den Weg
Zu dem nächsten Hafen-Steg

Über das Meer musste ich gehen,
Doch konnte ich nicht auf den Wellen stehen

So kaufte ich mir ein Boot,
Welches mich brachte heim zum Tod

Kaum war ich wieder zu Hause angekommen, musste ich erneut die Schläge und Strafe unserer Peiniger ertragen: es war herrlich wieder daheim zu sein. Ich folgte dem Zwiebelgeruch, der aus meiner Omas Hütte hervor stank, entledigte mich eines drückenden Duftes und war zufrieden. Ich sprang Freude jaulend durch das Zimmerfenster, direkt in das Zwiebelmesser meiner Oma in der Hand meines Opas beim schälen der Dickwurz.
Tags drauf erblickte ich, aus einer strafgefangenen räudigen Gossenutte kommend, das leidverzerrte Gesicht eines jungen "Wärters".

Kommentare

svenja schrieb am 2006-10-17 16:35:41:
Verdammt lustig. ich lese grad in der schule das original - und dann ist das verdammt lustig zu lesen, die geschichte mit dem lama.....
hompf schrieb am 2006-04-05 14:58:16:
Ich habs schon mal gesagt !









WERD AUTOR
schi_schi@yahoo.de schrieb:
Da zeigt es sich wieder, das Liebe alles überwindet und Selbstmord keine Lösung ist...!*schmacht*
Horrorfan26@aol.de schrieb:
scheise
HPT@Tele2.ch schrieb:
Das mit dem rostigen Nagelpflog, da musste ich lachen.
Die Geschichte ist gut !
baerle_05@hotmail.com schrieb:
Hallo
wer will schon etwas über ein LAMA lesen !!!!!!!!!!!!!!
Kein Schwein!
gipsy-heart@web.de schrieb:
die Idee mit dem Lama ist gut, aber für meinen Geschmack ist deine Geschichte ein bisschen makaber. Naja, vielleicht erlebt dei Lama irgendwann einmal bessere Zeiten... :-)
ghzz@web.de schrieb:
Zum kotzen
ghzz@web.de schrieb:
geil
Ashraf schrieb:
Puh, erstmal vom lachen erholen... so! Die Geschichte war echt cool! Besonders das mit dem Gestank fand ich lustich. Weiter so!
matthi schrieb:
fuck geschichte was fällt dir ei so eine blöde geschichte reinzumachen
ich@gmx.ch schrieb:
cool

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