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Kategorien > Jugendstory > Liebe

Die Liebe, das Chaos und ich (19)

von Melody

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-----19-----

Gemeinsam mit Dina und Paul kam ich am späten Nachmittag dort an. Die Wiese war schon voll mit Leuten aller möglichen Jahrgänge. Auch Robin war unter ihnen und es war unübersehbar, dass er auf mich wartete. Er tigerte ständig auf und ab und drehte sich um seine eigene Achse. Es hätte nur noch gefehlt, dass er auf die Bäume kletterte, um von dort aus Ausschau zu halten. Wie gut, dass die Funktion meiner Beine nicht von meinen Emotionen abhing, ansonsten wäre ich nämlich nie bei ihm angekommen! Als ich dann doch vor ihm stand, wirkte er unendlich dankbar dafür, dass ich endlich wieder Zeit für ihn hatte und ihm Aufmerksamkeit schenkte. An seiner Stelle hätte ich mich ja längst fallen gelassen. Warum nur musste ich ausgerechnet an einen so geduldigen Typen geraten sein? Ich hätte mit Sicherheit tausende finden können, die schon alleine nach dem Treffen mit meinem Vater schreiend davongerannt wären!
Ich begrüßte ihn zurückhaltend, küsste ihn flüchtig auf die Wange und sah mich sofort nach Sam um, den ich jedoch nirgendwo entdecken konnte. Robin fragte ich danach lieber nicht, er war wohl kaum der richtige Ansprechpartner was das betraf.
Paul hielt sich nicht lange bei uns auf, sondern verzog sich sofort zu Ella. Das letzte, was ich von ihnen sah, war, wie sie sich in eine unbeobachtete Ecke verzogen.
„ Na, wunderbar. Und ich darf mal wieder das fünfte Rad am Wagen spielen.“, flüsterte Dina mir zu und verdrehte die Augen.
Das ließ ich nicht zu. Als Meisterin der Kommunikation schritt ich entschlossen auf einen Typen zu, der einen netten Eindruck machte und fragte ihn, ob er mit Dina tanzen wolle. Wenn der Prophet nicht zum Berg kam, musste der Berg eben zum Propheten. Oder so ähnlich. Ich ergriff jedenfalls die Initiative an ihrer Stelle. Für mich war gar nicht nachvollziehbar, dass sie sich nicht mehr traute, denn leisten konnte sie sich das zweifellos. Beide waren zwar zunächst etwas verlegen, doch schließlich bewegten sie sich doch gemeinsam zur Tanzfläche.
„ Hach, ich bin Amor, man reiche mir meine Pfeile!“, flötete ich. Und zwar, damit ich mit einem auf Sam schießen konnte!!
Robin sah verträumt drein. „ Das ist doch gar nicht mehr nötig in so einer Nacht.“ Wie schön, dass er mich daran erinnerte, dass ich eine derart traumhafte Nacht mit ihm verschwenden musste!
Aber überraschend hatte ich trotz ihm, den ich absolut nicht loswurde, was auch immer wir taten, viel Spaß. Durch die Party am See und das Festkomitee kannte ich inzwischen schon einige Leute. Ich kam mir nur noch sehr selten wie die Neue vor. Man konnte sagen, dass ich mich gut eingelebt hatte. Möglicherweise hatte es sich in diesem Fall ausgezahlt, so viel zu reden!
Ich fühlte mich aber auch immer wohler hier. Nicht nur an dieser Schule, sondern auch in dieser Stadt und Gegend. Anfangs war ich nicht begeistert darüber gewesen, umzuziehen und in den ersten Tagen hier hatte ständig mit meinen alten Freundinnen telefoniert, aber ich hatte ja auch nicht ahnen können, dass ich das Glück haben würde, so schnell auf Menschen wie Paul und Dina zu treffen und dass ich selbst so gut angenommen werden würde! Hier lässt es sich leben, dachte ich zufrieden, während ich eine Portion Nudelsalat futterte.
Der einzige Wermutstropfen war, dass ich, selbst als wir uns schon seit einer Stunde auf dem Fest befanden, Sam nirgendwo entdecken konnte. Was bedeutete, dass er auch tatsächlich nicht da war, denn im Laufe der Zeit hatte ich so etwas wie ein Schnell-Erkennungssystem entwickelt. Wenn er sich irgendwo aufhielt, sichtete ich ihn innerhalb kürzester Zeit!
Der laue Abend und die angenehme Atmosphäre mussten mir rasch zu Kopf gestiegen sein, denn als Robin mich fragte, ob ich mit ihm tanzen wolle, willigte ich verrückterweise ein. Obwohl ich ihn vorwarnte, dass ich äußerst unkoordiniert war und ihn somit einem hohem Verletzungs- und Blamagerisiko aussetzen würde. Er schien das nicht ernst zu nehmen und nahm die Warnung nur als Anlass dafür, mich darauf hinzuweisen, dass er auf mich aufpassen würde. Na gut, ich hatte meine Pflicht erfüllt, mehr konnte ich nicht tun. Eingewilligt hatte ich sowieso nur, weil ein schnelles Lied gespielt wurde. Alles andere wäre dann doch zu viel des Gutes gewesen. Er konnte gar nicht mehr aufhören, wie ein Honigkuchenpferd zu strahlen. Es war direkt unheimlich. Selbst als ich ihn in einer besonders waghalsigen Bewegung fast mit mir zu Boden riss, reagierte er, als sei es das Erlebnis seines Lebens gewesen!
Zwei komplette schnelle Lieder lang tanzte ich mit Robin. Er hätte auch noch so weitergemacht (ich wurde das Gefühl nicht los, dass er verzweifelt auf ein langsames Lied wartete), wenn nicht mitten im dritten Lied Sam wie aus dem Nichts an unserer Seite aufgetaucht wurde. Mein Ritter in glänzender Rüstung.
„ Darf ich dich ablösen?“, fragte er Robin und blickte dabei nur mich an, was mich irritierte, da er mich doch gar nicht angesprochen hatte. Ich war nicht in der Lage, zu reagieren und stand nur blöd da, dabei darauf spekulierend, dass Robin einverstanden sein würde. Momente wie dieser waren die richtigen, um ein kleines Stoßgebet loszuschicken. Dieser musterte ihn misstrauisch. Es war unverkennbar, dass ich unabsichtlich Unfrieden in ihrer Freundschaft gesät hatte, doch ich konnte nicht sagen, wie stark sich das auswirken würde. Widerwillig gab er sich einen Ruck und übergab mich an Sam, wobei er sich wachsam in unserer Nähe positionierte.
„ Ich dachte, du wolltest dich seit Neuestem lieber von uns fernhalten!“, erinnerte ich Sam mit gedämpfter Stimme.
Er seufzte. „ Ja, das sollte ich auch besser tun.“ Er schien sich in seiner Rolle als schweigsamer Geheimniskrämer zu gefallen, denn mehr sagte er nicht dazu. Ich verstand überhaupt nicht, was da vor sich ging. Es war, als hätte jemand bei ihm einen Schalter umgelegt. Und um völlig offen zu sein: ich war ein wenig beleidigt, dass er nicht einmal mich in das einweihte, was ihm durch den Kopf ging. Ich war davon ausgegangen, dass wir einander vertrauen konnten.
Ich beschloss, zur Abwechslung auch einmal meine Klappe zu halten. Augenblicklich wusste ich sowieso nicht, was ich sagen sollte. Und so tanzten wir stumm vor uns hin. Entspannt war das nicht, dagegen war das Tanzen mit Robin die pure Freude gewesen!
Plötzlich war das Lied zu Ende und es passierte genau das, worauf Robin sehnsüchtig gewartet hatte: eine Ballade wurde gespielt. Unangenehme Situation.
„ Willst du?“, fragte Sam leise.
Ich spähte zu Robin hinüber, der eine angespannte Haltung angenommen hatte. Es würde ihm ganz und gar nicht gefallen. Und ich riskierte, ihre Freundschaft noch mehr zu strapazieren, doch ich konnte nicht anders, als zu nicken. Wir rückten näher zusammen und ein prüfender Blick verriet mir, dass Robin die rechte Faust geballt hatte, jedoch an derselben Stelle verharrte.
Ich verbannte ihn aus meinen Gedanken. Es war absolut perfekt. Keiner meiner Pläne hätte es besser herbeiführen können. Ich saugte mich an Sams

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Kommentare

Nella schrieb am 2010-01-02 20:24:09:
OH MEIN GOTT :) Schreib ganz ganz schnell weiter. Die Geschichte ist der hammer. Aber es ist voll gemein grad an der spannendsten Stelle aufhören zu schreiben :) Freu mich auf die Fortsetzung. Lieben Gruß, Nella.
kati schrieb am 2010-01-01 12:32:37:
boah ich liebe deine geschichte, bitte schreib gaaanz schnell weiter :)
Mörviii schrieb am 2009-12-31 14:27:57:
wow ... coole fortsetzung :D
aba wieso eriinnert soch charlotte nicht an ihren freund??
also schon bissi komisch...oder is das iwie son stalker oder so von ihr =P
naja freue mich schon seeeeehhhrrrr auf die fortsetzung =)
LG Mörviii
Bredathil schrieb am 2009-12-30 23:31:01:
Boahr das wird ja IMMER BESSER!!!!!!!!!!!!!! Ganz ganz schnell weiter schreiben bitte!!!!!

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